Interview

... mit Georg Glasze

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mein Buch zeigt Wege auf, vermeintlich gegebene Kulturräume als diskursiv hergestellt zu... >>>
... mit Georg Glasze

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mein Buch zeigt Wege auf, vermeintlich gegebene Kulturräume als diskursiv hergestellt zu konzeptualisieren und solche hegemonialen Konstruktionen mit korpuslinguistisch-quantitativen und qualitativ-interpretativen Verfahren der Diskursforschung zu erforschen. Die Fallstudie arbeitet heraus, wie die Idee der Frankophonie als ›geokulturelle Weltregion‹ von ihren Akteuren seit den 1960er Jahren legitimiert und mit der Etablierung entsprechender Organisationen institutionell gefestigt wurde.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Räume werden auf der Basis der Diskurs- und Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe sowie Ansätzen der Politischen Geographie als immer historisch und kontingent konzeptualisiert und in diesem Sinne als politisch.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Seit einigen Jahren werden vermehrt Zusammenhänge zwischen ›Kulturen‹ und ›Räumen‹ diskutiert. Dabei werden allerdings vielfach problematische Vorstellungen von gegebenen ›Räumen‹ und gegebenen ›Kulturen‹ reproduziert. Die Sozial- und Kulturgeographie fasst bereits seit den 1970er Jahren Räume als sozial hergestellt. Eine Konzeptualisierung von Räumen als ›politisch‹ radikalisiert diesen Ansatz. In einer post-strukturalistischen Perspektive werden Räume nicht nur als Konsequenz des Sozialen verstanden – vielmehr wird vorgeschlagen, die Konstitution von Räumen als einen wichtigen Baustein für die permanente (Re-)Produktion des Sozialen zu fassen.

4. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch hinterfragt und analysiert am Beispiel der Frankophonie die Etablierung eines ›Kulturraumes‹. <<<


Georg Glasze

Politische Räume

Die diskursive Konstitution eines »geokulturellen Raums« – die Frankophonie

Wie kann die Existenz einer »internationalen Gemeinschaft« und eines »geokulturellen Raumes« konzeptualisiert und analysiert werden? Das Buch geht dieser klassischen Fragestellung der Geographie am Beispiel der Frankophonie nach.
Der Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe folgend werden Räume – wie Identitäten – als historisch und kontingent und in diesem Sinne politisch konzipiert. Der Kulturgeograph Georg Glasze untersucht sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Artikulationen und leistet mit der Verknüpfung von korpuslinguistisch-lexikometrischen und kodierenden Verfahren einen innovativen Beitrag zur Diskursforschung.


 

Georg Glasze ist Lehrstuhlinhaber für Kulturgeographie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Politischen Geographie und geographischen Stadtforschung, der Transformation von Kartographie und Geoinformation im digitalen Zeitalter sowie der interdisziplinären Diskursforschung.

Homepage:
Georg Glasze: Uni Erlangen

»Glasze [gelingt] ein eindrücklicher Beitrag im wachsenden, aber nach wie vor zumeist auf theoretischer Ebene verbleibenden Feld der Hegemonieforschung, der insbesondere auch für politikwissenschaftliche Fragestellungen wichtige Einsichten liefert.«
Paul Sörensen, Portal für Politikwissenschaft, 04.12.2014
»Das Buch [...] vermag auf eine tiefgründige und verständliche Art, den immer wiederkehrenden Vorbehalten gegenüber diskursanalytischen Studien zu entgegnen und deren Sinnhaftigkeit und Relevanz zu zeigen.«
Stephanie Garling, PERIPHERIE, 11 (2013)
Besprochen in:

Das Argument, 302 (2013)

Humangeographie, Politikwissenschaft, Romanistik, Linguistik

Print 29,80 €

03/2013, 272 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1232-5

Artikel-Nr.: 1232

-1232-5: Glasze, Politische Räume

Die diskursive Konstitution eines »geokulturellen Raums« – die Frankophonie

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 3,69 MB
03/2014, 272 Seiten
ISBN 978-3-8394-1232-9

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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