Autoreninterview

... mit Nina Degele und Gabriele Winker

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Wir wollen verstehen, wie unterschiedliche Formen sozialer Ungleichheiten miteinander zusammenhängen. Dazu müssen wir wissen,... >>>
... mit Nina Degele und Gabriele Winker

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Wir wollen verstehen, wie unterschiedliche Formen sozialer Ungleichheiten miteinander zusammenhängen. Dazu müssen wir wissen, was zum Beispiel Frausein, Weißsein, Behindertsein, Reichsein, Schwulsein und vieles mehr mit gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen zu tun haben, und wie wir Wechselwirkungen zwischen diesen Dimensionen analysieren können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es zeigt nicht nur, wie Ungleichheiten ineinander verwoben sind, sondern bietet auch einen Werkzeugkasten, wie sich soziale Ungleichheiten von Studierenden und Forschenden ganz konkret und praktisch analysieren lassen. Das führen wir anhand eines Beispiels aus der ›echten‹ Welt vor.

3. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Verflechtungen und Unübersichtlichkeiten erweisen sich enge disziplinäre Grenzen als künstlich und der Realität als wenig angemessen. In Forschung und Lehre werden solche Theorien, Modelle und Methoden immer wichtiger, die über den eigenen fachlichen, theoretischen und methodischen Tellerrand hinausschauen. Mit unserem intersektionalen Mehrebenenansatz werden wir diesem Anspruch gerecht.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Reinhard Kreckel: Politische Soziologie der sozialen Ungleichheit, 3., erweiterte Auflage, Campus Verlag, 2004. Das Buch von Reinhard Kreckel, bereits 1992 in der ersten Auflage erschienen, ist ein Klassiker der Ungleichheitssoziologie und auch heute hoch interessant. Mit der gleichzeitigen Analyse von Unterdrückungsstrukturen in Bezug auf Klasse und auf Geschlecht hat Kreckel früh Grenzen überschritten. <<<


Gabriele Winker / Nina Degele

Intersektionalität

Zur Analyse sozialer Ungleichheiten
(2., unveränderte Auflage 2010)

Das Thema soziale Ungleichheit steht nach wie vor im Zentrum der Soziologie. Die mehrdimensionale Analyse sozialer Ungleichheit stellt unter dem Begriff der »Intersektionalität« in den letzten Jahren die wohl größte Innovation in diesem Feld dar und gewinnt auch in der Lehre zunehmend an Bedeutung – insbesondere in den Modulen zur Soziologie sozialer Ungleichheit, zur Sozialstrukturanalyse und zu den Gender Studies.
Erstmals im deutschsprachigen Raum liegt nun eine kompakte Analyse dieses zentralen Ansatzes der Soziologie sozialer Ungleichheit vor. Die Ausarbeitung einer klaren forschungsanleitenden Theorie und Methodik machen den Band zu einem wertvollen Begleiter in Lehre und Forschung.


 
Autorenbild Winker, Gabriele;Degele, Nina

Gabriele Winker (Prof. Dr.) lehrt Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg-Harburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Arbeits-, Geschlechter- und Internetforschung.
Nina Degele (Prof. Dr.) lehrt Soziologie und Gender Studies an der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterverhältnisse, Körper, Modernisierung und qualitative Methoden.

Homepage:
www.soziologie.uni-freiburg.de
www.tu-harburg.de/agentec

»Das in jeder Hinsicht übersichtlich gestaltete Buch besticht durch eine begründete Argumentation, insbesondere in Bezug auf die theoretischen Vorentscheidungen, durch eine klare Gliederung und vor allem durch die Schritt für Schritt nachvollziehbare Umsetzung des vorgeschlagenen theoretischen und methodologischen Rahmens in die empirische Sozialforschung. Es ist daher uneingeschränkt empfehlenswert, auch für den Einsatz in der Hochschullehre, und es ist von hohem Anregungspotential für die wissenschaftliche Weiterentwicklung intersektionaler Analysen von sozialen Ungleichheiten.«
Heike Kahlert, querelles-net, 11/1 (2010)
»Dieser Ansatz bietet [...] nicht nur ein neues Konzept für Gender und Queer Studies, sondern er bietet auch die Möglichkeit, in größeren Zusammenhängen zu denken und somit den Blickwinkel für eine verallgemeinerte Handlungsfähigkeit zu schärfen: Wer die Verwobenheit unterschiedlicher Unterdrückungsmechanismen begreift, kann gemeinsam gesellschaftliche Lebensverhältnisse erweitern.«
Stefan Paulus, Femina Politica, 2 (2010)
»In ihrem Buch setzen sich die Soziologinnen [...] mit dem seit den 1990er-Jahren im deutschen Sprachraum in der Frauen- und Geschlechterforschung zunehmend populärer werdenden Begriff sowohl theoretisch als auch empirisch eingehend auseinander. Positiv zu vermerken ist, dass sie dies in einer klaren Sprache tun, und dass damit das Buch auch für Personen außerhalb des primär angesprochenen soziologischen InteressentInnenkreises zu einer anregenden Lektüre wird.«
Sigrid Kroismayr, SWS-Rundschau, 4 (2009)
»[M]it dem Band von Gabriele Winker und Nina Degele [liegt] eine grundlegende, umfassende, klar strukturierte und gut lesbare Einführung in den Begriff [vor], verbunden mit einem präzise dargelegten Vorschlag zu seiner methodischen Umsetzung in sozialwissenschaftlich-empirischen Studien.«
Olaf Stieglitz, H-Soz-u-Kult, 30.10.2009
Besprochen in:

www.frauenbibliothek-saar.de, 03.11.2009

Studierende und Lehrende der Soziologie und der Gender Studies, insbesondere zu sozialwissenschaftlichen Methoden und zu sozialer Ungleichheit

Print 13,80 €

06/2009, 166 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1149-6

Artikel-Nr.: 1149

-1149-6: Winker/Degele, Intersektionalität

Zur Analyse sozialer Ungleichheiten
(2., unveränderte Auflage 2010)

 

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E-Book 11,99 €

PDF-Download, 1,85 MB
07/2015, 166 Seiten
ISBN 978-3-8394-1149-0

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