Lars Blunck (Hg.)

Die fotografische Wirklichkeit

Inszenierung – Fiktion – Narration

Wie verhalten sich Fotografie und Wirklichkeit zueinander? Eine landläufige Annahme verleitet dazu, Fotos bloß als indexikalische Lichtspuren einer bildvorgängigen Wirklichkeit – als »Abbilder« der Wirklichkeit – zu begreifen. Dabei geraten die spezifischen Produktions-, Gebrauchs- und Wirkungsweisen von Fotografie aus dem Blick. So zeigen sich im weiten Feld des Fotografischen Phänomene, für deren Erfassung Fotogeschichte und -theorie bislang kein hinreichendes Instrumentarium entwickelt haben.

Die Beiträger_innen dieses Bandes beleuchten anhand anschaulicher Fallbeispiele Aspekte der Inszenierung, Fiktion und Narration, die für die Konstitution von Wirklichkeit in und durch Fotografie zentral erscheinen, und prüfen erstmals umfassend deren Tragfähigkeit und Anwendbarkeit.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. INHALT

    Seiten 5 - 8
  3. Fotografische Wirklichkeiten

    Seiten 9 - 36
  4. Was ist ?inszenierte Fotografie?? Eine Begriffsbestimmung

    Seiten 37 - 52
  5. ?Inszenierte Fotografie?, ?Inszenierende Fotografie? und ?Fotografierte Inszenierung? - am Beispiel von Schauanordnungen für lebende und tote Tiere

    Seiten 53 - 70
  6. Im Spannungsfeld von Dokumentation und Inszenierung. Fotografie in installationsbezogenen Künstlerbüchern

    Seiten 71 - 86
  7. Bilder, die nichts zeigen. Inszenierter Krieg in der künstlerischen Fotografie

    Seiten 87 - 104
  8. Binnenschauplätze. Einige Anmerkungen zu Theater und Fotografie

    Seiten 105 - 116
  9. Inszeniertes Selbst? Der Fall Samuel Fosso

    Seiten 117 - 128
  10. In Oszillation zwischen Authentizität und Fiktion. Zur Fotokunst von Nan Goldin

    Seiten 129 - 142
  11. Fotografie und Fiktionalität

    Seiten 143 - 158
  12. Bayards Leichnam. Zu einem Exemplum des fotografischen ?Als-ob?

    Seiten 159 - 172
  13. Da tut sich was! Überlegungen zur Semiotik narrativer Fotografien

    Seiten 173 - 190
  14. Narreme, Unbestimmtheitsstellen, Stimuli - Erzählen im fotografischen Einzelbild

    Seiten 191 - 206
  15. Komposition, Suggestion, Imagination: Henry Peach Robinsons Fading Away

    Seiten 207 - 226
  16. Die Aneignung der Orientmalerei. Europäische Atelierfotografie in Nordafrika im 19. Jahrhundert

    Seiten 227 - 238
  17. Flora und Köchin. Inszenierte Fotografien aus Berlin um 1860

    Seiten 239 - 254
  18. Schiffbruch mit Erzähler. Bemerkungen zum Verhältnis von Fotografie und Erzählung bei Jean Le Gac

    Seiten 255 - 266
  19. ABBILDUNGSVERZEICHNIS UND BILDNACHWEIS

    Seiten 267 - 272
  20. AUTORINNEN UND AUTOREN

    Seiten 273 - 276
  21. Backmatter

    Seiten 277 - 280
Mehr
29,80 € *

2010-08-16, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1369-8

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Lars Blunck

Lars Blunck, Technische Universität Berlin, Deutschland

... mit Lars Blunck

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es die Fototheorie und Fotogeschichte, welche bislang vom Theorem der Indexikalität (also von der Auffassung eines Fotos als Spur von etwas Vergangenem) geprägt sind, endlich um den Aspekt der genuinen Bildlichkeit, also der Ikonizität von Fotografie bereichert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ganz klar: Perspektiven auf das Verhältnis der bildvorgängigen Wirklichkeit zur Wirklichkeit im Bild. Es macht deutlich, wie sehr die fotografische Wirklichkeit vom Blick ihres Betrachters abhängig ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zum einen wird hier erstmals der ubiquitäre Begriff der Inszenierten Fotografie einer kritischen Revision unterzogen – und dies jenseits oberflächlicher Topoi. Zum anderen werden fiktionstheoretische Überlegungen, wie wir sie gegenwärtig insbesondere in den Medienwissenschaften und der Philosophie finden, endlich auch für das Medium Fotografie angestellt. Und nicht zuletzt wird überprüft, ob und inwieweit sich die kunsthistorische Narrationsforschung auf die Fotografie ausweiten lässt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Keine Frage: mit Roland Barthes, wenngleich wir uns sicherlich reichlich missverstehen würden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Sammelband mit anregenden und streitbaren Beiträgen zur ›fotografischen Wirklichkeit‹.

»Man darf gespannt darauf sein, ob sich narratologische Überlegungen zunehmend von ihrer sprachorientierten Zielrichtung lösen können, um schließlich das visuelle ›Erzählen‹ und dessen Bedingungen besser zu begreifen. Der Band jedenfalls bietet Ansatzpunkte für diese Diskussion [...].«
Jens Jäger, Das Historisch-Politische Buch, 3/60 (2012)
»Der Herausgeber [...] legt mit diesem Sammelband einen wichtigen experimentell explorativen Beitrag zur Funktionsweise dreier Schüsselbegriffe (Inszenierung, Fiktion, Narration) vor.«
Wolfgang Schlott, MEDIENwissenschaft, 3 (2011)
Besprochen in:

www.kunstforum.com, 04.01.2011, Alexandra Matzner
Autor_in(nen)
Lars Blunck (Hg.)
Buchtitel
Die fotografische Wirklichkeit Inszenierung – Fiktion – Narration
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1369-8
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD AJ ABA
BISAC-Code
PHO005000 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
JBCT AJ ABA
Erscheinungsdatum
2010-08-16
Auflage
1
Themen
Fotografie, Bild
Adressaten
Bildwissenschaft, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften, Visual Studies
Schlagworte
Fotografie, Kunst, Medien, Visuelle Kultur, Fototheorie, Bild, Bildwissenschaft, Medientheorie, Kunstwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung