Interview

... mit Barbara Gronau

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Nachdenken über energetische Zusammenhänge gehört zu den zentralen Topoi unserer... >>>
... mit Barbara Gronau

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Nachdenken über energetische Zusammenhänge gehört zu den zentralen Topoi unserer globalisierten Welt. Doch
die Frage: ›Was ist Energie?‹ führt in ein Dickicht assoziativer Analogiebildungen (Masse, Kraft, Arbeit, Wirksamkeit, Chi, Lebensgeist, Spannung etc.), in denen sich die verschiedenen Wissensordnungen und Vorstellungsbereiche einer Zeit kreuzen. Der Band versammelt Beiträge aus den Natur-, Kultur- und Kunstwissenschaften und leistet so eine kritische und kontextualisierende Perspektivierung des Begriffs.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Sprechen über Energie ist von Beginn an mit dem Theatralen verknüpft: Das Energetische lässt sich niemals direkt, sondern nur durch verschiedene Szenarien in den Blick nehmen, die das Flüchtige und Immaterielle rahmen und ausstellen. So entstehen Aufführungen zwischen Kunst und Wissenschaft, die von Galvanis zuckenden Froschschenkeln bis zu den medienwirksamen Aufbauten zeitgenössischer Teilchenbeschleuniger reichen. Diese medialen und inszenatorischen Dimensionen der Energie untersuchen die Autoren an Beispielen aus der Technikgeschichte, Körperpolitik und Kunst.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die diskurs- und wissensgeschichtliche Konturierung des Energetischen ist ein Desiderat zeitgenössischer Forschung. Wenn von der lang ersehnten ›Energiewende‹, dem ›Wärmetod‹ der Erde, der ›Ausstrahlung‹ eines Menschen oder der ›Präsenz‹ eines Darstellers die Rede ist, so werden Dimensionen des Energetischen verhandelt, die es kulturhistorisch zu reflektieren gilt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit seinen kritischen Lesern.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Was Energie ist, wissen wir nur aus den Umwandlungsprozessen verschiedener Energieformen. Die Gestaltung dieser Prozesse definiert Kultur. (C. Kassung) <<<


Barbara Gronau (Hg.)

Szenarien der Energie

Zur Ästhetik und Wissenschaft des Immateriellen

Die Frage nach der Energie zielt in den Kern der Kunst- und Kulturwissenschaften. Sie gibt Anlass, Szenarien in den Blick zu nehmen, die das Flüchtige und Immaterielle rahmen und ausstellen. Ausgehend von interdisziplinären Perspektiven auf den Begriff der Energie analysieren die Beiträge in diesem Band Diskurse und Praktiken des Energetischen an der Schnittstelle von Technikgeschichte, Körperpolitik und Kunst. Das Energetische – so die These – ist nicht nur Bedingung, sondern auch Effekt von Inszenierungen, die es entlang der Perspektiven Wahrnehmung, Umwandlung und Übertragung aufzuschlüsseln gilt.


 

Barbara Gronau ist Juniorprofessorin für Theaterwissenschaft am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Künste der Gegenwart, Theorien und Praktiken des Performativen sowie Körper- und Wissensgeschichten des Theaters.

»Der vorliegende Sammelband dürfte die an ästhetischen und koturtheoretischen Fragen Interessierten in vielfältiger Weise zum Nachdenken anregen.«
Peter Domschke, www.amazon.de, 02.01.2016
«Dem Energiebegriff haftet in ästhetischen Diskursen eine derartige Diffusion an, dass seine theoretische Produktivität als Beschreibungskategorie bis dato zweifelhaft und kaum ernst zu nehmen war.
›Szenarien der Energie‹ leistet einen wichtigen Beitrag zur Auflösung dieser frustrierenden Sachlage des geisteswissenschaftlichen Energiediskurses.«
Adam Czirak, www.theaterforschung.de, 17.09.2013

Kulturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kunstwissenschaft, Ästhetik, Physik

Print 29,80 €

12/2012, 246 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1689-7

Artikel-Nr.: 1689

-1689-7: Gronau (Hg.), Szenarien der Energie

Zur Ästhetik und Wissenschaft des Immateriellen

 

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E-Book 26,99 €

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03/2014, 246 Seiten
ISBN 978-3-8394-1689-1

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