Interview

... mit Katrin H. Sperling

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Welt braucht dieses Buch, weil die Welt Bücher benötigt, die ein tieferes... >>>
... mit Katrin H. Sperling

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Welt braucht dieses Buch, weil die Welt Bücher benötigt, die ein tieferes Verständnis der Prozesse der sogenannten Globalisierung erlauben, ohne diese auf wirtschaftliche Aspekte zu reduzieren. So unternimmt das Buch den Versuch, verschiedene Dimensionen von Globalisierung in ihren Zusammenhängen zu beleuchten. Dies gelingt in einer spezifischen kulturwissenschaftlichen Herangehensweise, die sich an kulturanthropologischen Prinzipien orientiert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch unternimmt eine Zusammenführung diverser, interdisziplinärer und internationaler (v.a. brasilianischer) Forschungsperspektiven, die in ein Verständnis der globalen Kunstwelt als einem komplexen diskursiven Raum münden – ein Versuch, der bisher weder in den Kunstwissenschaften, noch in der/n Kulturwissenschaft(en) unternommen wurde. Zudem bietet das Buch einen neuen Blick auf die Geschichte der documenta sowie künstlerische, kunst- und kulturtheoretische Positionen aus Brasilien.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Vor allem mit der Reflexion des in Brasilien entwickelten Kulturkonzepts der ›antropofagia‹ wird die deutschsprachige Globalisierungsforschung deutlich bereichert. Es zeigt Gedanken auf, die bereits eingängig besprochene Ansätze wie bspw. des ›kulturellen Zwischenraums‹ von Homi K. Bhabha erweitern können. Das Narrativ der ›antropofagia‹ verliert sich nicht im Pessimismus eines undefinierten Schwellenraums, sondern erlaubt ein konkretes Nachdenken über kulturelle Vermischung und ihre Folgen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit all jenen, die den sogenannten ›Westen‹ als das Maß aller Dinge betrachten.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch liefert eine mehrdimensionale Sicht auf das Phänomen der Globalisierung in Zusammenhang mit der documenta und der Kunst Brasiliens. <<<


Katrin H. Sperling

Nur der Kannibalismus eint uns

Die globale Kunstwelt im Zeichen kultureller Einverleibung: Brasilianische Kunst auf der documenta

Die globale Kunstwelt ist ein mehrdimensionaler, diskursiver Raum, in dem sich kulturell unterschiedlich kodierte künstlerische, kunstkritische, kunsttheoretische, kuratorische – und nicht zuletzt ökonomische – Diskursstränge verflechten.
In der Verarbeitung diverser sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorien und schließlich der Analyse der documenta sowie der dort seit 1992 vertretenen Positionen brasilianischer Künstler_innen gelingt Katrin H. Sperling eine neuartige Perspektive auf das Phänomen der Globalisierung im Kontext zeitgenössischer Kunst: Aus der Verschränkung ethnologischer, soziologischer, kunstwissenschaftlicher und ökonomischer Ansätze mit dem brasilianischen Konzept der kulturellen Anthropophagie ergibt sich ein differenzierter Blick auf globale Verhältnisse jenseits tradierter Binarismen.


 

Katrin H. Sperling studierte Ethnologie, Religionswissenschaften und Grafik & Malerei an der Philipps-Universität Marburg und hat im Rahmen des Promotionskollegs »Formations of the Global: Globalisierung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive« an der Universität Mannheim promoviert.

Kulturwissenschaften, Kunstwissenschaften, Ethnologie, Soziologie, Museologie, Wirtschaftswissenschaften

Print 35,80 €

10/2011, 390 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1768-9

Artikel-Nr.: 1768

-1768-9: Sperling, Nur der Kannibalismus eint uns

Die globale Kunstwelt im Zeichen kultureller Einverleibung: Brasilianische Kunst auf der documenta

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 2,53 MB
03/2014, 390 Seiten
ISBN 978-3-8394-1768-3

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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