Interview

... mit Rudolf Käser und Beate Schappach

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch zeigt auf, dass die wertorientierte Auseinandersetzung mit... >>>
... mit Rudolf Käser und Beate Schappach

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch zeigt auf, dass die wertorientierte Auseinandersetzung mit Phänomenen der Gesundheit und Krankheit alle etwas angeht und nicht den gesundheitsökonomischen und fachmedizinischen Expertinnen und Experten überlassen werden sollte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Umgang mit Gesundheit und Krankheit betrifft die Identitätskonzeption der Einzelperson und prägt zugleich die kulturelle Signatur von Gesellschaften.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die wertvermittelnde Funktion literarische Darstellung von Geschichten im Spannungsfeld von Gesundheit und Krankheit ist ein wesentlicher Teil innovativer kulturanalytischer Forschung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Studierenden, die sich für den Interdiskurs von Literatur und Medizin interessieren und sich in diesem aktuellen Forschungsfeld orientieren möchten.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Sage mir, was du für ›krank‹ hältst, und ich sage dir, wer du bist. <<<


Rudolf Käser / Beate Schappach (Hg.)

Krank geschrieben

Gesundheit und Krankheit im Diskursfeld von Literatur, Geschlecht und Medizin

Die Literatur schreibt mit am kulturellen Verständnis von Krankheit und Gesundheit. Dieser Band untersucht das Verhältnis von Literatur, Genderdiskursen und Medizin. Die kulturwissenschaftlich geprägten Einzelstudien betten literarische und journalistische Darstellungen in medizinhistorische Kontexte ein und zeigen, wie Literatur in die Verhandlung kultureller Wertesysteme eingreift.
Der Band richtet sich vor allem an eine Leserschaft, die sich mit den kulturellen Differenzbildungen »gesund vs. krank« und »weiblich vs. männlich« beschäftigt und die sich für die daran anknüpfenden historisch wandelbaren Wert- und Handlungsmuster interessiert.


 

Rudolf Käser (Prof. Dr.) ist Titularprofessor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich und Professor für Literaturwissenschaft und Deutschdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sein Forschungsinteresse richtet sich auf die Untersuchung des Verhältnisses von Literatur und Medizin/Naturwissenschaften, zudem forscht er über Friedrich Dürrenmatt und Jakob Michael Reinhold Lenz. Er ist Gründungsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften und Initiator des Arbeitskreises »Literature-Medicine-Gender«.
Beate Schappach (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften und Koordinatorin des Arbeitskreises »Literature-Medicine-Gender«. Daneben ist sie als Kuratorin beim Ausstellungsbüro Palma3 in Bern tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind deutschsprachige Literatur und Theater der Gegenwart sowie das Verhältnis von Literatur/Theater und Medizin. Sie forscht über die Darstellung von Aids in Literatur, Theater und Film.

Homepage:
Rudolf Käser: www.rudolfkaeser.ch

»Wenn eine literarische Beschreibung einer Krankheit grundlegend für das Verständnis der Krankheit, vielleicht sogar namensgebend wird, wird manche Krankheit erst real. Fiktion schafft Fakten, das ist ebenso faszinierend wie fürchterlich.«
Ulrich Brömmling, DHIVA, 3 (2015)
»Konzipiert als primär literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektive bilden die im Band versammelten Untersuchungen [...] insgesamt kurzweilige und bereichernde Gedankensplitter zum diskursiven Konglomerat von Medizin, Geschlecht und Literatur.«
Katharina Fürholzer, www.literaturkritik.de, 13.02.2015
Besprochen in:
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk, 10 (2014), Werner Schell
Deutschlandfunk Büchermarkt, 09.03.2016, Heidemarie Schumacher

Literaturwissenschaft, Germanistik, Anglistik, Gender Studies, Medizingeschichte, Cultural Studies, Kommunikations- und Medienwissenschaften, Soziologie

Print 32,99 €

10/2014, 430 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1760-3

Artikel-Nr.: 1760

-1760-3: Käser/Schappach (Hg.), Krank geschrieben

Gesundheit und Krankheit im Diskursfeld von Literatur, Geschlecht und Medizin

 

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10/2014, 430 Seiten
ISBN 978-3-8394-1760-7

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