Auszeichnung:
Verena Schreiber hat für die diesem Band zugrunde liegende Arbeit den WISAG-Dissertationspreis für die beste sozial- und geisteswissenschaftliche Arbeit der Goethe-Universität Frankfurt erhalten.

Autoreninterview

... mit Verena Schreiber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
... weil wir alle das Bedürfnis nach Sicherheit haben und uns gleichzeitig mit Unsicherheiten konfrontiert sehen.... >>>
... mit Verena Schreiber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
... weil wir alle das Bedürfnis nach Sicherheit haben und uns gleichzeitig mit Unsicherheiten konfrontiert sehen. Die Prävention verspricht uns, dieses Spannungsverhältnis aufzulösen. Daher kommen wir kaum umhin, sie sympathisch zu finden, verstricken uns aber gleichzeitig in Widersprüche und Abhängigkeiten. Zentrales Anliegen dieses Buches ist es, zu diesen vertrackten Widersprüchen und Abhängigkeiten vorzudringen, mit denen sich die Prävention als eine auf die Zukunft gerichtete Vision glücklichen Lebens dauerhaft sicherstellt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Inspiriert von den Arbeiten Michel Foucaults und Algirdas J. Greimas' entwirft »Fraktale Sicherheiten« ein innovatives methodisches Instrumentarium, mit dem sich der aus diskursiven Wahrheitsproduktionen und alltäglichen Machtverhältnissen gemischte Zustand der Kriminalprävention ein Stück weit aufschließen lässt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
An der Kriminalprävention lässt sich paradigmatisch die Ambivalenz gouvernementaler Steuerung studieren, bei der das Individuum zum einen als eine Verschneidung von Risikofaktoren hervorgebracht und als solches verwaltet wird, und es zum anderen an Selbstführungstechniken herangeführt und zur Verantwortungsübernahme für die eigene Sicherheit aktiviert wird.

4. Ihr Buch in einem Satz:
»Fraktale Sicherheiten« bricht mit der selbstverständlichen Erzählung der Kriminalprävention und spürt den Mechanismen nach, die sie zu etwas Unantastbarem machen. <<<


Verena Schreiber

Fraktale Sicherheiten

Eine Kritik der kommunalen Kriminalprävention

Quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche besitzt das Konzept der Prävention ein hohes Maß an Akzeptanz.
Das Bedürfnis nach Sicherheit tritt besonders in der kommunalen Kriminalprävention in Erscheinung und konkretisiert sich dort in Form eines Konglomerats aus diskursiver Wahrheitsproduktion und ortsgebundenen Alltagspraktiken.
Im Anschluss an Michel Foucault und Algirdas Julien Greimas regt Verena Schreiber zu einem spekulativen Denken über unser Verhältnis zur Prävention an und spürt jenen Zusammenhängen nach, welche die Kriminalprävention zu einem Freiheitsversprechen werden lassen, das aus keiner Perspektive mehr in Frage steht.


 
Autorenbild Schreiber, Verena

Verena Schreiber (Dr. phil.) arbeitet am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihr Forschungsinteresse gilt geographischer Stadtforschung und Gesellschaftstheorien.

Homepage:
www.humangeographie.de/schreiber

Besprochen in:
forum kriminalprävention, 4 (2011)

Humangeographie, Soziologie, Politikwissenschaften, Kriminologie, Pädagogik

06/2011, 302 Seiten,
kart.
ISBN 978-3-8376-1812-9

Artikel-Nr.: 1812

-1812-9: Schreiber, Fraktale Sicherheiten

Eine Kritik der kommunalen Kriminalprävention

 

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