Interview

... mit Bettina Habsburg-Lothringen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Frage nach der zeitgemäßen Konzeption von Dauerausstellungen... >>>
... mit Bettina Habsburg-Lothringen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Frage nach der zeitgemäßen Konzeption von Dauerausstellungen gehört zu den zentralen der Museumspraxis. Dies spiegelt sich in der museologischen Literatur nicht wieder. Es gab in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum eine durchaus intensive museologische Befassung mit einzelnen gesellschaftlichen Funktionen des Museums, der Geschichte der Präsentationsästhetik oder Fragen der Repräsentation. All diese Debatten tangieren auch Fragen des dauerhaften Ausstellens. In ihrem Zentrum führen sie sie aber nicht. Das wird nun im vorliegenden Buch versucht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch beleuchtet das Thema der Dauerausstellung aus theoretischer wie aus praktischer Perspektive. Im ersten Teil der Publikation wird mit Texten zur Geschichte und aktuellen Ausstellungspraxis in den diversen Sparten ein Rahmen gespannt, in dem die folgenden, ausführlichen Gespräche mit Ausstellungsverantwortlichen zu lesen sind. Der dritte Teil des Buchs ist der (temporären) Bearbeitung bestehender Ausstellungen gewidmet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die vorliegende Publikation kann sicher Anreize für die weitere wissenschaftliche Befassung mit dem Thema liefern. Vor allem aber hoffe ich, dass sie die Debatten der Praxis beflügelt: Das Ziel der Text- und Interviewsammlung ist erreicht, wenn sie jene, die mit der Erneuerung oder Bearbeitung einer Dauerausstellung befasst sind, beim Nachdenken unterstützt, Möglichkeiten aufzeigt und zur gelassenen Einsicht beiträgt, dass es das eine, richtige Dauerausstellungskonzept nicht gibt.

4. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch »Dauerausstellungen. Schlaglichter auf ein Format« zeigt ein zentrales museologisches Thema in seiner Komplexität auf, beleuchtet Kontexte und Perspektiven. <<<


Bettina Habsburg-Lothringen (Hg.)

Dauerausstellungen

Schlaglichter auf ein Format

Dauerausstellungen, Schausammlungen, ständige Ausstellungen – Präsentationsformen, in denen Objekte aus musealen Sammlungen auf Dauer veröffentlicht und im Zusammenhang gedeutet werden, gelten als wesentlich für die Identität von Museen. Nicht zuletzt scheinen zentrale gesellschaftliche Funktionen der Institution an ihre Existenz und Kontinuität gebunden.
Dieser Band zeigt die Entwicklung der ständigen Ausstellungen in den diversen Sparten auf und geht in Gesprächen mit Museumsverantwortlichen und Experten aktuellen Trends nach. Die Beiträge bieten Anregungen zur Bearbeitung und Aktualisierung existierender Dauerausstellungen und fragen nach Sinn und Potenzial entsprechender Interventionen.


 
Autorenbild Habsburg-Lothringen, Bettina;(Hg.)

Bettina Habsburg-Lothringen (Dr. phil.) ist Leiterin der Museumsakademie Joanneum Graz.

Homepage:
Bettina Habsburg-Lothringen: www.museum-joanneum.at
Bettina Habsburg-Lothringen: www.museumsakademie-joanneum.at

»In einer beeindruckenden Breite macht der Band [...] deutlich, vor welchem Hintergrund, mit welchem Ziel und zum Teil auch mit welcher Resonanz die Weiterentwicklung verschiedener Präsentationen vonstatten ging.«
Bärbel Maul, Fachbuchjournal, 1 (2014)
»Das Buch [lädt] dazu ein, sich mit den Konzepten der Museumskolleginnen und -kollegen, aber auch mit der eigenen Daueraustellung kritisch auseinanderzusetzen.«
Markus Klejnowski, Das Archiv, 3 (2013)
»Eine bereichernde Lektüre.«
Petra Kaiser, AKMB-News, 19/1 (2013)
»Dieser überaus spannende Sammelband ist nicht nur für Museologen und an Museen Interessierte lesenswert. Er eröffnet neue Einblicke in Zusammenhänge, die alle Besucher betreffen. Dem Publikum werden Umbruchsprozesse hinter den Kulissen bewusst gemacht, und dadurch lässt sich vieles, was dem Uneingeweihten unverständlich oder verunsichernd erscheint, begreifen.«
http://austria-forum.org, 21.01.2013
»Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich mit den Möglichkeiten der musealen Präsentation beschäftigen, sie verbessern oder verändern oder einen Blick über den eigenen Ausstellungstellerrand werfen will. Wer Theorie und Praxis auf besondere Weise verbunden erfahren will, ist mit dieser Publikation gut beraten.«
Jana Pippel, Portal Kunstgeschichte, 29.12.2012
Besprochen in:

museums.brief, 2 (2012)
Bulletin - Deutscher Museumsbund e.V., 4 (2012)
Spielbein Standbein, 94 (2012)
http://austria-forum.org, 21.01.2013
Mitteilungsblatt, 74 (2013)
Mitteilungen, 45 (2013)
Das Historisch-Politische Buch, 61/6 (2013), Hermann Schäfer

Museologie, Geschichte, Ethnologie, Volkskunde, Archäologie sowie Praktiker_innen im Bereich Kultur- und Museumsmanagement

»Geliebt, geschmäht, vergessen und doch sind sie bis heute die Visitenkarte eines jeden Museums: Die Dauerausstellungen. Heute, wo die permanenten Schauen der 1980er in die Jahre gekommen sind, steht dieses Format zur Debatte.
Was Bettina Habsburg-Lothringen in ihrem Forschungsprojekt forMuse über den Publikumsrenner Ende des 19. Jahrhunderts herausgefunden hat, ist nicht nur für Museumsleute interessant. Gerade der Zuspruch der Besucher machte die chronologische Präsentation der Dinge populär. Eine Art zu Denken wie sie dem Publikum bereits éaus Märchen und Alltagskommunikation' vertraut war, anders als die ebenfalls übliche Klassifikation nach der Funktion der Dinge – so die Herausgeberin. In den 1970ern pädagogisierte man die Dauerausstellungen, seit den 1980ern zogen räumliche Inszenierungen ein, seit den 1990ern die audiovisuellen Medien.
Wenngleich Forschungsbericht, lässt sich in dem Band mit den fast 25 Beiträgen vortrefflich schmökern. Im Teil ›Tradition und Kontext‹ etwa beleuchtet Sabine Offe ständige Schauen in jüdischen Museen, Michael Fehr diejenigen in medizinhistorischen Häusern. Im Teil ›Zur aktuellen Dauerausstellungspraxis‹ finden sich Gespräche der Forscherin mit Kuratoren wie Clementine Deliss oder Bernhard Purin. Der dritte Teil ›Bearbeitungen bestehender Aufstellungen‹ reflektiert etwa über den Wandel des Pitt River Museums in Oxford oder die Erneuerung des Trachtensaals des Grazer Volkskundemuseums. Ob und wie so genannte Interventionen ein Weg für die Erneuerung ständiger Schauen sein könnte, überlegt Roswitha Muttenthaler.
Die Dauerausstellung also von gestern oder eine Oase der Entschleunigung in einer immer flexibleren Welt? Darüber wird in diesem Buch nachgedacht.«
Christiane Hirsch

Print 29,80 €

07/2012, 396 Seiten, kart., zahlr. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-1873-0

Artikel-Nr.: 1873

-1873-0: Habsburg-L. (Hg.), Dauerausstellungen

Schlaglichter auf ein Format

 

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03/2014, 396 Seiten
ISBN 978-3-8394-1873-4

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