Die EU und der Rückzug des Staates

Eine Genealogie der Neoliberalisierung der europäischen Integration

»Die europäische Integration führt zu einer Schwächung des Staates zugunsten des Marktes.« – Diese These bestimmt seit einigen Jahren den EU-Diskurs. Aber kann man wirklich von einer Neoliberalisierung durch die EU sprechen? Und wenn ja, war diese Entwicklung gewollt oder war sie der Logik supranationaler Zusammenarbeit geschuldet? Der Band geht diesen Fragen anhand der europäischen Vorgaben für die nationale Ausgabenpolitik nach. Eine Analyse der Geschichte der Integration seit den Römischen Verträgen zeigt, dass es Alternativen zur heutigen Dominanz neoliberaler Politik gegeben hat – und somit auch wieder geben kann.

28,80 € *

2009-01-27, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1067-3

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Anne Karrass

Anne Karrass, Deutscher Bundestag, Deutschland

... mit Anne Karrass

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise werden der Ruf nach mehr Staat und die Forderung nach einer verstärkten Koordination der staatlichen Interventionen auf der europäischen Ebene immer lauter. Genau mit diesen beiden Themen beschäftigt sich das vorliegende Buch. Damit ist es sowohl aktuell wie auch grundlegend wichtig – da die EU in immer mehr Bereichen eine wichtige Rolle spielt, kommt man immer weniger darum herum, sich mit ihr auseinanderzusetzen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Vielfach wird die Europäische Union als ›Sachzwang‹ dargestellt, der den nationalen PolitikerInnen keine andere Möglichkeit lässt, als Markt und Wettbewerb zu stärken und den Staat immer weiter zurückzubauen. Das Buch hinterfragt diese neoliberale Logik, indem es aufzeigt, dass über die europäische Ebene lange Zeit auch ein interventionistischer Staat gefördert wurde. Es macht jedoch auch den Prozess der Neoliberalisierung seit den 80ern deutlich.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Prozess der europäischen Integration wird meist mit Blick auf die Kompetenzverteilung zwischen Nationalstaat und EU untersucht. Der Einfluss der EU auf die Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Staat und Markt bleibt dabei eher unterbelichtet, ist jedoch mindestens genauso wichtig. Da die Frage nach staatlichen Interventionen aktuell auch in der Ökonomie wieder eine wichtigere Rolle spielt, kann das Buch auch dort einen wichtigen Beitrag leisten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Jacques Delors, der in der Zeit des Wandels - von einer europäischen Stärkung des Staates hin zu seiner Schwächung - Präsident der Europäischen Kommission war. Mein Buch beschreibt diesen Umbruch und bietet Ansätze zu seiner Erklärung. Dies mit einem Zeitzeugen zu diskutieren fände ich sehr spannend.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine kritisch-wissenschaftliche Untersuchung der europäischen Integration, die Mut machen soll für politische Veränderungen hin zu einem Sozialen Europa.

Besprochen in:

Soziologische Revue, 2 (2011), Sebastian M. Büttner
Zeitschrift für Politikwissenschaft, 28.05.2009
Autor_in(nen)
Anne Karrass
Buchtitel
Die EU und der Rückzug des Staates Eine Genealogie der Neoliberalisierung der europäischen Integration
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1067-3
DOI
10.14361/9783839410677
Warengruppe
1737
BIC-Code
JPSN2 JPHC HBLW3
BISAC-Code
POL011000 POL010000 HIS037070
THEMA-Code
JPSN JPHC
Erscheinungsdatum
2009-01-27
Auflage
1
Themen
Politik, Europa, Neoliberalismus
Adressaten
Ökonomie, Politikwissenschaft, Geschichte, Rechtswissenschaften
Schlagworte
Neoliberalismus, Europäische Integration, Europäische Union, Staatsverständnis, Globalisierung, Ausgabenpolitik, Politik, Europa, Europäische Politik, Staat, Zeitgeschichte, Politikwissenschaft

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