Autoreninterview

... mit Asta Vonderau

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es dazu beiträgt, gesellschaftliche Transformationen zu verstehen, die weltweite... >>>
... mit Asta Vonderau

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es dazu beiträgt, gesellschaftliche Transformationen zu verstehen, die weltweite Machtverschiebungen und Veränderungen des sozialen Zusammenlebens in Bewegung setzen. Es zeigt, wie diese Transformationen in unsere Alltagsroutinen, unsere Lebensentwürfe und unser Selbstverständnis hineinspielen und buchstäblich noch unter die Haut des Einzelnen gehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Neu ist die Perspektive auf Europa als gelebte Erfahrung. Sie ermöglicht es, versteckte Machtmechanismen und gegenläufige Formen der europäischen Gegenwart im ethnographischen Detail zu beschreiben, die in offiziellen politischen Entwürfen und breit angelegten Studien Europas unsichtbar bleiben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Thema und die methodologische Vorgehensweise der Studie ist höchst relevant für die kultur- und sozialwissenschaftliche Erforschung des (Post-)Sozialismus, von Konsum- und Lebensstilen sowie für die Elitenforschung. Mein Buch gibt interdisziplinären Ansätzen einen wichtigen Anstoß, die Europa ›in the making‹ erfassen, es also aus der Dynamik nicht nur harmonischer Entwicklungen heraus zu begreifen suchen – als politisches Projekt, als neuer Identitätshorizont, als individueller Lebensraum etc.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mein Buch mischt sich ein in grenzüberschreitende und öffentliche Diskussionen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen. In diesem Rahmen würde ich gern über die sich wandelnden Beziehungen zwischen Ost und West, zwischen sozialer Ordnung und Subjekt, arm und reich diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ist Europa in Ihrem Alltag ungreifbar und bedeutungslos? Lesen Sie mein Buch und Sie werden erfahren, wie es schmeckt, riecht und sich anfühlt! <<<


Asta Vonderau

Leben im »neuen Europa«

Konsum, Lebensstile und Körpertechniken im Postsozialismus

Die Grenzen Europas sind seit einigen Jahren gen Osten verschoben – Zeit für eine erste Bilanz des Alltags im »neuen Europa«. Wie wurde der homo sovieticus zum erfolgreichen Europäer? Was bedeuten heute Gleichheit und Differenz, Gemeinschaft und Individualität in den osteuropäischen Gesellschaften?
Diese Studie untersucht die Logiken sozialer Differenzierung, die im Kontext der postsozialistischen Transformation und europäischen Integration auftreten. Konsumstrategien, Lebensstile und Körpertechniken werden als Ausdrucksformen veränderter Vorstellungen von Erfolg und gutem Leben analysiert. Es entsteht eine eindrucksvolle Ethnographie des neuen osteuropäischen Alltags.


 
Autorenbild Vonderau, Asta

Asta Vonderau (Dr. phil.) lehrt und forscht am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die postsozialistische Transformation und Europäisierungsprozesse in (Ost-)Europa, kulturelle Logiken der Ökonomie und des Marktes und die Mobilitäts-, Migrations- sowie Elitenforschung.

Homepage:
www2.hu-berlin.de/ethno/

»Vonderaus Buch beleuchtet eine im klassisch politikwissenschaftlichen Kontext eher ungewöhnliche Seite postsozialistischer Transformation.«
Jana Bürgers, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 63 (2015)
»Vonderaus Buch beleuchtet eine im klassisch politikwissenschaftlichen Kontext eher ungewöhnliche Seite postsozialistischer Transformation.«
Jana Bürgers, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 63 (2015)
»Insgesamt kann ich diese dichte und vielschichtige Ethnographie nur jeden/r LeserIn ans Herz legen, um neue und längst überfällige Fragestellungen an und Perspektiven auf Europa zu entdecken.«
Sanna Schondelmayer, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (2012)
»Insgesamt kann ich diese dichte und vielschichtige Ethnographie nur jeden/r LeserIn ans Herz legen, um neue und längst überfällige Fragestellungen an und Perspektiven auf Europa zu entdecken.«
Sanna Schondelmayer, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (2012)
»Mit seiner interdisziplinären Vorgehensweise stellt dieses Buch einen bemerkenswerten Beitrag zur Analyse der sozialen Erfahrungen der postsozialistischen Moderne und in weiterer Perspektive zur Konstruktion des neuen Europa dar.«
Anna Pelka, Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung, 61 (2012)
»Mit seiner interdisziplinären Vorgehensweise stellt dieses Buch einen bemerkenswerten Beitrag zur Analyse der sozialen Erfahrungen der postsozialistischen Moderne und in weiterer Perspektive zur Konstruktion des neuen Europa dar.«
Anna Pelka, Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung, 61 (2012)
»Asta Vonderaus durchweg spannende Ausführungen [überzeugen] auf weiten Strecken, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie auf innovative Weise in eine große Forschungslücke vordringen.«
Marketa Spiritova, Zeitschrift für Volkskunde, 108/1 (2012)
»Die Dissertation von Asta Vonderau stellt eine dichte und materialreiche Monografie dar, deren Stärke im diachronen Vergleich und in der Darstellung der gesellschaftlichen Transformationsprozesse seit dem späten Sozialismus besteht.«
Madlen Pilz, H-Soz-u-Kult, 24.02.2011
»Die Arbeit von Asta Vonderau wird vor allem Studierende interessieren, die in ihren Studienbereichen den ›sozialen Wandel‹ in besonderer Weise bedenken wollen; das aber, so unsere Auffassung von Bildung, ist eine interdisziplinäre Aufgabe und Herausforderung. Hilfreich dürfte die Arbeit auch für diejenigen sein, die in geschäftlichen, freizeitlichen und politischen Zusammenhängen interkulturell mit Menschen und ihren Lebensauffassungen in den postsozialistischen Ländern zusammen kommen.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 29.12.2010
Besprochen in:

Osteuropa, 63/7 (2013), Jens Adam

Ethnologie, Anthropologie, Soziologie, Kulturwissenschaft

Print 26,80 €

06/2010, 238 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1189-2

Artikel-Nr.: 1189

-1189-2: Vonderau, Leben im »neuen Europa«

Konsum, Lebensstile und Körpertechniken im Postsozialismus

 

leider vergriffen

 
 
 

Open Access Open Access

PDF-Download, 5,06 MB
09/2015, 238 Seiten
ISBN 978-3-8394-1189-6

CC BY NC ND

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