Autoreninterview

... mit Lutz Hieber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wenn von Ästhetisierung des Sozialen die Rede ist, so denkt man in erster Linie, die... >>>
... mit Lutz Hieber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wenn von Ästhetisierung des Sozialen die Rede ist, so denkt man in erster Linie, die Ästhetisierung sei das Resultat spätmoderner Prozesse. Unser Buch zeigt aber, dass die Ästhetisierung des Sozialen eine weit zurückreichende Geschichte hat, die auch stets umkämpft war.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Prozesse der Ästhetisierung des Sozialen sind nicht erst ein Produkt der gegenwärtigen Massenmedien (Fernsehen, Internet), sondern bauen auf Entwicklungen früherer Epochen auf: Man denke etwa an die Bedeutung von Bildern in politischen und religiösen Auseinandersetzungen oder an die Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts. Deshalb richtet sich das Buch explizit an einer historischen Kultursoziologie ästhetischer Praktiken aus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
»Ästhetisierung des Sozialen« ist in vielerlei Hinsicht zentral: Man denke etwa an die nach alltagsästhetischen Stilen ausgerichtete Lebensweise oder die Kultivierung einer Ästhetik der Existenz (Kleidermode, Körperkult, Stile der Wohnungseinrichtungen etc.). Auch Existenzweise und Selbstdefinition religiöser Gruppierungen sind nicht ohne Praktiken der Ästhetisierung zu denken. Schließlich ist eine Ästhetisierung des Sozialen auch im Bereich der Politik zu konstatieren. Angefangen von designten Parteiwerbebroschüren und -plakaten, die gemäß den Prinzipien avancierter Werbeästhetik gestaltet sind, über Protestplakate, bis hin zu Praktiken der medialen Ästhetisierung und Stilisierung von Politikern und Parteitagen. Heute betrifft die Ästhetisierung des Sozialen demnach viele, wenn nicht sogar alle Bereiche der Gesellschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Kunsthistoriker/-innen, Medienwissenschaftler/-innen, Museumskurator/-innen, Feuilletonautor/-innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch, um frühere und aktuelle Prozesse der Ästhetisierung und der visuellen Kultur in den Blick zu bekommen. <<<


Lutz Hieber / Stephan Moebius (Hg.)

Ästhetisierung des Sozialen

Reklame, Kunst und Politik im Zeitalter visueller Medien

Die »Ästhetisierung des Sozialen« gilt als zentrales Kennzeichen der Gesellschaften der Gegenwart und steht im Zusammenhang mit der Verbreitung visueller Medien. All die aktuellen Formen der Ästhetisierung haben jedoch eine lange Geschichte – man denke etwa an die Bedeutung von Bildern in politischen und religiösen Auseinandersetzungen oder an die Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts.
Dieser Band bietet eine vielfältige Analyse der Ästhetisierung des Sozialen im heutigen Zeitalter visueller Medien, die im Sinne einer historischen Kultursoziologie medial-ästhetischer Praktiken weit in die Geschichte zurückreicht.


 

Lutz Hieber ist Professor für Kultursoziologie an der Leibniz Universität Hannover.
Stephan Moebius ist Professor für Soziologische Theorie und Ideengeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz und Vorsitzender der Sektion Kultursoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Homepage:
www.stephanmoebius.de

Besprochen in:

GMK-Newsletter, 1 (2012)
Kunstbulletin, 1-2 (2013)

Soziologie, Geschichte, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Bildwissenschaft, Medienwissenschaft, Cultural Studies

Print 31,80 €

10/2011, 352 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1591-3

Artikel-Nr.: 1591

-1591-3: Hieber/Moebius (Hg.), Ästhetisierung des

Reklame, Kunst und Politik im Zeitalter visueller Medien

 

leider vergriffen

 
 
 

E-Book 30,99 €

PDF-Download, 9,68 MB
03/2014, 352 Seiten
ISBN 978-3-8394-1591-7

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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