Autoreninterview

... mit Markus Gamper, Linda Reschke und Michael Schönhuth

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der neue Band von »Knoten und Kanten« setzt... >>>
... mit Markus Gamper, Linda Reschke und Michael Schönhuth

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der neue Band von »Knoten und Kanten« setzt die disziplinübergreifende Auseinandersetzung mit der sozialen Netzwerkanalyse anhand von Beispielen aus der medienwissenschaftlichen und kulturanthropologischen Praxis konsequent fort. Er widmet sich damit zwei Bereichen, die bisher relativ unverbunden nebeneinander standen: Netzwerken in neuen Medien und ›herkömmlichen‹ Netzwerken des Alltags. Wir verstehen ihn somit als weiteren Baustein und Werkstattbericht in diesem lebendigen Dialog zwischen den Disziplinen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
»Knoten und Kanten 2.0« rückt das Nebeneinander verschiedener Beziehungsformen in den Mittelpunkt und beschäftigt sich sowohl mit dem Wandel als auch mit der individuellen Bedeutung von Beziehungen zwischen verschiedenartigen Akteurstypen (etwa Personen und Institutionen) und Beziehungsformen (face-to-face und virtuell). Theoretisch wie praktisch geht es dabei um den Umgang mit Beziehungen und ihren Konsequenzen, aber auch um Chancen für das moderne Zusammenleben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Untersuchungen über Beziehungen, die unter den Bedingungen der Internetkommunikation zustande kommen, deuten auf eine Persistenz von Netzwerkstrukturen hin: Kleine-Welt-Phänomene treten ebenso auf wie Rollenverteilungen und Positionen. Die Studien werfen z.B. Fragen der kollektiven Selbstorganisation auf: Organisiert sich eine kollektive Online-Community ähnlich wie eine Kleingruppe unter isolierten Bedingungen? Gerade durch die Zusammenschau ist der Band nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Praktiker interessant.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wir wünschen uns einen munteren Austausch mit allen, die sich mit den Strukturen der Netzwerkgesellschaft auseinandersetzen. Theoretisch eröffnen wir sowohl den Blick auf die Vertreter des relationalen Ansatzes in den Sozialwissenschaften als auch auf die Väter der Netzwerkanalyse in der Sozialanthropologie. Eine Diskussionsrunde bestehend aus Harrison White und Mustafa Emirbayer sowie Max Gluckmann und Alfred R. Radcliffe-Brown aus der alten Manchester Schule, wäre sicher spannend.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Unser Band bringt erstmalig Netzwerkstudien zu ›alten‹ face-to-face-Beziehungen und ›neuen‹ virtuellen Beziehungsstrukturen und -gewohnheiten disziplinübergreifend zusammen. <<<


Markus Gamper / Linda Reschke / Michael Schönhuth (Hg.)

Knoten und Kanten 2.0

Soziale Netzwerkanalyse in Medienforschung und Kulturanthropologie

Leben in sozialen Gemeinschaften funktioniert nicht ohne Vernetzung! So zählen soziale Netzwerkseiten im Internet inzwischen mehrere Millionen Mitglieder – und auch themen- und wissensbasierte Gemeinschaften vernetzen sich zunehmend virtuell in Online-Communitys. Doch was ist neu daran? Soziale Netzwerke waren auch im vordigitalen Zeitalter schon der Kitt, der Gemeinschaften verbunden und zusammengehalten hat.
»Knoten und Kanten 2.0« unternimmt eine Zusammenschau aktueller und herkömmlicher Formen sozialer Vernetzung. Die Beiträge richten einen interdisziplinären Blick auf soziale Netzwerke und laden zu einem Dialog über Konstanten und Unterschiede in virtuellen und Face-to-Face-Netzwerken ein.


 
Autorenbild Gamper, Markus;Reschke, Linda;Schönhuth, Michael;(Hg.)

Markus Gamper (Dr. phil.) ist am Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften im Bereich Erziehungs- und Kultursoziologie an der Universität zu Köln beschäftigt.
Linda Reschke hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Wissenschaftsmanagerin am Forschungscluster der Universitäten Trier und Mainz »Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke« gearbeitet. Seit 2013 arbeitet sie als Assistenz der Geschäftsführung in einem bayerischen mittelständischen Unternehmen.
Michael Schönhuth (Prof. Dr.), Ethnologe, lehrt und forscht an der Universität Trier und leitet mehrere Teilprojekte zur Netzwerkforschung bzw. zur Remigrationsforschung. Seit den 1990er Jahren berät er staatliche und nichtstaatliche Kultur- und Entwicklungsinstitutionen in den Bereichen partizipative Verfahren (v.a. im Bereich Netzwerkanalyse), Kultur und Entwicklung, Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management.

Homepage:
www.netzwerk-exzellenz.uni-trier.de

»Bemerkenswert bei der Anwendung der sozialen
Netzwerkanalyse ist der Umstand, dass sie disziplinenübergreifend eingesetzt wird, was sich auch in der Vielfalt der Beiträge und ihren unterschiedlichen Untersuchungsperspektiven niederschlägt.
Um Einblicke in die Breite der Forschungsfelder sozialtheoretischer Netzwerkanalyse zu erhalten [...] bestens geeignet.«
Petra Missomelius, MEDIENwissenschaft, 5 (2013)

Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Kommunikations-, Medien- und Kulturwissenschaften, Ethnologie, (Kultur-)Anthropologie, Volkskunde, Völkerkunde

Print 33,80 €

04/2012, 318 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-1927-0

Artikel-Nr.: 1927

-1927-0: Gamper et al. (Hg.), Knoten und

Soziale Netzwerkanalyse in Medienforschung und Kulturanthropologie

 

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E-Book 32,99 €

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03/2014, 318 Seiten
ISBN 978-3-8394-1927-4

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