Autoreninterview

... mit Sabrina Sahli und Martina Läubli
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die aktuellen medialen Debatten um den Fall mächtiger Männer wie... >>>
... mit Sabrina Sahli und Martina Läubli
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die aktuellen medialen Debatten um den Fall mächtiger Männer wie Strauss-Kahn zeigen deutlich, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Gender-Fragen, zu Männlichkeit(en) genauso wie zu Weiblichkeit(en), dringend nötig ist – und zwar nicht nur ein populäres Hantieren mit Klischees, sondern eine differenzierte wissenschaftliche Auseinandersetzung. Genau dies stellt dieser Band dar: Er bietet eine vielschichtige Sammlung von Perspektiven auf das Thema Männlichkeiten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Unser Buch hat eine kulturwissenschaftliche Ausrichtung und beinhaltet Analysen aus der Literatur- und Filmwissenschaft, Psychoanalyse und Soziologie. Es geht darum, verschiedene Möglichkeiten der ›Gestaltung‹ von Männlichkeit aufzuzeigen, sei dies durch Modifikationen des Körpers oder durch Narrationen in Texten, Filmen oder Videospielen. Die fiktive Gestaltung kann neue Konzepte ohne Einschränkungen durch die Realität durchspielen, aber auch die (vermeintliche) ›Realität‹ sichtbar machen und kritisch reflektieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Ausgangspunkt für unser Projekt war die scheinbar unzweifelbare ›Krise der Männlichkeit‹ – die endlich auch im deutschsprachigen Raum diskutiert wird. Wie unsere Beiträge aber zeigen, ist es nicht zutreffend, von einer ›Krise‹ zu sprechen. Stattdessen verstehen wir ›Männlichkeit‹ als eine Art Problemstellung, die man als Mann auf vielerlei Weise lösen kann, sei es durch Verstärkung der traditionellen Geschlechterstereotypen oder aber durch ein Aufbrechen dieser Stereotypen bis hin zu transgender-Subjekten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Alice Schwarzer.
5. Ihr Buch in einem Satz:
»Männlichkeiten denken« ist kein Buch über die Krise der Männlichkeit, sondern über das Potential von vielfältigen Konzeptionen von Männlichkeit. <<<


Martina Läubli / Sabrina Sahli (Hg.)

Männlichkeiten denken

Aktuelle Perspektiven der kulturwissenschaftlichen Masculinity Studies

»Wann ist ein Mann ein Mann?« – Diese Frage hat in den letzten 20 Jahren nichts an Relevanz verloren. Auch in aktuellen Diskussionen behauptet die Denkform der Geschlechterdichotomie hartnäckig mediale Präsenz. Der Druck, sich für das eine oder andere – Mann-Sein oder Frau-Sein – zu entscheiden, ist nach wie vor groß.
Dieses Buch zeigt, wie männliche Subjekte – trotz der scheinbaren Rigidität der Geschlechterdichotomie – in narrativen Formen unterschiedliche Spielarten von Männlichkeiten erproben.
Eine aktuelle Standortbestimmung der kulturwissenschaftlichen Masculinity Studies im deutsch- und englischsprachigen Raum Europas, mit Beiträgen von Jeff Hearn, Britta Herrmann, Stefan Horlacher und Christoph Kucklick.


 
Autorenbild Läubli, Martina;Sahli, Sabrina;(Hg.)

Martina Läubli, Literaturwissenschaftlerin, arbeitet als Journalistin und Lektorin in Zürich.
Sabrina Sahli promoviert an der Universität Zürich und ist Mitglied des Graduiertenkollegs Gender Studies.

Homepage:
Gender Studies

»Der Sammelband bietet einen guten Überblick über die Vielfalt an Themengebieten, mit denen sich die kulturwissenschaftlichen ›Masculinity Studies‹ zurzeit beschäftigen.«
Anna Buschmeyer, querelles-net, 13/3 (2012)
»[Der Sammelband ist] vor allem dort ein Gewinn für die Masculinity Studies, wo die Autorinnen und Autoren nicht nach dem guten oder neuen Mann suchen und somit in der Dichotomie der Geschlechter verweilen, sondern durch konsequente Kritik an patriarchalen Herrschaftsstrukturen und -mechanismen [...] den Raum öffnen für die Entfaltung postpatriarchaler queerer Möglichkeiten.«
Daniel Sanin, Das Argument, 295 (2011)
Besprochen in:

Impu!se, 73 (2011)
Soziologische Revue, 36 (2013), Sylka Scholz

Gender Studies, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Psychoanalyse

Print 29,80 €

07/2011, 310 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1720-7

Artikel-Nr.: 1720

-1720-7: Läubli/Sahli (Hg.), Männlichkeiten denken

Aktuelle Perspektiven der kulturwissenschaftlichen Masculinity Studies

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,05 MB
03/2014, 310 Seiten
ISBN 978-3-8394-1720-1

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