Autoreninterview

... mit Susanne Schindler und Axel Sowa

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihre Publikation nicht zu?
Im deutschsprachigen Raum fehlte bislang eine Architekturzeitschrift, die... >>>
... mit Susanne Schindler und Axel Sowa

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihre Publikation nicht zu?
Im deutschsprachigen Raum fehlte bislang eine Architekturzeitschrift, die sich den Spielregeln des wissenschaftlichen Veröffentlichens stellt. ›Candide‹ füllt diese Lücke. Jeder Beitrag für ›Candide‹ wird im Rahmen eines anonymisierten Gutachterverfahrens zur Veröffentlichung ausgewählt. In seiner Zweisprachigkeit befördert die Zeitschrift außerdem den internationalen Austausch von Forschungsergebnissen und entspricht der wachsenden Nachfrage nach wissenschaftlichen Journalen im Bereich der Architektur.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihre Publikation?
›Candide‹ bietet Raum für Antworten auf die Frage, wie architektonisches Wissen gewonnen und weitergegeben wird. Die Heterogenität des Wissensfeldes verlangt nach einer Vielfalt von Genres und Formen, damit Architektur, ihr Umfeld und ihre Nutzung angemessen und umfassend beschrieben und analysiert werden können. In jeder Ausgabe stehen den Autorinnen und Autoren deshalb fünf, als fortlaufende Calls gedachte Rubriken zu Verfügung: Essay, Analyse, Projekt, Begegnung und Fiktion.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Orte der Wissensproduktion in der Architektur umfassen nicht nur Hochschulen, sondern ebenso ausführende Büros. Wie lässt sich das in diesen unterschiedlichen Orten generierte Wissen fassen und zusammenführen? In der Überbrückung von Theorie und Praxis, Hochschule und Büro liegt ein zentrales Anliegen von ›Candide‹ Somit richtet sich die Zeitschrift sowohl an Personen, die an Universitäten oder Forschungseinrichtungen arbeiten, aber ebenso an praktizierende Architektinnen und Architekten, die sich reflektierend mit ihrer Arbeit auseinandersetzen.

4. Mit wem würden Sie Ihre Publikation am liebsten diskutieren?
Mit den Mitgliedern unseres Beirats. Vielleicht scheint es naheliegend, aber genau dafür haben wir sie zusammengeholt: Sie sind kritisch, präzise in ihren Äußerungen und in einer Bandbreite von Disziplinen geschult.

5. Ihre Publikation in einem Satz:
Eine zweisprachige, wissenschaftliche Zeitschrift mit dem Schwerpunkt auf den Schnittstellen von Forschung, Praxis und Vermittlungsformen in der Architektur. <<<


Axel Sowa / Susanne Schindler (Hg.)

Candide. Journal for Architectural Knowledge Heft 1

Candide. Journal for Architectural Knowledge ist ein neues internationales, wissenschaftliches Forum für Architekten, Planer, Ingenieure, Sozialwissenschaftler, Ethnologen und Geographen. »Candide« veröffentlicht zweimal jährlich in englischer und deutscher Sprache Forschungsergebnisse aus dem umfangreichen Feld der Architektur und des Bauens. Damit entspricht »Candide« der großen internationalen Nachfrage nach einem Medium, das in der Lage ist, die spezifische Wissenskultur der Architektur zu pflegen und zu befördern. Jede Ausgabe von »Candide« gliedert sich in die fünf Rubriken Essay, Analyse, Projekt, Begegnung und Fiktion. Diese sollen dazu anregen, sich der Architektur auf beobachtende, analytische, kritische oder narrative Weise zu nähern. Die Auswahl der Beiträge erfolgt im Rahmen eines anonymisierten Gutachterverfahrens.

In Candide Nr. 1 finden Sie folgende Beiträge:

Essay /
Bernhard Cache, De Architectura – Zum Inhaltsverzeichnis der Zehn Bücher über Architektur
In seiner eingehenden Lektüre von De Architectura erhellt Cache die enzyklopädischen und ingenieurwissenschaftlichen Hintergründe von Vitruvs Traktat.

Begegnung /
Axel Kilian und Arnold Walz, Wissen als Programm
Walz und Kilian erörtern Grenzen und Möglichkeiten des Skriptens in der Architektur.

Fiktion /
Ulrich Pantle, Bei uns in der Stadt
Pantle sieht in der fiktiven Darstellung von Architektur in deutschen Fibeln eine Ursache für unsere Haltung zur Stadt.

Projekt /
Wilfried Kuehn, Modell und Ereignis
Kuehn dokumentiert die Leitgedanken zum prämierten und viel diskutierten Neubauentwurf des Berliner Schlosses.

Analyse /
Robert Gassner, Familienbild mit Haus
Gassner verbindet ethnologische und architektonische Theorien in der Betrachtung eines dänischen Einfamilienhauses der 1930er Jahre.


 
Autorenbild Sowa, Axel;Schindler, Susanne;(Hg.)

Axel Sowa (Univ. Prof. Dipl.-Ing.) leitet seit Oktober 2007 das Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie an der RWTH Aachen. Vor seiner Berufung war er knapp sieben Jahre Chefredakteur von »L'Architecture d'Aujourd'hui«. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Theorie der Imitation und die frühe Entwicklung von industriell gefertigten Baukomponenten.
Susanne Schindler (Dipl.-Ing.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie an der RWTH Aachen. Zuvor war sie Redakteurin der Zeitschrift ARCH+ und praktizierende Architektin in Boston, USA. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Untersuchung zeitgenössischer urbaner Siedlungsstrukturen.

Homepage:
www.candidejournal.net

»Der theoretische Anspruch [...] wird über ein anonymes Peer-Review-Verfahren gesichert, über welches sich die Autoren mit ihren noch unveröffentlichen Texten einem international besetzten wissenschaftlichen Beirat stellen müssen.
Die Lektüre der ersten Ausgabe gibt dem oben skizzierten Verfahren recht; jedenfalls, was die Qualität der Einzelbeiträge angeht, die sowohl inhaltlich relevant erscheinen, sprachlich überzeugen, hohe Ansprüche bei der jeweiligen Illustration offenbaren, und schlicht auch unterhaltend sind.«
Deutsche Bauzeitschrift online, 22.09.2010
»Das Ergebnis meines Selbstversuchs mit der ersten Ausgabe von Candide: [Ü]ber ein Abo ernsthaft nachgedacht.
›Architectural Knowledge‹ gerät hier offensichtlich in gute Hände.«
Nils Ballhausen, Bauwelt, 14 (2010)
»Die erste Ausgabe überzeugt mit inspirierenden, kenntnisreichen und kurzweiligen Beiträgen.«
werk, bauen + wohnen, 4 (2010)
»Das Lesen macht [...] Spaß: Die Inhalte füllen tatsächlich Lücken, das kleine Format und die Zweisprachigkeit begrenzen die Länge auf gut ›zwischendurch‹ lesbare Artikel, Sprache und Aufbereitung der Beiträge sind trotz wissenschaftlichem Anspruch und Hintergrund gebrauchstauglich. Und das Schönste: Auch praktizierende Architekten können hier über Theorien hinter ihren Projekten schreiben.«
Deutsche Bauzeitung, 4 (2010)
»Mit der überschaubaren Anzahl von Beiträgen und der anregenden Themenvielfalt scheint ein Format gefunden, das es nicht nur eingefleischten Theoretikern leicht machen kann, sich der Architekturtheorie zu stellen.«
www.german-architects.com, 11.03.2010
Besprochen in:
http://shrapnelcontemporary.wordpress.com, 09.04.2010
DETAIL, 5 (2010), Roland Pawlitschko
http://architektura.muratorplus.pl, 2 (2011), Lidia Klein

Architektur, Ethnographie, Geographie, Kunst, Stadtplanung

Print 17,00 €

12/2009, 172 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1373-5

Artikel-Nr.: 1373

-1373-5: Sowa/Schindler (Hg.), Candide 1

 

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