Interview

... mit Philipp Sandermann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es gibt bisher keine systematische Erklärung dafür, warum wir in Deutschland seit ein... >>>
... mit Philipp Sandermann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es gibt bisher keine systematische Erklärung dafür, warum wir in Deutschland seit ein paar Jahren plötzlich wieder über Gemeinschaft diskutieren. Diese Lücke füllt mein Buch.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es eröffnet meines Erachtens neue Perspektiven auf die Funktion der neuen Gemeinschaftsdiskussion in Deutschland, vielleicht aber auch in der westlichen Gesellschaft insgesamt. Denn die neue Diskussion um Gemeinschaft ist ja durchaus ein internationales Phänomen, das jedoch eine spezifische Ausprägung hierzulande hat. Darüber hinaus schärft das Buch eine Perspektive auf die Funktion des Wohlfahrtssystems, die quer liegt zu normativen Pamphleten, wie man sie in Bezug auf das Thema ›Wohlfahrtsstaat‹ so oft findet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Ich würde doch sagen: eine eminente. Sowohl die Soziologie als auch die Politikwissenschaft und die Forschung zur Sozialen Arbeit setzen sich in den letzten Jahren schwerpunktmäßig mit all den Facetten auseinander, die in meinem Buch zusammentreffen: Kommunitarismus und neue Gemeinschaftsrhetorik, Wohlfahrtsstaats- und Wohlfahrtsstaatsfolgenforschung und nicht zuletzt die Frage danach, wohin sich die westlichen Wohlfahrtssysteme bewegen. Was verändert sich, und was bleibt konstant?

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wenn ich die Möglichkeit hätte doch mit einer ganzen Reihe von KollegInnen und IdeengeberInnen. Zum Beispiel Stefan Lessenich, Lutz Leisering oder Andrew Abbott.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Nichts garantiert mehr Stabilität als ein Ideologiewechsel. <<<


Philipp Sandermann

Die neue Diskussion um Gemeinschaft

Ein Erklärungsansatz mit Blick auf die Reform des Wohlfahrtssystems

Gemeinschaft ist wieder Thema. Das gilt gerade auch in den Sozialwissenschaften. Die nach wie vor ungeklärte Frage lautet jedoch: Warum? Dieses Buch bietet eine bisher ausstehende systematische Erklärung zur neuen Gemeinschaftsdiskussion. Grundthese dabei ist, dass die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geführte Debatte weniger als wissenschaftliches denn als ideologisches Phänomen zu sehen ist, welches insbesondere aus Perspektive des Wohlfahrtssystems eine wichtige Funktion erfüllt und beobachtbar wird, wenn man die neue Argumentation um Gemeinschaft in Relation zur bisher dominierenden fordistisch-keynesianischen Wohlfahrtsstaatsdoktrin setzt.


 

Philipp Sandermann (Prof. Dr.) ist Hochschullehrer für Sozialpädagogik an der Universität Trier. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: International vergleichende Sozialarbeitsforschung, Wohlfahrtssystemforschung, Theorie sozialpädagogischer Theoriebildungsprozesse sowie Betroffenenvertretung in der Jugendhilfe.

»Insgesamt zeichnet sich das Buch durch eine hohe Stringenz, einen klaren Argumentationsstil, durch hervorragende Einführungen und systematische Bezugnahmen auf vorangegangene Ausführungen aus, so dass es nicht nur als überzeugend, sondern auch als sehr leser/innenfreundlich bezeichnet werden kann.«
Bettina Hünersdorf, Erziehungswissenschaftliche Revue, 9/1 (2010)
»[E]ine wertvolle und reiche Quelle für Menschen, die der Ungemütlichkeit in den neuen Diskussionen um den Wohlfahrtsstaat und seinen Tätigkeitsfeldern informiert begegnen wollen.«
Simone Gretler Heusser, www.socialnet.de, 01.12.2009

Soziologie, Soziale Arbeit, Sozialpolitik, Sozialwissenschaft, Erziehungswissenschaft

Print 24,80 €

03/2009, 238 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1123-6

Artikel-Nr.: 1123

-1123-6: Sandermann, Neue Diskussion um

Ein Erklärungsansatz mit Blick auf die Reform des Wohlfahrtssystems

 

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09/2015, 238 Seiten
ISBN 978-3-8394-1123-0

CC BY NC ND

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