Interview

... mit Leon Hempel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Braucht die Welt Katastrophen? Das Buch sollte bei der Beantwortung dieser Frage einige Orientierung... >>>
... mit Leon Hempel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Braucht die Welt Katastrophen? Das Buch sollte bei der Beantwortung dieser Frage einige Orientierung geben können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es gibt keine Perspektiven im Sinne von Aussichten, sondern nur Perspektivierungen im Sinne von politischen Handlungen und Katastrophen sind als solche zu verstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Auch Forschungsdebatten bedürfen Katastrophen im Sinne von Perspektivierung. Doch es gilt gerade über die Anlassfixierung hinauszugelangen. Zu fragen ist, wozu ein katastrophischer Anlass generiert wird, folglich auch wozu Forschungsdebatten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wie wäre es mit einem Star gegenwärtiger Katastrophenpolitik? Es ließe sich zeigen, wie problematisch der Begriff als ein analytisch-sachlicher ist. Darüber hinaus mit Autoren wie Jacques Rancière, die die Katastrophe (als ästhetisches Ereignis) wieder mit Politik verbinden, etwa wenn eine Gruppe oder eine Institution für sich beansprucht für ›das‹ Volk zu sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Erklärung von Katastrophen sollte als Warnzeichen wahrgenommen werden, sie zielt darauf, Denken zu beenden. <<<


Leon Hempel / Marie Bartels / Thomas Markwart (Hg.)

Aufbruch ins Unversicherbare

Zum Katastrophendiskurs der Gegenwart

Terroranschläge und Kriege, Tsunami, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Klimawandel, Ölpest, Finanzkrise – Berichte über »Katastrophen« sind längst medialer Alltag.
Offen bleibt jedoch die Frage, welche Intentionen und Konsequenzen die zunehmende Verwendung des Katastrophenbegriffs durch Politik und Wirtschaft mit sich bringt. Die Beiträge des Bandes fragen daher: Dient der Begriff tatsächlich nur der Beschreibung – oder soll auch eine Atmosphäre des Ausnahmezustands geschaffen werden, die eine Anwendung von sonst nicht konsensfähigen Verfahren ermöglicht? Wohin führt es, wenn die Einordnung von Ereignissen in umfassende soziale Prozesse umgangen wird, wenn ihre Wahrnehmung als Konsequenz eingegangener Risiken ausbleibt?


 

Leon Hempel (Dr. phil.) leitet das Human Technology Lab sowie den Forschungsbereich Sicherheit – Risiko – Privatheit am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin.
Marie Bartels (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin.
Thomas Markwart (Dr. phil.) ist Literatur- und Kulturwissenschaftler.

Homepage:
Leon Hempel: TU Berlin

»Der Sammelband ist denjenigen Leser/-innen zu empfehlen, die Spaß am Mit- und Querdenken haben und sich darüber im Klaren sind, dass es auch eine ungesunde Priorität der Prävention geben kann.«
Forum Kriminalprävention, 4 (2013)
»Dieser Sammelband nähert sich dem Katastrophendiskurs aus überraschend vielfältigen Perspektiven und bietet eine überzeugende Neuformulierung des Gesamtkonzepts ›Katastrophe‹ an.«
Anke Kristina Aßmann-Gramberg, Sicherheit + Frieden, 4 (2013)
Besprochen in:
Fraunhofer IRB, 10 (2013) Neue Politische Literatur, 61 (2016)

Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften

Print 34,80 €

05/2013, 454 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1772-6

Artikel-Nr.: 1772

-1772-6: Hempel et al. (Hg.), Aufbruch ins U.

Zum Katastrophendiskurs der Gegenwart

 

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E-Book 33,99 €

PDF-Download, 4,84 MB
03/2014, 454 Seiten
ISBN 978-3-8394-1772-0

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