Interview

... mit Margreth Lünenborg, Katharina Fritsche und Annika Bach

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Einwanderungsgesellschaft und Mediengesellschaft... >>>
... mit Margreth Lünenborg, Katharina Fritsche und Annika Bach

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Einwanderungsgesellschaft und Mediengesellschaft – zwei Schlüsselbegriffe der öffentlichen Debatten in Deutschland – werden verknüpft. Wie werden Migrantinnen medial repräsentiert? In welchen Zusammenhängen tauchen sie auf und wie wird über sie berichtet? Welche Bedeutung haben diese Medienbilder für unsere Gesellschaft? Diese politisch relevanten Fragen beantwortet der vorliegende Band erstmals auf breiter empirischer Basis und mit prägnanten Fallbeispielen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Nachrichten werden mit einem expliziten Blick auf Frauen mit Migrationshintergrund analysiert. Diese erscheinen als Opfer, als Prominente oder (seltener) als alltägliche Nachbarin. In der Lokalberichterstattung sowie in der Boulevardpresse werden Bilder sichtbar, die auch Identifikationspotentiale in sich bergen. Je stärker die Berichterstattung im Feld der Politik verortet ist, desto intensiver wird auf stereotype Images zurückgegriffen. Dies artikulieren auch die jungen Frauen in den Gruppendiskussionen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch beleuchtet Leistungen und Fehlleistungen von Medien im Migrationsdiskurs. Basierend auf systematischen und umfassenden Daten aus Zeitungsanalysen werden Befunde zu Ethnizität, Geschlecht und Medien analytisch verknüpft. Die Verbindung von Medieninhalts- und Rezeptionsanalyse ermöglicht Einsichten in die Repräsentation von Migrantinnen und deren Aneignung durch Migrantinnen und die deutsche Mehrheitsgesellschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Verantwortlichen in der Medienproduktion: Journalist/-innen und Chefredakteur/-innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch untersucht die Berichterstattung über Migrantinnen in der deutschen Presse und zeigt darüber hinaus die gesellschaftliche Bedeutung dieser medial entworfenen Images auf. <<<


Margreth Lünenborg / Katharina Fritsche / Annika Bach

Migrantinnen in den Medien

Darstellungen in der Presse und ihre Rezeption

Wie entwerfen Medien Bilder von Geschlecht und Ethnizität? Diese Frage konnte die Kommunikationswissenschaft bisher nur ungenügend beantworten. Männliche Migranten werden als bedrohlich für die Gesellschaft inszeniert, doch über die Medienbilder von Migrantinnen gibt es wenig Wissen. Auf breiter empirischer Basis wird hier erstmalig die Repräsentation von Migrantinnen in deutschen Tageszeitungen analysiert. Dabei werden stereotype, aber auch widerständige Bilder sichtbar. Eine kritische Analyse der dominanten Berichterstattungsmuster zeigt, wie Mediendiskurse Migrantinnen zu Opfern machen oder ausschließen können. Dagegen liefern besonders Lokalpresse und Boulevardzeitungen (auch) vielfältige Entwürfe unter Einschluss lebensweltlicher Bezüge. Eingeleitet wird die Studie durch eine ausführliche Diskussion des Forschungsstands zu »Migrantinnen und Medien«.


 

Margreth Lünenborg (Dr. phil.), geb. 1963, ist Professorin für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Journalistik an der Freien Universität Berlin. Zugleich leitet sie dort das Margherita-von-Brentano-Zentrum. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen im Bereich Journalismusforschung, Gender Media Studies, Migration und Medien sowie Emotionen und Affekte in Medien.
Katharina Fritsche (M.A.) forscht am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin zur medialen Repräsentation von Migrantinnen und untersucht Konstruktion und Hegemonie der gesellschaftlichen Strukturkategorien Geschlecht und Ethnizität.
Annika Bach (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin. Neben ihrer Forschung zum Verhältnis von Ethnizität und Medienrezeption arbeitet sie an einem Projekt zur Rolle von Medien in asymmetrischen Kriegen.

Homepage:
Margreth Lünenborg: FU Berlin (engl.)
Margreth Lünenborg: FU Berlin
Margreth Lünenborg: Researchgate

»Insgesamt erarbeiten die Autorinnen eine grundlegende, umfassende und durchdachte Erhebung und Analyse der Medienbilder von Migrantinnen in Printmedien.
Die vorliegende Publikation bietet zahlreiche wichtige Anknüpfungspunkte und Impulse für die an Intersektionalität orientierte kritische Medien- und Kommunikationswissenschaft als auch der medienkritischen Politikwissenschaft.«
Maria Sulimma, Femina Politica, 2 (2012)
»Diese lesenswerte und facettenreiche Studie bietet insgesamt einen sehr guten und systematischen Überblick über die Darstellungsmuster von Migrantinnen in der Presse. Für die universitäre Lehre dürfte dieser kompakte Band unverzichtbar werden.«
Christine Horz, www.globalmediajournal.de, 05.01.2012
»Für Medienwissenschaftlerinnen und Medienwissenschaftler können die Ergebnisse und Erkenntnisse insbesondere für die Etablierung einer kritischen Medienforschung fruchtbar sein. Und für die interessierte Leserin hält die Lektüre dieses Buches viele erhellende und aufrüttelnde Momente vor.«
Stefanie Kaygusuz-Schurmann, www.social-net.de, 16.11.2011
»Eine stichfeste Diagnose der Wirkung von Medien auf Stereotype von Migrantinnen.
Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre werden.«
Nina Breher, www.aviva-berlin.de, 31.08.2011
Besprochen in:

www.dw-world.de, 14.05.2011, Klaudia Prevezanos
IDA-NRW, 2 (2011)
Publizistik, 3 (2011)
terra cognita, 20 (2012)
http://kritisch-lesen.de, 3 (2013), Hannah Schultes
www.lesenblog.de, 06.01.2014

Kommunikationswissenschaft, Medienwissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziologie

Print 19,80 €

02/2011, 178 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-1730-6

Artikel-Nr.: 1730

-1730-6: Lünenborg et al., Migrantinnen

Darstellungen in der Presse und ihre Rezeption

 

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06/2014, 178 Seiten
ISBN 978-3-8394-1730-0

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