Homophobie und Islamophobie

Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin

»Dort bin ich schwul, hier bin ich Ausländer ...«

Dieser profunde Beitrag zur Erforschung der Mehrfachdiskriminierung in den städtischen liberalen Milieus der Mehrheitsgesellschaft untersucht binationale schwule Paare in Berlin, die zugleich mit Homophobie und Islamophobie konfrontiert sind. Zülfukar Cetin zeichnet die Geschichte und historische Entwicklung der Diskriminierung plausibel nach und zeigt, dass die Homophobie aus den Prämissen der Heteronormativität und den daraus folgenden Normalisierungsprozessen resultiert.

Die Studie macht deutlich, dass die untersuchten Diskriminierungsbegriffe eng mit der Macht des Diskurses verbunden sind.

Auszeichnung

Wissenschaftspreis 2014 der Türkischen Gemeinde Deutschland und der Akdeniz Universität 

32,80 € *

2012-02-22, 422 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1986-7

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Zülfukar Çetin

Zülfukar Çetin, Opferperspektive e.V. Potsdam, Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und Türkischer Bund Berlin-Brandenburg, Deutschland

... mit Zülfukar Cetin

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es mag sein, dass in der Welt weißer heterosexueller Männer nicht so gern über die eigenen Privilegien nachgedacht wird. Aber Rassismus und Heteronormativität gehen genau aus dieser ‹Selbstverständlichkeit‹ hervor. Mein Buch zeigt, wie sich Mehrfachdiskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare vollziehen und kann damit zum Abbau von Diskriminierungen und Vorurteilen beitragen. Vielleicht bedeutet es für manche eine Herausforderung, Vorrechte aufzugeben – umso nötiger ist sie!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dieses Buch zeigt, wie unterschiedlich sich Diskriminierungserlebnisse auf einzelne Betroffene und ihren Alltag auswirken. Es geht nicht nur darum, wie oft die Menschen Rassismen und Homophobien erleben, sondern auch wie intensiv sie diese wahrnehmen, empfinden und verarbeiten. Das Buch beansprucht eine kritische Auseinandersetzung mit Marginalisierungs-, Essentialisierungs-, Markierungs- und Identitätspolitiken in einer Mehrheitsgesellschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Queere Lebensweisen und so genannte Migranten/-innen werden in der vorherrschenden Sicht meist im Kontrast identifiziert. Meine Studie bringt dagegen Diskriminierungen aus einer queer-migrantischen Perspektive zum Ausdruck und hinterfragt eurozentrische Studien zu Migration und Schwulsein. Homophobie und Islamophobie sind Erscheinungsformen von Heteronormativität und Rassismus. Das Buch widerlegt den konstruierten Gegensatz und zeigt, wie Menschen zum ›Anderen gemacht werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Während des Schreibprozesses habe ich immer an mögliche Leser/-innen gedacht und gehofft, ihnen nach der Veröffentlichung zu begegnen. Ich habe aber nicht ein bestimmtes Publikum im Kopf gehabt, wer, wann wo dieses Buch lesen würde. Daher bin ich neugierig darauf, mit Leser/-innen und anderen Interessent/-innen über das Buch zu diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Dieses Buch ist eine einzige Herausforderung selbst-kritisch zu sein und eigenen Heteronormativismus und Rassismus zu überwinden.

»Das Buch setzt mit seiner beeindruckenden Analyse von Mehrfachdiskriminierungen wichtige Maßstäbe für zukünftige antirassistische queer studies in Deutschland.«
Eva Kalny, Peripherie, 129 (2013)
»Spannend zu lesende Studie.«
Gudrun Hauer, LAMBDA-Nachrichten, 3 (2013)
»Die Studie bietet [...] differenzierte Einblicke in konkrete Fälle von Mehrfachdiskriminierung, die typologisch auf das intersektionale Analysemodell bezogen werden.«
David Christopher Stoop, Das Argument, 301 (2013)
»Ist bereits der theoretische Teil der Arbeit sehr lesenswert, weil er einen sehr guten Überblick über den aktuellen Forschungsstand bietet, [...] liefert der praktische Teil der biographisch-narrativen Interviews eine ebenfalls sehr gute exemplarische Ausführung, von der anschließende Forschungsarbeiten profitieren werden.«
Heinz-Jürgen Voß, Gender, 1 (2013)
»Bereichernd ist die Studie [...], weil sie die subjektiven Wahrnehmungen der Interviewpartner und deren Umgang mit Erfahrungen von intersektionalen Diskriminierungen ausführlich darlegt.«
Sabrina Apicella, analyse & kritik, 576/10 (2012)
»Zum Thema Mehrfachdiskriminierung liegen bis heute vergleichsweise nur wenige wissenschaftliche Forschungen und theoretische Auseinandersetzungen vor – umso relevanter ist hier Çetins Beitrag.«
Vina Yun, an.schläge, 7/8 (2012)
»Eine vorzügliche qualitative intersektionale Untersuchung. [...]
Çetins Arbeit ist ein wichtiger Schritt, Diskriminierungen und ihre Verschränkungen nachhaltig in den Blick zu bekommen und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen zu können.«
www.kritisch-lesen.de, 7 (2012)
Besprochen in:

Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft, 6 (2012)
IDA-NRW, 18/2 (2012)
Queeramnesty Berlin, 10 (2012), Eva Kalny
www.qwien.at, 25.04.2013, Andreas Brunner
Zeitschrift für Sexualforschung, 47/2 (2014), Michael Bochow
Autor_in(nen)
Zülfukar Çetin
Buchtitel
Homophobie und Islamophobie Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
422
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1986-7
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JFSL JFSR2
BISAC-Code
SOC012000 SOC031000 SOC049000
THEMA-Code
JBSJ JBSL1 QRPP
Erscheinungsdatum
2012-02-22
Auflage
1
Themen
Islam, Migration, Geschlecht
Adressaten
Soziologie, Psychologie, Sozialarbeit, Ethnologie, Sozialpsychologie, Rechtswissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Diskriminierung, Rassismus, Homophobie, Islamophobie, Migration, Queer Studies, Heteronormativität, Intersektionalität, Gender, Islam, Queer Theory, Islamwissenschaft, Soziale Ungleichheit, Kulturwissenschaft

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