Autoreninterview

... mit Anton Tantner, Thomas Hübel und Thomas Brandstetter

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
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... mit Anton Tantner, Thomas Hübel und Thomas Brandstetter

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es gibt bislang kein Werk, das die Vorgeschichte von Suchmaschinen in einem zeitlichen Rahmen darstellt, der von den Hilfsmitteln für die Suche in der Bibel über die Fragebögen, Adressbücher und Zeitungskomptoire der Frühen Neuzeit bis hin ins 20. Jahrhundert reicht. Die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte der beteiligten Autoren/-innen eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Suchmaschine und damit auch überraschende Zugänge zu einem viel diskutierten Thema aktueller Politik.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die aktuelle Diskussion zur Allmacht von Suchmaschinen, zu ihrer Voreingenommenheit und mangelnden Neutralität ist meist wenig über ihre historischen Vorläufer informiert. Der Rückgriff auf die Vergangenheit kann aber dazu dienen, heutige Problemlagen besser in den Blick zu bekommen – ähneln doch die Utopien und Befürchtungen von einst denen der Gegenwart.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Während die Geschichtswissenschaften zwar langsam die Mediengeschichte als lohnenden Forschungsgegenstand entdecken, dabei aber die aktuelle Diskussion um Suchmaschinen ignorieren, hat die Netztheorie ein eher kurzes Gedächtnis, das allenfalls zurück bis ins 20. Jahrhundert reicht. Die vorliegende Publikation möchte einen Dialog der beiden Disziplinen anregen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Nun, warum nicht mit Umberto Eco, Neal Stephenson, Dietmar Dath, den Googlern Larry Page und Sergey Brin? Sonst mit Historikern/-innen wie Peter Burke, Wolfgang Behringer, Michael Giesecke, David Gugerli, Valentin Groebner, Philipp Sarasin, Anke te Heesen, Clemens Zimmermann, Arndt Brendecke, Andreas Würgler, mit Medientheoretikern-/-innen wie Sybille Krämer, Kathrin Passig, Gert Lovink, Eva Horn, Felix Stalder, Ramón Reichert, Bernhard Siegert, Claus Pias, Theo Röhle oder Dieter Mersch.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das digitale Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: Kammerdiener, Zeitungskomptoire, Kanontafeln, Staatshandbücher, Zettelkästen und Zitationsindizes werden zu den neuen Helden der Historiographie. <<<


Thomas Brandstetter / Thomas Hübel / Anton Tantner (Hg.)

Vor Google

Eine Mediengeschichte der Suchmaschine im analogen Zeitalter

Ein Alltag ohne digitale Suchmaschinen ist heute nur noch schwer vorstellbar. Dabei lassen sich zahlreiche Einrichtungen, Personen und Techniken ausmachen, die lange vor Google und Co. ähnliche Funktionen übernommen haben – Staatshandbücher und Diener etwa, aber auch Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire.
Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen früheren und den heutigen Suchmaschinen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie? Das Buch widmet sich diesen und weiteren Fragen und liefert damit nicht nur neue Erkenntnisse über die Medien der Vergangenheit, sondern vertieft auch die Analysen der gegenwärtigen medialen Lage.


 
Autorenbild Brandstetter, Thomas;Hübel, Thomas;Tantner, Anton;(Hg.)

Thomas Brandstetter (Dr. phil.) forscht bei eikones in Basel.
Thomas Hübel (Dr. phil.) ist Generalsekretär des Instituts für Wissenschaft und Kunst in Wien.
Anton Tantner (Dr. phil.) lehrt am Institut für Geschichte der Universität Wien.

Homepage:
Brandstetter
Hübel
Tantner

»Eine außerordentlich anregende Lektüre, deren Orientierung am archivarischen Bestand vielfältig zum Weiterdenken einlädt.«
Jana Herwig, [rezens.tfm], 19.06.2013
»[Der Band] eröffnet ein breites Feld an Vorläufermedien der digitalen Suchmaschinen und greift einerseits auf konventionelle und vorhersehbare Gedankenstränge zurück; anderseits werden der Leserschaft neue Modelle eröffnet, die ein handgeknüpftes Seil zu digitalen Strings spannen. Illustrationen veranschaulichen und lockern die gelungenen und interessanten Beiträge auf und laden zur weiteren Forschung ein.«
Raffaela Rogy, Medienimpulse, 19.06.2013
»Der Band [wirft] erste, erhellende Schlaglichter auf eine Thema, das proportional zu der Erkenntnis, dass Google unseren digitalen Such-Alltag immer weiter organisiert, längst zu einer gefälligen Leitmetapher avanciert ist.«
Marc Reichwein, www.literaturkritik.de, 3 (2013)
Besprochen in:

http://oe1.orf.at, 20.11.2011
E-3, 10 (2012)
thegap, 137 (2013), Richard Schwarz
Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, 15 (2013), Rudolf Stöbler
b-i-t-online, 16/3 (2013), Peter Thiessen
Revue de l'IFHA, 12 (2013), Claire Gantet
Communicatio Socialis, 47/3 (2014), Michael Schmolke
http://oe1.orf.at, 12.03.2014

Mediengeschichte und -theorie, Kulturwissenschaften, Geschichte, Bibliothekswissenschaften sowie die an Mediengeschichte interessierte Öffentlichkeit

Print 28,80 €

11/2012, 262 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1875-4

Artikel-Nr.: 1875

-1875-4: Brandstetter et al. (Hg.), Vor Google

Eine Mediengeschichte der Suchmaschine im analogen Zeitalter

 

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E-Book 25,99 €

PDF-Download, 5,78 MB
03/2014, 262 Seiten
ISBN 978-3-8394-1875-8

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