Autoreninterview

... mit Markus Leibenath

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Oftmals werden Landschaften als etwas Selbstverständliches, Naturgegebenes betrachtet. Unser... >>>
... mit Markus Leibenath

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Oftmals werden Landschaften als etwas Selbstverständliches, Naturgegebenes betrachtet. Unser Buch will die Augen dafür öffnen, dass Landschaften in politischen, kulturellen und sozialen Prozessen entstehen und von Laien wie Experten, von Nutzern wie Betrachtern gleichermaßen ›gemacht‹ werden. Damit stellt es grundlegende Erkenntnisse für einen anderen, bewussteren und möglicherweise nachhaltigeren Umgang mit Landschaften bereit.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In dem Buch wird mit institutionalistischen, diskurstheoretischen und hermeneutischen Zugängen gearbeitet, die bislang kaum für die Analyse von Landschaften fruchtbar gemacht wurden. Neu ist auch, dass die soziale Konstruktion von Landschaften in Bereichen wie Landschaftsplanung, Alltagspraxis, Regionalentwicklung, Naturschutz und Energiepolitik empirisch untersucht wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In den letzten Jahren ist in der internationalen Raum- und Landschaftsforschung eine gewisse Konjunktur interpretativer, konstruktivistischer Ansätze zu beobachten. Das Buch knüpft an diese Debatten an und bereichert sie um theoretische wie empirische Facetten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die bereit sind, gewohnte Sichtweisen auf Landschaften zu hinterfragen. Mit allen, die verstehen wollen, warum wir bestimmte Landschaften als ›schön‹ bezeichnen, andere als ›hässlich‹ oder ›zerstört‹. Und schließlich mit allen, die unzufrieden sind mit den gegenwärtigen Landschaften und die den Mut haben, Visionen anderer Landschaften zu entwickeln.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch bietet einen ungewohnten Blick auf das ›Machen‹ von Landschaften anhand zahlreicher Beispiele. <<<


Markus Leibenath / Stefan Heiland / Heiderose Kilper / Sabine Tzschaschel (Hg.)

Wie werden Landschaften gemacht?

Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften

Wie wir mit den Landschaften umgehen, in denen wir leben, hängt entscheidend davon ab, wie darüber kommuniziert wird und welche Bilder und Vorstellungen davon zirkulieren. In diesem Band werden alltagsweltliche Landschaftskonstruktionen ebenso beleuchtet wie planerische Landschaftsverständnisse, Landschaftskonzepte in Windenergiediskursen und kulturlandschaftliche Handlungsräume.
Die Beiträge verknüpfen soziologische und politikwissenschaftliche Zugänge mit reichhaltigen empirischen Befunden, wodurch der Band für Sozialgeographen, Planungswissenschaftler und Praktiker gleichermaßen interessant ist.


 
Autorenbild Leibenath, Markus;Heiland, Stefan;Kilper, Heiderose;Tzschaschel, Sabine;(Hg.)

Markus Leibenath (Dr.) erforscht Governanceprozesse und Diskurse im Zusammenhang mit Biodiversität und Landschaft am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden.
Stefan Heiland (Prof. Dr.) lehrt Landschaftsplanung und -entwicklung und ist Direktor des Instituts für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der Technischen Universität Berlin.
Heiderose Kilper (Prof. Dr.) ist Direktorin des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung und Professorin an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.
Sabine Tzschaschel (Dr.) war zuletzt Leiterin des Arbeitsschwerpunkts Deutsche Landeskunde und Projektleiterin Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig.

Homepage:
Leibenath
Heiland
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Tzschaschel

»Der Band bereichert die noch immer überwiegend positivistisch geprägte Landschaftsforschung und bietet mit seinen zahlreichen Beispielen einen guten Einblick in die produktive und unterschätzte Nische konstruktivistischer, interpretativer Landschaftsforschung.«
Vera Vincenzotti, Raumforschung Raumordnung, 10.05.2014
»[Es wird] deutlich, dass eine ›ökologische‹ auf (natur-)wissenschaftlichen Grundlagen basierende Argumentation in vielen Diskussionen um Landschaften und ihre Entwicklung eine dominante Rolle spielt gegenüber sozio-kulturellen Sichtweisen. Hier leistet der Band einen wichtigen aufklärerischen Beitrag.«
Norman Backhaus, Geographica Helvetica, 70 (2015)
»Für Sozialgeografen, Planungswissenschaftler, Politiker und Praktiker bietet der Sammelband eine Fülle von Hinweisen und Diskussionsanlässen zur Frage, was ›Landschaft‹ für Menschen Hier, Heute und Morgen konstituiert.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 04.05.2013
Besprochen in:
Stadt und Raum, 3 (2013)
Fraunhofer IRB, 8 (2013)
anthos, 3 (2013)
NIKE-Bulletin, 1-2 (2014)

Geographie, Landschaftsplanung, Naturschutz, Raumplanung, Soziologie, Politikwissenschaften, Kulturwissenschaften, Regionalmanagement sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 29,80 €

03/2013, 280 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-1994-2

Artikel-Nr.: 1994

-1994-2: Leibenath et al. (Hg.), Wie werden

Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften

 

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E-Book 26,99 €

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03/2014, 280 Seiten
ISBN 978-3-8394-1994-6

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