Autoreninterview

... mit Katja Hoffmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zu jeder Documenta sollte es mindestens ein gutes Buch mit einer scharfsinnigen Analyse geben, die... >>>
... mit Katja Hoffmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zu jeder Documenta sollte es mindestens ein gutes Buch mit einer scharfsinnigen Analyse geben, die kulturdiagnostische Relevanz hat. Nicht allein deskriptiv, sondern geistesgeschichtlichen Ideen und kulturellen Konzepten auf der Spur ... Wenn dann noch eine historische Einordnung der Ausstellung im Kontext der Geschichte der Kasseler Kunstschau geleistet wird, dann liefert das Buch Zündstoff, der nicht allein für Documenta-Kenner/-innen, Ausstellungsmacher/-innen und kritische Geister lesenswert ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Ausstellungen als Deutungsinstanzen einer Kultur: Wenn Sie es lesen, wird sich Ihr Blick auf Kunstausstellungen, insbesondere die Documenta und ihre Geschichte, verändern. Es geht der Frage nach, warum gerade im Jahr 2002 mit der elften Documenta das dokumentarische Bild und ein eurozentristischer Kunstbegriff in einer bis dato nicht dagewesenen Bandbreite hinterfragt wird.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch liefert sowohl theoretisch als auch methodisch einen innovativen Ansatz zum großen und komplexen Thema ›Ausstellungsanalyse‹. Foucaults Dispositiv-Begriff spielt dabei eine zentrale Rolle. Darüber hinaus verbindet die Publikation aktuelle kunst-, medien- und bildwissenschaftliche Debatten miteinander und fragt danach, wie die fotografischen Bildmedien und der Bruch nach 1989 den Kunstbegriff – nicht zuletzt im Rahmen der Documenta – nachhaltig verändert haben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wahrscheinlich bei einem Bier mit meiner alten Freundin Sabine Schöbel, die auch Filmwissenschaftlerin ist und die Grenze zwischen ›großer Kunst‹ und ›großem Kino‹ schon immer in Frage gestellt hat. Oder auch mit Arnold Bode, dem ersten Documenta-Leiter, und der künstlerischen Leiterin der Documenta im Jahr 2052: kleiner, runder Tisch, Lolita-Bar in Kassel, wir zu dritt – Diagnosen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

5. Ihr Buch in einem Satz:
›Ich bin für eine Kunst, die etwas anderes tut als in einem Museum auf ihrem Arsch zu sitzen.‹ (Claes Oldenburg) <<<


Katja Hoffmann

Ausstellungen als Wissensordnungen

Zur Transformation des Kunstbegriffs auf der Documenta 11

Ausstellungen sind konstitutiv für die »Ordnungen des Wissens« einer Kultur – so etwa für den Kanon der Kunstgeschichte. Im Mittelpunkt dieses Buches steht die »Documenta 11« aus dem Jahre 2002, an der sich eine Entwicklung symptomatisch ablesen lässt: Nach dem Bruch von 1989 und mit dem dominanten Einsatz fotografisch-dokumentarischer Bildmedien wurde hier ein immer noch wirkmächtiger abstrakter, modernistischer Kunst- und Bildbegriff in Frage gestellt, der auf »Werkautonomie«, »Originalität« und einer »eurozentristisch-westlichen Kunstgeschichtsschreibung« basiert.
Katja Hoffmanns systematische Ausstellungsanalyse entwickelt zugleich einen innovativen Ansatz zur Untersuchung von Foto-, Film- und Videoinstallationen (u.a. von Candida Höfer, Fiona Tan, Eija-Liisa Ahtila) und knüpft an aktuelle bild- und medienwissenschaftliche Fragestellungen an.


 
Autorenbild Hoffmann, Katja

Katja Hoffmann (Dr. phil.) ist als freie Autorin, als Kunst- und Deutschlehrerin in Köln sowie als Dozentin in den Kunst- und Medienwissenschaften tätig.

Homepage:
www.hoffmannkatja.de

»Eine umsichtige, schlüssige und zur Weiterführung inspirierende Studie.«
Ralf Michael Fischer, sehepunkte, 14/3 (2014)
Besprochen in:

Kunstform, 15/3 (2014), Ralf Michael Fischer
Kunstchronik, 67/8 (2014), Astrid Schmidt-Burkhardt

Kunst- und Medienwissenschaften, Kunstgeschichte, Bildwissenschaften sowie Praktiker_innen im Bereich Kunstmuseum, -ausstellung, -vermittlung sowie Museums- und Kunstpädagogik

Print 39,80 €

04/2013, 502 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2020-7

Artikel-Nr.: 2020

-2020-7: Hoffmann, Ausstellungen als Wissensord.

Zur Transformation des Kunstbegriffs auf der Documenta 11

 

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E-Book 38,99 €

PDF-Download, 6,42 MB
03/2014, 502 Seiten
ISBN 978-3-8394-2020-1

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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