Autoreninterview

... mit Elli Scambor

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil hier neue Wege aufgezeigt werden, was Interdisziplinarität bedeuten kann, wenn sie ernst genommen... >>>
... mit Elli Scambor

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil hier neue Wege aufgezeigt werden, was Interdisziplinarität bedeuten kann, wenn sie ernst genommen wird. Ausgangspunkt dieses Buchs ist das Sozialforschungs- und Medienkunstprojekt ›Intersectional Map‹. Im Buch werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie komplexe soziale Wirklichkeiten wie bspw. die Stadtnutzung durch interaktive Prozesse fassbar gemacht werden können. Auf dieser Basis diskutieren Autor/-innen aus verschiedenen Disziplinen in ihren Beiträgen den intersektionalen Fokus auf Stadträume.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Carol Hagemann-White verweist im Vorwort darauf, dass mit diesem Buch ›ein frischer Zugang zur Intersektionalität‹ erschlossen wird, der künftige Diskussionen im Bereich der Intersektionalitätsforschung beflügeln kann. Basis dieses ›frischen Zugangs‹ ist dabei u.a. das Potenzial, das der disziplinübergreifenden Arbeit, insbesondere der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Kunst, innewohnt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Intersektionalität als Analyseperspektive, in der die Verschränkung sozialer Kategorien und die zugrunde liegenden Ungleichheitsstrukturen thematisiert werden, ist mittlerweile zu einem unverzichtbaren Konzept in den Gender Studies geworden. In der konkreten Forschungspraxis erweist es sich aber oft als schwierig, die Forderung nach Einbeziehung mehrerer Ungleichheitsdimensionen einzulösen. Ähnlich verhält es sich mit Interdisziplinarität. Wir versuchen in diesem Buch, beiden Konzepten gerecht zu werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Das Buch ist eine Anthologie, die ich am liebsten gemeinsam mit Vertreter/-innen aus den Gender Studies, der Medienkunst sowie der Stadtraumforschung und Architektur diskutieren würde. Werner Jauk nimmt im Buch darauf Bezug, dass die Wissenschaft ›selbstverliebt‹ auf die eigene Methodik blickt, während sich die Kunst den Freiraum nimmt, die Methode nicht zu artikulieren. Der Diskurs über Potenziale interdisziplinärer Konstellationen kann dem intersektionalen Paradigma sehr gut tun.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Im Buch »Die intersektionelle Stadt« wird gezeigt, wie das intersektionale Paradigma konkret umgesetzt und weiterentwickelt werden kann. <<<


Elli Scambor / Fränk Zimmer (Hg.)

Die intersektionelle Stadt

Geschlechterforschung und Medienkunst an den Achsen der Ungleichheit

Welche Muster sozialer Ungleichheit konstituieren städtischen Raum? Welche Rolle spielen soziale Kategorien wie Geschlecht und Migration dabei? Dieses Buch stellt mit dem Projekt »Intersectional Map« und daran anknüpfenden Beiträgen von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Disziplinen anschaulich dar, wie komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge erfasst und u.a. durch medienkünstlerische Praxis erlebbar gemacht werden können. Die multidisziplinäre Perspektive eröffnet dabei neue Wege der praktischen Umsetzung und Ausgestaltung des intersektionalen Paradigmas.
Mit einem Vorwort von Carol Hagemann-White sowie Beiträgen von Katharina Walgenbach, Dörte Kuhlmann u.v.a.


 
Autorenbild Scambor, Elli;Zimmer, Fränk;(Hg.)

Elli Scambor (Mag.a rer. soc. oec.) ist Geschlechterforscherin im Forschungsbüro der Männerberatung Graz und Lektorin an mehreren Universitäten in Graz.
Fränk Zimmer arbeitet als Medienkünstler und Producer des »ORF musikprotokoll im steirischen herbst«.

Homepage:
Scambor
Zimmer

»[Der Band] regt an, in methodischer, aber auch praktisch-politischer Hinsicht umzudenken und Beteiligungsprozesse, Alltagswirklichkeiten sowie den Zusammenhang zwischen ungleichen Besitz-, Nutzungs- und Verteilungsverhältnissen in Städten zu hinterfragen.«
Karin Cudak, Das Argument, 304 (2013)
Besprochen in:
Umweltjournal.de, 3 (2012)
Fraunhofer IRB, 9 (2012)

Gender Studies, Soziologie, Medienkunst, Architektur, Stadt- und Raumplanung

Print 24,80 €

02/2012, 210 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-1415-2

Artikel-Nr.: 1415

-1415-2: Scambor/Zimmer (Hg.), Intersektionelle

Geschlechterforschung und Medienkunst an den Achsen der Ungleichheit

 

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E-Book 21,99 €

PDF-Download, 2,03 MB
03/2014, 210 Seiten
ISBN 978-3-8394-1415-6

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