Autoreninterview

... mit Jörgen Schäfer und Peter Gendolla

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil wir in einer Zeit tiefgreifender kultureller, sozialer und ökonomischer Umbrüche leben, an... >>>
... mit Jörgen Schäfer und Peter Gendolla

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil wir in einer Zeit tiefgreifender kultureller, sozialer und ökonomischer Umbrüche leben, an denen die ›digitalen‹ Medien einen großen Anteil haben: Von aktuellen digitalen Literaturprojekten werden diese Entwicklungen aus vielen Perspektiven kunstvoll reflektiert und dadurch erst in ihrer ganzen Virulenz wahrnehmbar.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
›Elektronische‹ Literatur bringt die aktuelle literarische Bewegung aus dem zweidimensionalen ›Flachland‹ des Buchs in die dreidimensionalen, rechnergestützten und vernetzten Räume unserer Medienwelt. Die Beiträge unseres Buches befassen sich daher nicht nur mit ›elektronischer‹ Literatur, die auf den üblichen Monitoren rezipiert wird und an der man sich mit Tastatur und Maus interaktiv beteiligen kann. Vielmehr thematisieren sie literarische Installationen ebenso wie sog. Locative Narratives, also Narrationen, die mobile Technologien einsetzen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Literaturtheorie befasst sich immer noch vorwiegend mit in Büchern gedruckter Literatur, sie ignoriert die ungemein vielfältige Szene jener Literatur, die bereits alle Möglichkeiten der neuesten global vernetzten Medien benutzt und transparent macht. Unser Buch dokumentiert umfassend den internationalen Stand der Diskussion.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Literaturlehrerinnen und Lehrern sowie mit Kolleginnen und Kollegen, die noch immer leugnen, dass Literatur nicht notwendigerweise zwischen zwei Buchdeckeln daherkommen muss.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Vom Leben der Lettern jenseits der Bücher. <<<


Jörgen Schäfer / Peter Gendolla (eds.)

Beyond the Screen

Transformations of Literary Structures, Interfaces and Genres

While literature in computer-based and networked media has so far been experienced by looking at the computer screen and by using keyboard and mouse, nowadays human-machine interactions are organized by considerably more complex interfaces. Consequently, this book focuses on literary processes in interactive installations, locative narratives and immersive environments, in which active engagement and bodily interaction is required from the reader to perceive the literary text. The contributions from internationally renowned scholars analyze how literary structures, interfaces and genres change, and how transitory aesthetic experiences can be documented, archived and edited.


 

Jörgen Schäfer (Dr. phil.) is a Postdoctoral Research Fellow at the Research Center »Media Upheavals« at the University of Siegen.
Peter Gendolla (Prof. Dr. phil.) is Professor of Literature, Art, New Media and Technologies and Director of the Research Center »Media Upheavals« at the University of Siegen.

Homepage:
www.litnet.uni-siegen.de

Literary Studies, Media Studies, Cultural Studies, Arts, Art History, Applied Computer Sciences, Education

02/2010, 568 Seiten,
kart.
ISBN 978-3-8376-1258-5

Artikel-Nr.: 1258

-1258-5: Schäfer/Gendolla (eds.), Beyond the

Transformations of Literary Structures, Interfaces and Genres

 

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