Interview

... mit Alexander Brand

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es versucht, ein gewisses Maß an Ordnung in Debatten zu bringen, die zwar zu Recht, oft... >>>
... mit Alexander Brand

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es versucht, ein gewisses Maß an Ordnung in Debatten zu bringen, die zwar zu Recht, oft aber auch eindimensional bzw. unter ganz verschiedenen Perspektiven – und damit eigentlich über ›unterschiedliche Dinge‹ – geführt werden. Ich schlage demgegenüber einen begrifflichen und konzeptuellen Rahmen vor, innerhalb dessen sich über grenzüberschreitende Medienwirkungen und deren politische Bedeutsamkeit sprechen lässt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es versucht, Medienwirkungen im internationalen Raum in deren Vielgestaltigkeit als politisch bedeutsame Erscheinungen fassbar zu machen. Der Kerngedanke ist, die Dimension der Bedeutungskonstruktion in und zwischen Gesellschaften als zentrales Untersuchungsfeld auszuweisen. Obendrein versucht es, die Debatten um den Konstruktivismus, die in den akademischen Internationalen Beziehungen geführt werden, erneut auf ebendiese Dimension tatsächlicher Bedeutungsproduktion (in Diskursen) hinzuweisen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In den Medien- und Kommunikationswissenschaften macht das Thema einen Gutteil des Forschungsinteresses aus, allerdings oftmals ohne nach den politischen Implikationen der Forschungsergebnisse zu fragen. Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen, so unterstelle ich, hegen ein grundsätzliches Interesse, machen aber aus method(olo)gischen Gründen lieber einen Bogen um das Thema.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
(Hypothetisch:) Antonio Gramsci, Michel Foucault (nicht sehr originell, ich weiß ...).
(Auch hypothetisch, aber prinzipiell noch möglich:) Noam Chomsky, Wadah Khanfar (ehem. Al-Jazeera), Rupert Murdoch, Peter L. Berger, Thomas Luckmann.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Medien beeinflussen internationale Politik: nicht immer, aber immer öfter, und nie eindimensional – das Buch zeigt, wie man das begreifen kann. <<<


Alexander Brand

Medien – Diskurs – Weltpolitik

Wie Massenmedien die internationale Politik beeinflussen

Beeinflussen Massenmedien den Gang der internationalen Politik? Alexander Brand gibt hierauf eine differenzierte Antwort, die Medien weder zu Sündenböcken für fehlgeschlagene politische Projekte macht noch deren eigenständige Wirkmächtigkeit abstreitet. Auch widerspricht er einer technologiefixierten Lesart, wie sie bei der Rede vom »CNN-Effekt« oder der »Twitter-Revolution« dominiert.
Auf der Basis eines modifizierten konstruktivistischen Ansatzes für die Internationalen Beziehungen erläutert die Studie, wo genau sich Medieneffekte in internationalen politischen Dynamiken niederschlagen – und zeigt, dass dies weder einseitig gerichtet noch mit durchweg erwartbaren Konsequenzen geschieht.


 

Alexander Brand (Dr. phil.) arbeitet am Lehrstuhl für Internationale Politik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie als Lehrbeauftragter am Zentrum für Internationale Studien der Technischen Universität Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind Mediatisierung internationaler Politik, US-amerikanische Außen- und Weltpolitik, Entwicklungspolitik und Fragen globaler politischer Ökonomie sowie das Verhältnis von Fußball und Politik.

»Eine detaillierte und fundierte Diskussion des aktuellen Theoriestandes zur Verknüpfung von Massenmedien und (internationaler) Politik bzw. Kommunikation.«
Romy Wöhlert, Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, 5 (2013)
»Brands Werk ist ein wissenschaftliches Fachbuch, das einen wichtigen Beitrag zur Betrachtung des internationalen politischen Geschehens leistet und auch für linke Debatten durchaus von Interesse ist. Schließlich blickt der Autor mittels eines konstruktivistischen Ansatzes auf das politische Geschehen, einer ›theoretischen Brille‹, die in Auseinandersetzungen mit internationaler Politik selten Verwendung findet.«
Sara Madjlessi-Roudi, http://kritisch-lesen.de, 05.03.2013
»[Es] handelt sich [...] um eine sehr gründliche, differenzierte Aufarbeitung vor allem der einschlägigen politikwissenschaftlichen Literatur und Argumentation – und zwar sowohl der der traditionellen Massenmedien wie der ›neuen‹ digitalen – auf die internationalen Beziehungen zu umreißen und anschließend dafür ein konstruktivistisch-diskursives Modell zu entwickeln.«
Hans-Dieter Kübler, MEDIENwissenschaft, 1 (2013)
»Eine Stärke von Alexander Brands Untersuchung liegt in seiner Expertise und Präzision im Hinblick auf bereits etablierte Modelle zur Erfassung von Massenmedien sowie von Konstruktivismen in den internationalen Beziehungen. Mit großer Textkenntnis und Genauigkeit geht er auf die verschiedenen Modelle, Konstrukte, Entwürfe und Vorschläge ein, grenzt sich ab, um hier und da Theorieteile zu übernehmen, weiterzuentwickeln und zur Anwendung tauglich zu machen.«
Maja Bächler, H-Soz-u-Kult, 28.11.2012
»Mit der Schwerpunktsetzung der Wissenstheorie des (sozialen und politischen) Konstruktivismus und der Erarbeitung eines Modells der diskursiven Konstruktion der internationalen Beziehungen in und durch Massenmedien stellt Alexander Brand eine Alternative zu bisherigen Medientheorien zur Diskussion. Sie im interdisziplinären Wissenschaftsdiskurs aufzunehmen und sich damit auseinander zu setzen, wird eindringlich empfohlen.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 18.04.2012
Besprochen in:

GMK-Newsletter, 3 (2012)
Media Perspektiven, 1-3 (2012)
lehrerbibliothek.de, 5 (2012), Dieter Bach
Portal für Politikwissenschaft (pw-portal.de), 5 (2012), Martin Schultze

Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen, Medienwissenschaft

Print 39,80 €

02/2012, 530 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1831-0

Artikel-Nr.: 1831

-1831-0: Brand, Medien – Diskurs – Weltpolitik

Wie Massenmedien die internationale Politik beeinflussen

 

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03/2014, 530 Seiten
ISBN 978-3-8394-1831-4

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