Interview

... mit Christopher Coenen, Stefan Gammel, Reinhard Heil und Andreas Woyke

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch leistet eine geschichtliche und... >>>
... mit Christopher Coenen, Stefan Gammel, Reinhard Heil und Andreas Woyke

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch leistet eine geschichtliche und philosophische Einbettung von Human Enhancement, entgegen bestehender Einseitigkeiten. Hierzu werden historische Wissenschafts- und Technikvisionen betrachtet, wissenschaftliche und literarische Entwürfe zur zukünftigen Entwicklung beleuchtet und wichtige philosophische und kulturelle Aspekte thematisiert. Dadurch werden auch neue Perspektiven hinsichtlich der Positionen, Hoffnungen und Ängste erschlossen, von denen die aktuelle Debatte geprägt wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es geht vor allem um Ansätze für eine differenziertere Auseinandersetzung mit Human Enhancement: 1. Der moderne Transhumanismus wird in seiner Abhängigkeit von Positionen aus den 1920er und 1930er Jahren gezeigt. 2. Größere historische Zusammenhänge werden für eine Klärung zentraler Motive erschlossen. 3. Literarische Kontexte werden für eine Kritik an Verbesserungsvorstellungen fruchtbar gemacht. 4. Im näheren Blick auf aktuelle Tendenzen wird für eine Weitung der Perspektiven plädiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Human Enhancement wird mittlerweile von verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen sowie interdisziplinär intensiv untersucht, wobei allerdings bestimmte Fokussierungen – vor allem auf ethische Fragen, auf bestimmte Technologiefelder oder auf politische Regularien – im Vordergrund stehen. In diesem Buch wird die Thematik in größere historische, ethische und philosophische Kontexte eingeordnet, was bestehende Fokussierungen relativieren und neue Einsichten ermöglichen kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Interessante Gesprächspartner wären sowohl Vertreter ›extremaler‹ Standpunkte – Transhumanisten oder konservative Ethiker – als auch Vertreter ›liberaler‹ Standpunkte wie Dieter Birnbacher, Bernward Gesang und Edgar Dahl. Zudem dürfte sich ein Austausch mit all jenen als fruchtbar erweisen, die bspw. historisch, literaturwissenschaftlich, soziologisch, philosophisch oder theologisch mit ähnlichem Erkenntnisinteresse zu den in diesem Buch behandelten Zeiträumen, Personen und Themen forschen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch beleuchtet historische und kulturelle Hintergründe sowie grundlegende, aber oft ignorierte philosophische Aspekte von Human Enhancement. <<<


Christopher Coenen / Stefan Gammel / Reinhard Heil / Andreas Woyke (Hg.)

Die Debatte über »Human Enhancement«

Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen

»Human Enhancement«, die technologische und pharmakologische Steigerung menschlicher Fähigkeiten, ist aktuell Gegenstand vielschichtiger ethischer und politischer Debatten. In diesem Buch werden häufig ausgeblendete geschichtliche Hintergründe und philosophische Aspekte der Thematik behandelt, so zum Beispiel die Utopiekritik Dostojewskis, die Zukunftsprognosen von H.G. Wells und J.B.S. Haldane sowie gegenwärtige »transhumanistische« Visionen im Blick auf die Romane von Michel Houellebecq. Auch andere literarische Auseinandersetzungen mit einer »Verbesserung des Menschen«, wie die von D.H. Lawrence, und verschiedene Ansätze einer ethischen Bewertung werden diskutiert.


 

Christopher Coenen (Dipl.-Pol.) arbeitet am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Karlsruher Instituts für Technologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Technikfolgenabschätzung und Ideengeschichte.
Stefan Gammel (M.A.) ist Projektmitarbeiter am Philosophischen Institut der TU Darmstadt und Mitglied des dort angesiedelten nanobüros. Seine Forschungsschwerpunkte sind Ethik, Technikphilosophie und Utopieforschung.
Reinhard Heil (M.A.) ist Philosoph und Mitglied des nanobüros. Seine Forschungsschwerpunkte sind Transhumanismus, Social Relations of Science Movement sowie Politische Philosophie.
Andreas Woyke (Dr. päd.) lehrt Philosophie an der TU Darmstadt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Natur-, Wissenschafts- und Technikphilosophie sowie Ideengeschichte.

»Ein anregendes Buch mit innovativen Beiträgen, die die Debatte in bisher nicht gesehene Kontexte stellen und dadurch eine vertiefte und differenzierte Wahrnehmung für das visionierte und gewünschte Bild vom Menschen schaffen.«
Elisabeth Gräb-Schmidt, Theologische Literaturzeitung, 137/2 (2012)
Besprochen in:

Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG), 11 (2010), Richard Saage
www.librinetz.de, 13.12.2010, Melanie Grundmann
Konturen, 1 (2011)

Philosophie, Soziologie, Geschichte, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft

Print 31,80 €

07/2010, 334 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1290-5

Artikel-Nr.: 1290

-1290-5: Coenen et al. (Hg.), Die Debatte über

Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen

 

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E-Book 30,99 €

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07/2015, 334 Seiten
ISBN 978-3-8394-1290-9

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