Autoreninterview

... mit Sibylle Schmidt und Ramon Voges

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Bücher kann es nie genug geben. Davon abgesehen gelingt es den Beiträgen... >>>
... mit Sibylle Schmidt und Ramon Voges

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Bücher kann es nie genug geben. Davon abgesehen gelingt es den Beiträgen unseres Sammelbandes, das Thema Zeugenschaft in seiner Bedeutung für Fächer wie Philosophie, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Soziologie und Geschichtswissenschaft zu untersuchen. Damit geben wir den einzelnen Disziplinen jeweils wichtige Impulse.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Unser Sammelband zeigt nicht nur, wie man interdisziplinär und produktiv auf einem gemeinsamen Arbeitsfeld arbeiten und gleichzeitig für die einzelnen Wissenschaftsbereiche weiterführende Ergebnisse erzielen kann. Als soziale Wissenspraxis ist das Phänomen der Zeugenschaft maßgeblich daran beteiligt, uns Kenntnisse über die Welt und ihr Funktionieren zu vermitteln. Für alle kulturwissenschaftlichen Disziplinen trifft das zu. Für jede jedoch auf ganz eigene Weise. Das können wir gut mit unseren Beiträgen zeigen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Phänomen der Zeugenschaft spielt nicht nur in der Philosophie eine entscheidende Rolle. Die anderen kulturwissenschaftlichen Disziplinen sind jedoch gerade erst dabei, auf seine zentrale Bedeutung aufmerksam zu werden. Mit unserem Sammelband haben wir nun einen wichtigen Schritt getan, dass seiner Bedeutung Rechnung getragen wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Thukydides oder den Aposteln Thomas und Johannes.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Kluge junge Köpfe reflektieren über das Phänomen der Zeugenschaft als eine Wissenspraxis, die grundlegend für das menschliche Zusammenleben ist. <<<


Sibylle Schmidt / Sybille Krämer / Ramon Voges (Hg.)

Politik der Zeugenschaft

Zur Kritik einer Wissenspraxis

Die Figur des Zeugen, der von einem Ereignis berichtet und es damit anderen zugänglich macht, verkörpert eine fundamentale Wissenspraxis für die menschliche Lebenswelt. Umso erstaunlicher ist es, dass die Philosophie dieses Thema lange Zeit eher eindimensional erörtert hat: Nur die erkenntnistheoretische Frage, ob das durch Zeugen vermittelte Wissen überhaupt wirkliches Wissen sei, schien interessant. Doch ist das Problem des Zeugnisablegens damit erschöpft?
Dieses Buch untersucht Zeugenschaft in systematischer und historischer Perspektive als eine soziale Institution des Wissens. Es leistet dabei erstmals einen Brückenschlag von erkenntnistheoretischen Ansätzen zum Wissens- und Informationscharakter des Zeugnisgebens hin zu medienkritischen Fragen, Überlegungen zur Rolle von Zeugen im öffentlichen Raum sowie zur ethischen und politischen Bedeutung von Überlebenszeugen.


 

Sibylle Schmidt (M.A.) promoviert am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin über Episteme und Ethos der Zeugenschaft.
Sybille Krämer (Prof. Dr. phil.) ist Professorin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Sprachphilosophie, Theorie der Medien und Medialität sowie Philosophie des Bildes und der Schrift.
Ramon Voges (M.A.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit der Universität Paderborn. Seine Forschungsinteressen liegen u.a. im Bereich der Publizistik- und Mediengeschichte sowie der historischen Gewalt- und Konfliktforschung.

»Das Thema Zeugenschaft wird von den verschiedenen Seiten her mit Erfolg angepackt. Für die Denkanstöße kann man dankbar sein.«
Dirk Fleischer, Das Historisch-Politische Buch, 3 (2011)
»Sowohl der Forschung als auch der aktuellen Selbstverständigung kann der vorliegende Band mit seinen Fallstudien Impulse geben. Vor allem verschafft die interdisziplinäre Sammlung von Beiträgen, unter denen die Zugänge der Philosophen quantitativ und programmatisch überwiegen (gefolgt von Historikern sowie Kultur- und Literaturwissenschaftlern) einen Einblick in den aktuellen systematischen Reflexionsstand zu Konzepten und kategorialen Differenzierungen von Zeugenschaft, die es dann genauer umzusetzen gelte.«
Benjamin Herzog, H-Soz-u-Kult, 23.05.2011

Philosophie, Geschichte, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft

Print 32,80 €

01/2011, 358 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1552-4

Artikel-Nr.: 1552

-1552-4: Schmidt et al. (Hg.), Politik der Z.

Zur Kritik einer Wissenspraxis

 

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03/2014, 358 Seiten
ISBN 978-3-8394-1552-8

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