Autoreninterview

... mit Nina Bandi, Michael G. Kraft und Sebastian Lasinger

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die heutige Situation zeigt auf, dass vermehrt Kritik an der... >>>
... mit Nina Bandi, Michael G. Kraft und Sebastian Lasinger

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die heutige Situation zeigt auf, dass vermehrt Kritik an der aktuellen gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Verfassung geäußert, dass Widerstand geleistet und nach Alternativen gesucht wird. Die Frage nach der Rolle der Kunst in diesem Prozess ist zentraler Gegenstand des vorliegenden Sammelbands. Es geht um den Versuch, die Bedingungen der Möglichkeit von Kunst als politischer Praxis auszuloten. Zudem knüpft der Band an die im Rahmen der Linz09 Kulturhauptstadt veranstaltete Subversivmesse an.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In diesem Band kommen nicht nur Theoretiker/-innen, sondern auch Künstler/-innen zu Wort, die dabei über ihr eigenes Schaffen reflektieren. So ist eine Sammlung theoretisch sehr gehaltvoller, aber auch humorvoller und selbstkritischer Texte entstanden. Dabei zeigt sich einerseits das Dilemma einer stark politisierten Kunst, in dem sich Künstler/-innen wiederfinden, und andererseits werden aktuelle theoretische Fragen beleuchtet: das Verhältnis von sozialen Bewegungen zu Kunst, die Verbindung Zentrum-Peripherie, individuelle und kollektive Subjektivierungsprozesse, Kunstformen und Künstler/-innen in hegemonial besetzten Arbeitsfeldern.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mit Jacques Rancière ist in dem Band ein Philosoph vertreten, der die Debatte um das Verhältnis von Kunst und Politik neu aufgeworfen und im letzten Jahrzehnt stark geprägt hatte. Im Zentrum steht sowohl eine Kritik der explizit politischen Kunst aber auch jüngerer Strategien subversiver Affirmation, Verfremdung und Überidentifikation. Ein anderes bedeutsames Thema wird mit dem Konzept der Dekolonialität von Walter Mignolo aufgeworfen, mit dem er fordert, dass der westliche Kunstbegriff nicht losgelöst von der kolonialen Vergangenheit Europas betrachtet werden kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Das Buch soll einen Beitrag zu einem breiten Diskurs zum Verhältnis von Kunst und Politik liefern und traditionelle Grenzziehungen zwischen Theorie und Praxis, Kunst und Wissenschaft und unterschiedlichen Disziplinen überwinden. Setzt man sich dem Buch aus, drängt sich zwangsweise die Frage nach der gegenwärtigen Verfasstheit unserer Gesellschaft und möglichen Auswegen daraus auf. Es kann folglich gar nicht exklusiv diskutiert werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Theoretiker/-innen und Künstler/-innen diskutieren das Verhältnis von Politik und Kunst, welches angesichts der aktuellen Krisen einer Neubestimmung bedarf. <<<


Nina Bandi / Michael G. Kraft / Sebastian Lasinger (Hg.)

Kunst, Krise, Subversion

Zur Politik der Ästhetik

Kann Kunst heute noch subversiv sein? Oder ist Kunst kein maßgebliches Feld gesellschaftlicher Verhandlungen und Veränderungen mehr? Wie können ästhetische Praxen Räume, Utopien und Emanzipationspotenziale aufzeigen – und wie ist deren Verhältnis zum Politischen zu denken?
Theoretiker/-innen und Künstler/-innen beleuchten diese Fragen anhand des Begriffs der Subversion. In Beiträgen, die sich durch theoretisch und territorial unterschiedlich geprägte Ansätze auszeichnen, werden die jeweiligen Verschränkungen von Kunst, Politik, Gesellschaft und Ökonomie sichtbar gemacht und alternative Entwürfe von Kunst und Politik diskutiert.
Mit einem erstmals auf Deutsch veröffentlichten Interview mit Jacques Rancière.


 

Nina Bandi (M.A.) ist freischaffende Philosophin und Politikwissenschaftlerin.
Michael G. Kraft (Dr. rer. soc. oec.) und Sebastian Lasinger (M. Sc.) lehren Soziale Bewegungen und Konflikte an der Universität Linz.
Gemeinsame Forschungsschwerpunkte sind politische und soziale Transformationsprozesse sowie konterhegemoniale Strategien im Spannungsfeld von Kunst, Politik, Gesellschaft und Ökonomie.

»Eine gute Einführung in die Problematik der Handlungsmächtigkeit von Einzelnen im Rahmen von künstlerischen Projekten.«
Andreas Hudelist, www.socialnet.de, 05.09.2012
Besprochen in:
kultur politik, 4 (2012)
www.kritisch-lesen.de, 1 (2014)

Philosophie, Kunstwissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Postcolonial Studies

Print 29,80 €

03/2012, 336 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1962-1

Artikel-Nr.: 1962

-1962-1: Bandi et al. (Hg.), Kunst, Krise

Zur Politik der Ästhetik

 

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03/2014, 336 Seiten
ISBN 978-3-8394-1962-5

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