Autoreninterview

... mit Robert Feustel

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Mit dem Begriff des Politischen assoziiert man in der deutschsprachigen Diskussion immer noch vor allem den Namen Carl Schmitt – und damit ein... >>>
... mit Robert Feustel

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Mit dem Begriff des Politischen assoziiert man in der deutschsprachigen Diskussion immer noch vor allem den Namen Carl Schmitt – und damit ein Denken, welches das Politische eng an die Sphäre des Staatlichen und obendrein an ein höchst autoritäres Verständnis von Staatlichkeit knüpft. Der vorliegende Band stellt im Unterschied dazu zeitgenössische Positionen vor, die das Politische als Herausforderung, Infragestellung oder Dekonstruktion staatszentrierter Ordnungen bestimmen. Die Aufsätze setzen bei jener Frage an, die politische Protagonisten und Vertreter der Politikwissenschaft in der Regel ausklammern, weil sie die Antwort immer schon zu wissen glauben. Bei der Frage, was denn das Politische ist. Das ist natürlich selbst eine eminent politische Frage. Die in dem Band vorgestellten Autorinnen und Autoren treffen sich in einem Verständnis des Politischen, das auf die unhintergehbaren Momente des Dissenses und Widerstreits, des Ereignisses, der Unterbrechung und Instituierung abhebt. Der Band gibt einen hervorragenden Überblick über diese Positionen politischer Philosophie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Beiträge des Bandes liefern zum einen eine hervorragende Einführung in das Denken der vorgestellten Autorinnen und Autoren. Die einzelnen Porträts setzen sich zum anderen kritisch mit diesen Positionen auseinander, so dass der Band in der Summe auch die Diskussionslinien, Kontroversen und Verwerfungen im zeitgenössischen Denken des Politischen nachzeichnet.

3. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Politikwissenschaft wird heute meist als akademische Form der Politikberatung und/oder höheren Verwaltungslehre verstanden. Politikwissenschaft soll erforschen und lehren, wie die Kunst des Regierens optimiert werden kann. Die im vorliegenden Band vorgestellten Positionen fragen demgegenüber danach, um eine Formulierung Michel Foucaults aufzugreifen, wie man es anstellt, nicht in dieser Weise, in diesem Maße regiert zu werden.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Wolfgang Fach: Das Verschwinden der Politik. Frankfurt a.M., 2008. <<<


Ulrich Bröckling / Robert Feustel (Hg.)

Das Politische denken

Zeitgenössische Positionen
(3., unveränderte Auflage 2012)

Die Unterscheidung zwischen der Politik und dem Politischen ist eine, wenn nicht die Leitdifferenz zeitgenössischer Sozialphilosophie. Verweist der Begriff der Politik auf die institutionelle Ordnung, die staatliche Verwaltung des Gemeinwesens, so betont der Begriff des Politischen die unhintergehbaren Momente des Dissenses und Widerstreits, des Ereignisses und der Unterbrechung.
Das breite Spektrum an Theorieansätzen, die von dieser Unterscheidung ausgehen, gehört zum Kernbestand der Lehre in den Bachelor- und Master-Studiengängen der Politikwissenschaft, der Philosophie und der Soziologie, insbesondere in den Modulen zur Politischen Theorie, zur Politischen Philosophie und zur Soziologischen Theorie.
Der Band enthält einführende Überblicksdarstellungen zu den wichtigsten Theoretikern des politischen Denkens der Gegenwart, u.a. zu Rancière, Nancy, Badiou, Laclau/Mouffe, Latour und Derrida, und lässt sich ebenso als umfassendes Nachschlagewerk wie als Einführung zu einzelnen Autoren verwenden.


 

Ulrich Bröckling ist Professor für Allgemeine Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Robert Feustel arbeitet am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig.

Homepage:
Bröckling
Feustel

»Alle, die Einblick in dieses (enge) Spektrum politisch-philosophischer oder sozialtheoretischer Denkgebäude bekommen wollen, [sind] mit diesem Buch gut bedient.«
Jörn Lamla, Soziologische Revue, 39/1 (2016)
»[Das Buch zeigt sich] all jenen empfehlenswert, welche eine Übersicht in der Unübersichtlichkeit zeitgenössischer politischer Theorie suchen und sich offen für neue Perspektiven des Politischen zeigen.«
Georg Frischbluter, Contraste, 4 (2010)
Besprochen in:

BEHEMOTH. A Journal on Civilisation, 2 (2010), Vincent Schmiedt
www.e-politik.de, 05.10.2010, Markus Rackow
Portal für Politikwissenschaft (pw-portal.de), 15.12.2010
NovoArgumente, 106 (2010), Tobias Prüwer
Das Argument, 290 (2011), Markus Rackow
Information Philosophie, 4 (2011)

Studierende und Lehrende der Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie

Print 25,80 €

01/2010, 338 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1160-1

Artikel-Nr.: 1160

-1160-1: Bröckling/Feustel (Hg.), Das Pol.

Zeitgenössische Positionen
(3., unveränderte Auflage 2012)

 

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E-Book 22,99 €

PDF-Download, 85,53 MB
07/2015, 338 Seiten
ISBN 978-3-8394-1160-5

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