Interview

... mit Gunnar Schmidt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Seien wir ehrlich: akademische Bücher sprechen oft nur sehr kleine Zielgruppen an.... >>>
... mit Gunnar Schmidt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Seien wir ehrlich: akademische Bücher sprechen oft nur sehr kleine Zielgruppen an. ›Visualisierungen des Ereignisses‹ thematisiert Bildwelten, die unsere visuelle Kultur durchziehen und daher von vielen Menschen wahrgenommen werden. Das Buch ermittelt unvorhergesehene Zusammenhänge und regt an, mit Bildern über Bilder hinaus zu denken.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es gibt die Kunstgeschichte, die Filmgeschichte, die Geschichte der Fotografie. Bilder unterhalten aber nicht nur Beziehungen zu Bildern des gleichen Genres. Das Buch zeigt, dass Bilder sowohl Durchgangsstellen zu bilderlosen Sachverhalten sind, wie auch Synapsen zwischen unterschiedlichen Bildkulturen darstellen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Derzeit lassen sich zwei große Tendenzen in der Diskussion um die visuelle Kultur ausmachen: Misstrauen den als grundsätzlich trügerisch bewerteten Bildern gegenüber, und die spiegelbildliche Verkehrung dieser Haltung, die dem Bild mehr präzise Mitteilungskraft zutraut als der Sprache. Das Buch folgt nicht diesem dichotomischen Schema, sondern behauptet die Interpretationsnotwendigkeit von visuellen Artefakten. Bilder sind nicht nur Information, sondern Sinn.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Georges Didi-Huberman, weil er Risiken in seinen Bildbetrachtungen eingeht und das Buch mehrere Anregungen von ihm erhalten hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Gedankenreichtum in konzentrierter Anschaulichkeit. <<<


Gunnar Schmidt

Visualisierungen des Ereignisses

Medienästhetische Betrachtungen zu Bewegung und Stillstand

Springen, Fallen, Spritzen und Explodieren sind Flüchtigkeitsphänomene, die in jüngerer Geschichte durch mediale Inszenierungen Sensationswert erhalten haben und unser kulturelles Bildbewusstsein prägen. Auf der Grundlage einer kulturwissenschaftlich orientierten Bildwissenschaft rekonstruiert der Autor Ursprung und Wandel von Plötzlichkeitsmotiven, um die daraus entstehenden Semantiken und Faszinationseffekte zu ermitteln.
Ausgehend von Beispielen aus der wissenschaftlichen, populärkulturellen, journalistischen und Mode-Ikonografie werden Produktionen des visuell Außergewöhnlichen verfolgt sowie überraschende Verbindungen zwischen unterschiedlichen Visualitätskulturen aufgezeigt. Ein reiches Bildmaterial belegt eindrucksvoll, wie Aufzeichnungsmedien an der Herstellung von modernen Ereigniserfahrungen teilhaben.


 

Gunnar Schmidt (PD Dr.) arbeitet an der Schnittstelle zwischen Medien-, Kultur- und Literaturwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind medienästhetische Phänomene in Kunst, Wissenschaft und Populärkultur.

Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Fashion Studies, Wissenschaftsgeschichte

Print 17,80 €

12/2008, 146 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1076-5

Artikel-Nr.: 1076

-1076-5: Schmidt, Visualisierungen

Medienästhetische Betrachtungen zu Bewegung und Stillstand

 

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Open Access Open Access

PDF-Download, 16,36 MB
09/2015, 146 Seiten
ISBN 978-3-8394-1076-9

CC BY NC ND

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