Autoreninterview

... mit Lars Meier

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Trotz der Finanzkrise bleibt der Alltag derjenigen, die als Antreiber der Globalisierung gelten, also... >>>
... mit Lars Meier

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Trotz der Finanzkrise bleibt der Alltag derjenigen, die als Antreiber der Globalisierung gelten, also die hochmobilen Finanzmanager und Expatriates, zumeist unsichtbar. In meinem Buch nehme ich diese Manager zusammen mit ihren Identitätsaufführungen als Deutsche, Weiße, Männer und globale Elite direkt an bestimmten Orten in London und Singapur in den Blick.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Durch offene Befragungen und Beobachtungen wird das Leben der Finanzmanager auch fern der Vorstellung, dass diese in einem homogenen globalen Raum leben, in seiner Differenzierung sichtbar. Deutsche Finanzmanager in zwei Städten zu betrachten, ermöglicht die Bedeutung des besonderen Ortes für das soziale Handeln aufzuzeigen. In dem Buch wird deutlich, dass Identitäten unterschiedlich aufgeführt werden: Weißsein oder globale Elite sein in London wird von den Finanzmanagern anders präsentiert als in Singapur. Die Finanzmanager passen sich in den Ort ein.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mit der Betrachtung von Images, Emotionen, Handeln und körperlichen Praktiken zeige ich in dem Buch, dass auch für die hochmobilen Finanzmanager der Ort eine besondere Bedeutung hat: Fern von scheinbar homogenen globalen Räumen und vermeintlich uniformen Orten wie den Bürohochhäusern, Gated Communities, exklusiven Klubs oder Restaurants wird in dieser Arbeit das Spezifische dieser Orte deutlich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit denjenigen, die von der Bedeutungslosigkeit spezifischer Orte für in transnationale Netze eingebundene Personen ausgehen. Mit Migrations-, Stadt- und Raumforschenden in der Soziologie, der Geografie und der Ethnologie und natürlich mit deutschen Expatriates und Finanzmanagern.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein Buch über die Wirkung des urbanen Ortes auf das alltägliche Handeln hochmobiler deutscher Finanzmanager in London und Singapur. <<<


Lars Meier

Das Einpassen in den Ort

Der Alltag deutscher Finanzmanager in London und Singapur

Sie gelten als Agenten und Treiber der Globalisierung: die in den Finanzmetropolen tätigen Manager. In diesem reich bebilderten Buch werden erstmals hochmobile Expatriates in ihrem alltäglichen Handeln direkt an städtischen Orten betrachtet. Wo und warum halten sich die Finanzmanager in den Städten auf? Wie betrachten sie bestimmte urbane Orte und erleben diese?
Interviews und Beobachtungen zeigen die alltäglichen Handlungen der männlichen deutschen Finanzmanager in London und Singapur und lassen so die meist unsichtbar bleibenden Identitäten der weißen und globalen Elite sichtbar werden. Die vergleichende Analyse des Alltags in beiden Städten macht die Bedeutung des besonderen Ortes für das Handeln deutlich. Die ehemals koloniale Beziehung zwischen dem Zentrum London und der Peripherie Singapur ist noch heute für das Handeln der Finanzmanager bedeutsam. Es zeigt sich: Die Finanzmanager passen sich in den Ort ein.


 
Autorenbild Meier, Lars

Lars Meier (Dr. phil.), Soziologe und Geograph, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAB in Nürnberg und lehrt Soziologie an der TU Darmstadt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Stadt- und Raumforschung, Kultursoziologie, Migrationsforschung sowie qualitative Methoden.

Homepage:
www.iab.de

»Spannend und eingängig zu lesen.«
Simone Gretler Heusser, www.socialnet.de, 08.11.2011
»Die Lektüre lohnt sich, denn die ›abstrakten Kategorien der Identitätsperformances‹ werden mit Lebendigkeit gefüllt.«
Thorsten Benkel, Soziologische Revue, 34 (2011)
»Die Arbeit [kann] überzeugen, weil sie das ›Konzept
des Einpassens‹ mit sehr gründlichen eigenen Untersuchungen verbindet und für die Gruppe der deutschen Finanzmanager [...] außerordentlich interessante Erkenntnisse bringt. Gleichzeitig wird der Leser angeregt, das ›Konzept des Einpassens‹ auch auf eigene Forschungskontexte zu beziehen. Die Arbeit ist also besonders den Lesern zu empfehlen, die sich mit hochmobilen Expatriates beschäftigen, aber auch für alle Humangeographen von Interesse, die an empirischen Ergebnissen zur Bedeutung von Ortsspezifika interessiert sind.«
Claus-C. Wiegandt, ERDKUNDE, 64/1 (2010)
Besprochen in:

www.stadtzukuenfte.de, 25.03.2010, Claus-C. Wiegandt
Anthropological Abstracts, 8 (2009)
ASIEN, 120 (2011), Markus Wiencke
Internationales Asienforum, 42/1-2 (2011), Florian Feuser

Soziologie, Geographie, Ethnologie, Volkskunde

»Lars Meier ist es in seinem Buch »Das Einpassen in den Ort« gelungen, mittels qualitativer Interviewverfahren räumliche Bezüge zu rekonstruieren. Dafür gibt es nur wenige Vorbilder! Die Arbeit belegt, dass Menschen viel darüber wissen, wie sie Raum praktisch herstellen. Meiers Ergebnisse sind in dieser Verdichtung ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung einer empirisch fundierten relationalen Raumanalyse. Lars Meier beweist mit dieser Schrift, dass Orte Handeln und Fühlen unterschiedlich strukturieren. Er behandelt dabei Orte nicht als fixe Punkte auf der geografischen Oberfläche, sondern als sozial umkämpfte, deshalb prozesshafte materiell und sozial sich konstituierende Ereignisse. Lars Meier hat eine raumtheoretisch starke und überzeugende Schrift vorgelegt.«
Martina Löw (TU Darmstadt)

Feature: Beitrag des Schweizer Radios DRS 2 zum Buch.

Print 29,80 €

02/2009, 300 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1129-8

Artikel-Nr.: 1129

-1129-8: Meier, Einpassen in den Ort

Der Alltag deutscher Finanzmanager in London und Singapur

 

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07/2015, 300 Seiten
ISBN 978-3-8394-1129-2

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