Interview

... mit Volker Gottowik

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
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... mit Volker Gottowik

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Da die Welt der Bücher und des Wissens nicht dem Diktat der Nützlichkeit unterworfen werden darf, hat natürlich auch dieses Buch seine Daseinsberechtigung. Mit anderen Worten: Vielleicht brauchen nur wenige dieses Buch, doch für viele wäre es gut, es zu kennen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch zeigt auf, warum Bali und die indonesische Inselwelt als das letzte Paradies auf Erden gelten. Es verweist auf die besondere Rolle, die einzelne Personen (Victor von Plessen, Walter Spies, Margaret Mead etc.) und bestimme Medien (Film, Photographie, Musik und Tanz) auf die ethnographische Vorstellungsbildung genommen haben. Indem es Vorstellungen vom letzten Paradies historisch herleitet, verdeutlich es zugleich, warum diese Vorstellungen bis heute wirksam geblieben sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Band umfasst bislang unveröffentlichte historische Dokumente (Auszüge aus Briefwechseln und Reisetagebüchern), die nicht nur die indonesische Inselwelt, sondern auch die »Ethnographen des letzten Paradieses« in einem anderen Licht erscheinen lassen. Es wird deutlich, welchen Einfluss vor allem Walter Spies auf die traditionelle balinesische Kultur genommen hat, aber auch, wie sich unter dem Eindruck dieser Kultur vor allem Musik und Tanz im Westen verändert haben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit denen, von denen das Buch handelt: mit Baron Victor von Plessen und Walter Spies.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein ethnographisches Lesebuch über die indonesische Inselwelt, wie sie dokumentiert und imaginiert wurde. <<<


Volker Gottowik (Hg.)

Die Ethnographen des letzten Paradieses

Victor von Plessen und Walter Spies in Indonesien

Die indonesische Inselwelt gilt als das letzte Paradies auf Erden. Dieser Band handelt von den Personen, die es besucht und beschrieben haben. Es geht um Schriftsteller, Maler, Musiker und andere Lebenskünstler, die seit den 1920er Jahren nach Indonesien aufgebrochen sind. Sie alle haben versucht, dieses Paradies vor seinem endgültigen Verschwinden zu dokumentieren: in Filmen, Fotos, Reisetagebüchern, ethnographischen Beschreibungen etc.
Dieser Band zeigt, dass die Dokumente, die diese Ethnographen des letzten Paradieses hinterlassen haben, nicht auf einen Garten Eden verweisen, sondern auf die Sehnsucht nach einer gelebten Utopie.
Mit einer Musik-CD von Steffen Schleiermacher.


 
Autorenbild Gottowik, Volker;(Hg.)

Volker Gottowik (Dr. habil.) ist Privatdozent am Institut für Ethnologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seine regionalen Forschungsschwerpunkte sind Südostasien, Westafrika und Äthiopien. Er interessiert sich vor allem für transkulturelle Prozesse und ihre Bearbeitung in traditionellen und modernen Medien.

»Ein wichtiges Buch zu Victor Baron von Plessen und Walter Spies liegt vor.«
Wolfgang Marschall, Anthropos, 106 (2011)
»Die Auseinandersetzung über das Wirken und die Wirkungen der ethnografischen Forschung für die Adressaten und Adapten lässt sich sowohl mentalitätsbestimmt und ideologiekritisch als auch transkulturell und empathisch führen. Dass diese Zugangsweisen und Imponderabilien keine Gegensätze sein müssen, sondern sich wissenschaftlich interdisziplinär, zumindest aber kooperativ gestalten können, zeigt der Sammelband ›Die Ethnographen des letzten Paradieses‹.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 19.01.2011
Besprochen in:

Natur- und Landeskunde, 7-9 (2013), Armin Püttger-den Conradt

Ethnologie, Geschichte, Theater-, Film- und Medienwissenschaften

Print 36,80 €

11/2010, 364 Seiten, kart., zahlr. Abb. und eine Musik-CD
ISBN 978-3-8376-1332-2

Artikel-Nr.: 1332

-1332-2: Gottowik (Hg.), Die Ethnographen

Victor von Plessen und Walter Spies in Indonesien

 

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