Autoreninterview

... mit Stephan S. W. Müller

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Ob die Welt es braucht, will ich nicht beurteilen. Ganz gewiss braucht jedoch jeglicher... >>>
... mit Stephan S. W. Müller

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Ob die Welt es braucht, will ich nicht beurteilen. Ganz gewiss braucht jedoch jeglicher Diskurs über soziale Evolution dieses Buch, denn ob eine solche Theorie überhaupt plausibel aufgestellt werden kann, ist zuvor noch nicht en detail geklärt worden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Tatsächlich schließt es zuerst einmal die Perspektive aus, allzu sorglos die darwinistische Evolutionstheorie als Vorlage für die Erklärung sozialen Wandels verwenden zu können, indem klare Anforderungen an einen jeden Theorieentwurf gestellt werden. Das sind Anforderungen, die sich aus dem Darwinismus selbst ergeben und über die viel zu oft hinweggegangen wird.
Eröffnet wird hingegen die Perspektive, eine sinnvolle Theorie sozialen Wandels entwickeln zu können, die nicht mehr davon getrieben ist, unbedingt eine Evolutionstheorie sein zu müssen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Sozialen Wandel evolutionstheoretisch zu erklären ist beliebt und wohlfeil. Allerdings wurde dabei bisher viel zu wenig das beachtet, wovon ich in meinem Buch ausgehe und was ich an etlichen Theorien und Theorieentwürfen aufgezeigt habe: Entweder versucht eine Theorie sozialer Evolution analogisierend darwinistische Mechanismen im Sozialen zu etablieren und verfehlt dabei ihren Erklärungsgegenstand. Oder sie versucht, sich an ihn anzupassen und verliert dabei ihren darwinistischen Charakter. Diesem Dilemma kann sie nicht entkommen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit jedem, der sich für soziologische Theorie begeistern kann.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Nicht alles ist Evolution, was so genannt wird. <<<


Stephan S. W. Müller

Theorien sozialer Evolution

Zur Plausibilität darwinistischer Erklärungen sozialen Wandels

Wandel ist in der modernen Gesellschaft allgegenwärtig – und fast scheint es, als sei die einzige noch auszumachende Konstante der Wandel selbst. Kann man diesen sozialen Wandel mit Darwin erklären? Theorien sozialer Evolution versuchen genau dies, indem sie den Darwinismus auf das Soziale anwenden.
Stephan S. W. Müller befragt wichtige Theorien und Ansätze: Gelingt es ihnen, einen Wandlungsprozess im Sozialen plausibel zu verorten, dessen Grundprinzipien denen der natürlichen Evolution gleichen, oder müssen sie an der Andersartigkeit des Sozialen gegenüber dem Biologischen scheitern?


 

Stephan S. W. Müller (Dr. phil.) lebt und arbeitet in Berlin.

»Zurzeit ist keine überzeugende Theorie sozialer Evolution auf dem Markt [...]. Nach Stephan Müller wird das auch so bleiben.«
Manuela Lenzen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2011
»Die Stärke des Buches [...] besteht in der sachkundigen, gedankenreichen und logisch konsistenten Analyse und Kritik der von Müller untersuchten Konzeptionen sozialer Evolution.«
Rolf Löther, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG), 10 (2010)
Besprochen in:

www.socialnet.de, 09.09.2010, Andreas G. Franke
Anthropos, 107 (2012), Christoph Antweiler

Soziologie, Sozialwissenschaften, Politologie, Wissenschaftsforschung

Print 31,80 €

02/2010, 292 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1342-1

Artikel-Nr.: 1342

-1342-1: Müller, Theorien sozialer Evolution

Zur Plausibilität darwinistischer Erklärungen sozialen Wandels

 

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07/2015, 292 Seiten
ISBN 978-3-8394-1342-5

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