Unorte

Spielarten einer verlorenen Verortung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven
(unter Mitarbeit von Simone Leidinger und Sarah Wendel)

Seit mehreren Jahren haben sich Raumtheorien als produktive Katalysatoren kulturwissenschaftlicher Untersuchungen bewiesen. Offen blieb dabei bisher, was die Negation des Räumlichen – ein ›Unort‹ – in kulturwissenschaftlichen Kontexten zu leisten imstande ist.

Die Beiträge dieses Bandes bieten eine nach Michel Foucault, Michel de Certeau und Marc Augé erarbeitete theoretische Auffächerung des Begriffs und erproben sie an Objekten aus verschiedenen Disziplinen.

34,80 € *

2010-10-22, 382 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1406-0

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Matthias Däumer

Matthias Däumer, Universität Wien, Österreich

Annette Gerok-Reiter

Annette Gerok-Reiter, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Friedemann Kreuder

Friedemann Kreuder, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

... mit Matthias Däumer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wäre die Raumtheorie ein rein abstraktes Unterfangen, müsste sich das Buch diesen Vorwurf aufgrund einer selbstbezüglichen Theorieverliebtheit gefallen lassen. Doch die Mechanismen, mit denen Menschen ›Orte‹ zu ›Räumen‹ machen, die Handlungen, die eine bloß physikalische ›Umgebung‹ zu unserer ›Lebenswelt‹ machen, sind omnipräsent, betreffen alltäglichste Verrichtungen und gehören zu den elementaren Vorgängen kultureller Produktion und Rezeption.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es gibt schon seit längerem, besonders seit den 1960er Jahren, Bemühungen, das Erschließen von Räumen wissenschaftlich zu beschreiben. Der Begriff des ›Unorts‹ wurde dabei bisher nicht bedacht und das, obwohl er in vielfachen Bedeutungen in unserem Sprachgebrauch auftaucht und diverse Assoziationen in sich birgt. Aus der Betrachtung der Negation wollen wir rückwirkend neue Erkenntnisse über ›Ort‹ und ›Raum‹ gewinnen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der so genannte ›spatial turn‹ gehörte bei kulturellen und soziologischen Analysen zu den wissenschaftlich besonders zentralen Themen der vergangenen Jahre. Die räumliche Betrachtung erwies sich als besonders ertragreiche Perspektive für kulturwissenschaftliche Analysen von Literatur, Film, bildnerischen Künsten und allen performativen Künsten. Dennoch wurde der Raumtheorie oftmals das Label ›Mode‹ verpasst. Man unterstellte ihr implizit eine nur kurze Haltbarkeit. Die ›Unorte‹ verstehen sich als ein Projekt, das den Modecharakter des ›spatial turns‹ negiert, um einerseits neue Facette aufzuzeigen und andererseits Anstoß zur Weiterführung zu geben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Da sich die Kontaktierung der beiden Haupttheoriegeber dieses Bandes, Michel Foucault und Michel de Certeau, als schwierig erweisen könnte, soll die Diskussionsbereitschaft ohne konkrete Namensnennung auf all die ausgeweitet sein, die den ›Raum‹ als zentralen Fokus ihrer Betrachtungen verwenden und gewillt sind, den spatial turn noch um ein paar Windungen weiter zu drehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Für wen die Betrachtung des Ortes Sinn ergibt, sollte die des Unorts nicht unsinnig sein.

Besprochen in:

www.nextroom.at, 12(2010)
Stadt und Raum, 2 (2011)
KULT_online, 27 (2011), Thomas Edeling
Stadt und Raum, 2 (2012)
Buchtitel
Unorte Spielarten einer verlorenen Verortung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven
(unter Mitarbeit von Simone Leidinger und Sarah Wendel)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
382
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1406-0
DOI
10.14361/transcript.9783839414064
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFC JHB RGC
BISAC-Code
HIS054000 SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
NHTB JBCC JHB RGC
Erscheinungsdatum
2010-10-22
Auflage
1
Themen
Kultur, Raum
Adressaten
Theaterwissenschaft, Mediävistik, Kunstwissenschaft, Filmwissenschaft, Klassische Philologie
Schlagworte
Raumtheorie, Heterotopie, Nicht-Orte, Foucault, De Certeau, Augé, Raum, Kultur, Kulturgeschichte, Kulturtheorie, Kulturwissenschaft

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