Vergessene Zukunft

Radikale Netzkulturen in Europa

Mitte der 1990er Jahre ist in Europa eine vielfältige Netzkultur entstanden. Während die US-amerikanische Szene den Cyberspace als Raum jenseits der Politik imaginierte, waren die europäischen Netzpioniere darauf bedacht, die Möglichkeiten des Internet für neue politische und kulturelle Initiativen in der realen Gesellschaft zu nutzen.

Anhand von Zeitdokumenten, aktuellen Textbeiträgen und Interviews geht dieser Band erstmals auf die kritische Haltung europäischer Netzkulturen ein. Die Beiträge liefern so wichtige Referenzpunkte zur Gestaltung unserer techno-kulturellen Gegenwart jenseits von Facebook und Google.

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2012-01-31, 348 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1906-5

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Clemens Apprich

Clemens Apprich, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

Felix Stalder

Felix Stalder, Zürcher Hochschule der Künste, Schweiz

... mit Clemens Apprich

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil die Diskussion um die digitale Gesellschaft gerade erst begonnen hat ernsthaft geführt zu werden. Dazu bedarf es einer historisch informierten Perspektive, welche aktuelle Positionen in einen breiteren Kontext zu setzen weiß. So waren es u.a. die ›Netzpioniere‹ der 1990er Jahre, die sich experimentell und kritisch mit den neuen Technologien auseinandergesetzt haben. Sie bilden gleichsam den Ort, an dem utopische und ästhetische Momente der digitalen Kultur erfahrbar und damit diskutierbar bleiben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Gegensatz zu bisherigen Veröffentlichungen über die US-amerikanische Cyberkultur und ihren Einfluss auf den Rest der Welt, wirft unser Buch einen Blick auf die europäischen Netzkulturen. Ausgehend von einem ihrer zentralen Knoten, nämlich der Wiener Medienplattform ›Public Netbase‹ (1994-2006), wird dabei die These vertreten, dass es diesen vor allem um die realpolitische Implementierung der neuen Kulturtechnologien und weniger um deren Virtualisierung ging.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gerade in jüngster Zeit lässt sich ein gesteigertes Interesse an Themen der Netzkultur feststellen, was nicht zuletzt an der Vielzahl aktueller Publikationen zu Facebook, Google und Co. ersichtlich wird. Aber auch die zum Teil heftig geführte Debatte in Zusammenhang mit WikiLeaks oder die taktische Mediennutzung im ›Arabischen Frühling‹ haben gezeigt, dass die Diskussion über die Rolle digitaler Medien weit über den akademischen Kreis hinausreicht und noch lange nicht abgeschlossen ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit einer breiten Öffentlichkeit, die sich eine Zukunft jenseits von Facebook und Google vorstellen kann und will. Dazu zählen neben Kunst- und Kulturschaffenden auch Entwickler/-innen, die diese Alternativen bauen können, und Politiker/-innen, welche die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen müssen. Eine öffentliche Debatte ist nötig, wollen wir uns die Zukunft nicht alleine von Konzernen diktieren lassen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Trotz der Kommerzialisierung durch Web 2.0 trägt das Internet immer noch das Versprechen einer Demokratisierung in sich. Wir müssen uns nur daran erinnern!

»Der erfrischende Blick dieses Sammelbands zeigt eine alternative Lesart jenseits der bekannten, mythologisierenden Standarderzählung US-amerikanischer, libertärer Prägung auf.«
Martin Schmitt, sehepunkte, 13/5 (2013)
»Ein wichtiges Zeitdokument über das Unvermögen, Politik(en) sinnvoll auf neue digitale Kulturtechniken einzustellen und stattdessen Verbote zu formulieren, physische Räumungen von kritischen Vereinen zu veranlassen und Zensurphantasien wiederzubeleben.«
Gerit Götzenbrucker, m&z, 2 (2012)
»[Das Buch lädt] zu einer Reflexion des Themenkomplexes Social Media ein.«
Werner Reiter, thegap, 126 (2012)
Besprochen in:

https://netzpolitik.org, 12.04.2012, Leonhard Dobusch
Fraunhofer IRB, 9 (2012)
Autor_in(nen)
Clemens Apprich / Felix Stalder (Hg.)
Buchtitel
Vergessene Zukunft Radikale Netzkulturen in Europa
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
348
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1906-5
DOI
10.14361/transcript.9783839419069
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT1
Erscheinungsdatum
2012-01-31
Auflage
1
Themen
Medien, Internet
Adressaten
Kultur- und Medienwissenschaften sowie eine interessierte Öffentlichkeit aus Kunst- und Kulturschaffenden
Schlagworte
Netzkultur, Tactical Media, Netzaktivismus, Medienguerilla, Social Media, Media Literacy, Medienkunst, Öffentlicher Raum, Kultur- und Medienpolitik, Internet, Medien, Digitale Medien, Mediengeschichte, Medienwissenschaft

 

Bilder zum Buch (.tif)

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