Autoreninterview

... mit Peter Fischer

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Es gibt zahlreiche Einführungen oder Grundlegungen zur Phänomenologischen Soziologie, die leider inhaltlich wie sprachlich sehr... >>>
... mit Peter Fischer

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Es gibt zahlreiche Einführungen oder Grundlegungen zur Phänomenologischen Soziologie, die leider inhaltlich wie sprachlich sehr ›sperrig‹ sind und zudem bereits Interpretationen des klassischen Ansatzes darstellen. Kurzum: Es liegt bisher kein Studienbuch zu diesem Thema vor.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Eine Perspektive von der ich glaube, dass Sie für den Studierenden gut nachvollziehbar ist, weil sie an dem ansetzt, was ihm vertraut ist: dem Alltag und der Lebenswelt. Ausgehend vom Subjekt, seinem Leib und Wissen erschließt sich die soziale Welt auf eine besondere Art und Weise. Dass aus dieser Perspektive auch eine ertragreiche Forschung erzielt werden kann, ist ein Erfolg des Ansatzes.

3. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Akzeptiert man die Kritik, dass sich die Soziologie zu weit von den Menschen und ihren Problemen entfernt hat, gewinnt der phänomenologische Ansatz an Bedeutung. Innerhalb des Faches ist derzeit eine stärkere Beschäftigung, vor allem auch von jüngeren Autoren, mit der Phänomenologischen Soziologie zu vermerken. In der Ausbildung wird der Ansatz meist unter dem Stichwort ›klassische Theorien‹ verhandelt. Das Buch betont darüber hinaus die Eigenständigkeit in Theorie und Empirie, die in Vertiefungsseminaren Gehör findet.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Die Aufsätze von Alfred Schütz zum ›Fremden‹, zum ›Heimkehrer‹ und zum ›gut informierten Bürger‹. In: Gesammelte Aufsätze. Bd. 2, Studien zur soziologischen Theorie, Den Haag 1972.
Die kleine Einführung von Heinz Abels in das Feld der interpretativen Theorien der Soziologie: Interaktion, Identität, Präsentation, Opladen 1997.
Sowie das hervorragende Buch der, leider in diesem Jahr verstorbenen, Fuldaer Soziologin Anne Honer: Kleine Leiblichkeiten, Erkundungen in Lebenswelten, Wiesbaden 2011. Hier wird sehr gut aufgezeigt wie das Theorieprogramm der Phänomenologischen Soziologie mit qualitativer Sozialforschung verklammert werden kann. <<<


Peter Fischer

Phänomenologische Soziologie

Die Phänomenologie erfährt in der Soziologie gegenwärtig eine Renaissance. Insbesondere die interpretative Sozialtheorie und die Wissenssoziologie haben die phänomenologische Tradition von Husserl und Schütz aufgenommen und zu einem modernen soziologischen Forschungsprogramm weiterentwickelt, das zum Kernbestand der Lehre in den sozialwissenschaftlichen Studiengängen zählt. Mit diesem Band steht nun die erste kompakte Einführung in dieses Lehr- und Forschungsgebiet zur Verfügung. Sie gibt einen kompakten und didaktisch aufbereiteten Überblick über die wichtigsten klassischen und aktuellen Ansätze in diesem Feld.


 

Peter Fischer (Dr. phil.) lehrt Soziologie am JFK-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Soziologische Theorie, Kultursoziologie und Historische Soziologie.

Studierende und Lehrende der Soziologie und Sozialwissenschaften, insbesondere zu Kultur- und interpretativer Soziologie

Print 12,50 €

10/2012, 144 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1464-0

Artikel-Nr.: 1464

-1464-0: Fischer, Phänomenologische Soziologie

 

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07/2015, 144 Seiten
ISBN 978-3-8394-1464-4

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