Autoreninterview

... mit Bettina Lockemann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Fremde geht uns alle an. Es begegnet uns nicht nur täglich, ohne das Fremde gäbe... >>>
... mit Bettina Lockemann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Fremde geht uns alle an. Es begegnet uns nicht nur täglich, ohne das Fremde gäbe es kein Eigenes. Philosophisch heißt dies: Responsivität des Ich. Bildwissenschaftlich lässt sich argumentieren, ohne diese gäbe es keine Bildauffassung, kein Bildsehen. Doch was ist das Fremde im Bild? Das Buch sucht die Antwort in der künstlerischen europäischen Japanfotografie der Gegenwart – einer Fotografie der Fremde.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Dokumentarfotografie hängt noch immer der wissenschaftlich längst überholte Authentizitätsbegriff an, was auch damit zusammenhängt, dass es sehr unterschiedliche Gebrauchsweisen der dokumentarischen Fotografie gibt. Im Buch werden die verschiedenen Anwendungen – wie etwa journalistische oder künstlerische Dokumentarfotografie – in ihren Intentionen und Darstellungsmöglichkeiten unterschieden, und es werden die Konsequenzen dargelegt, die daraus für die Darstellung des Fremden resultieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Neben der Kunstwissenschaft behaupten die Bildwissenschaften zunehmend den Rang einer eigenen Disziplin. Das Buch schließt mit seiner Behandlung der Dokumentarfotografie an diese aktuellen Fragestellungen und Auseinandersetzungen an. Die Fotografie wird hier aber nicht nur als theoretisches Objekt behandelt, sondern als bildnerisches Medium, das nach neuen Wegen und Methoden sucht, sich den thematischen Herausforderungen des Fremden mittels einer eigenständigen Bildlichkeit zu stellen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit FotografInnen und BildwissenschaftlerInnen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Dieses Buch eröffnet einen Einblick in die fotografischen Darstellungsmöglichkeiten des Fremden. <<<


Bettina Lockemann

Das Fremde sehen

Der europäische Blick auf Japan in der künstlerischen Dokumentarfotografie

Das Fremde: Klischees und Stereotype beeinflussen seine Wahrnehmung. Auch dem europäischen Japanbild liegen viele Klischees zu Grunde. Wie kommt es dazu? Das Buch verfolgt die historische Entwicklung dieser Vorstellungen vom faszinierenden Fremden und setzt sie in Beziehung zur (als authentisch geltenden) Dokumentarfotografie. Beispielhaft wird gezeigt, wie zeitgenössische Projekte künstlerischer Dokumentarfotografen diese Bildklischees auszuhebeln versuchen, um so ein neues, kulturell fremdes Japan zu zeigen.


 

Bettina Lockemann (Dr. phil.) ist Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin. Sie lehrt künstlerische Fotografie und Kunsttheorie u.a. in Stuttgart, Leipzig und Zürich.

Homepage:
http://archivalien.de

»Lockemanns Buch ist vor allem deshalb von Relevanz, weil die Autorin am Beispiel des Japan-Themas versucht, eine Definition zu geben, was Dokumentarfotografie ist, wie sie als Kunst funktioniert und was sie als Kunst bewirken kann, nämlich zu irritieren und eingefahrene Sehgewohnheiten in Frage zu stellen.«
Thomas Wiegand, RUNDBRIEF FOTOGRAFIE, 17/2 (2010)
»In dem konsequent auf gute Lesbarkeit, Übersichtlichkeit und Gründlichkeit der Darstellung hin optimierten Buch folgt auf die ausführliche theoretische Rahmung das Aufzeigen der Entwicklung künstlerisch-dokumentarischer Annäherungen an Japan bzw. die japanische Kultur von 1945 bis in die Gegenwart.«
Matthias Kuzina, MEDIENwissenschaft, 3 (2010)

Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaften, Fotografie, Japanologie, Kunst

Print 33,80 €

11/2008, 338 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-1040-6

Artikel-Nr.: 1040

-1040-6: Lockemann, Das Fremde sehen

Der europäische Blick auf Japan in der künstlerischen Dokumentarfotografie

 

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PDF-Download, 10,02 MB
09/2015, 338 Seiten
ISBN 978-3-8394-1040-0

CC BY NC ND

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