Interview

... mit Andreas Rauh

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es von einem Thema handelt, das uns alle betrifft: Atmosphären. Sie begegnen uns in Form... >>>
... mit Andreas Rauh

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es von einem Thema handelt, das uns alle betrifft: Atmosphären. Sie begegnen uns in Form von Kaufhausatmosphären, von Lagerfeueratmosphären, von gemütlichen oder angespannten Atmosphären und sind in gestalteten und gewachsenen Umwelten immer mehr oder weniger intensiv spürbar. Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung und Handlungsorientierung. Es fehlen jedoch das begriffliche Rüstzeug und die methodische Reflexion, um sie wissenschaftlich zu begreifen und damit zugänglich zu machen. Das Buch versucht, hier Abhilfe zu schaffen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Zunächst wird v.a. die Verwandtschaft der Konzepte von ›Atmosphäre‹ und ›Aura‹ herausgestellt – das hilft, die spezifische Wahrnehmungsweise von Atmosphären zu klären, und was eine besondere Atmosphäre ist. Dann kommt es mir aber besonders auf den Aspekt der Vagheit der Atmosphären an – das hilft, das Reden von und über Atmosphären zu klären. Und darauf bezieht sich abschließend eine qualitativ empirische Feldforschungsstudie, die Atmosphären bei zwei Kunst-Ausstellungen von Gerhard Richter zu erfassen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Eine große. Wie sehr uns Atmosphären beeinflussen, wie und in welchem Umfang wir sie gestalten können, hängt stark davon ab, wie wir uns über sie verständigen können. Mein Buch will daher nicht nur bekannte Positionen referierend zusammentragen, sondern das Phänomen verständlich machen – in begrifflich-theoretischer, aber auch in feldforschend-praktischer Hinsicht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am reizvollsten fände ich es, zum einen mit den Praktikern zu sprechen, die tagtäglich Atmosphären erzeugen: Schaufensterdekorateuren, Werbefachleuten, Lehrern, Inszenierern aller Art – mit der Frage: Wie erzeugt man bewusst welche Atmosphären? Und dann zum anderen mit den Theoretikern: Phänomenologen, Pädagogen, Kultur- und Medienwissenschaftlern – mit der Frage: Ist das Atmosphärenkonzept tragfähig, wo könnte man nachbessern?

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch behandelt das Wahrnehmungsphänomen der Atmosphäre und erschließt es durch fundierte begriffliche Untersuchungen und eine qualitativ-empirische Studie. <<<


Andreas Rauh

Die besondere Atmosphäre

Ästhetische Feldforschungen

Atmosphäre ist ein Grundphänomen unserer Lebenswirklichkeit. Andreas Rauh untersucht Atmosphäre im begrifflichen Feld der Ästhetik – zunächst in Anlehnung an den Vorgängerbegriff der »Aura« (Walter Benjamin). Er erarbeitet systematisch eine prägnante Atmosphäre-Position im Anschluss an Gernot Böhme und stellt dabei die Vagheit von Atmosphären heraus.
Anhand einer erweiterten Wahrnehmungstheorie mit Blick auf die »besondere Atmosphäre« zeigt Rauh, dass sich Atmosphären im Rahmen der qualitativ-empirischen Methode der »Aisthetischen Feldforschung« erschließen lassen, wobei Werke von Gerhard Richter als Untersuchungsobjekt im Mittelpunkt stehen.


 
Autorenbild Rauh, Andreas

Andreas Rauh (Dr. phil.), geb. 1980, ist Geschäftsführer des Human Dynamics Centre der Fakultät für Humanwissenschaften der Universität Würzburg.

Homepage:
Andreas Rauh: www.andreasrauh.eu
Andreas Rauh: Uni Würzburg

»Die Stärke der Arbeit liegt darin, eben nicht nur theoretische Begriffsarbeit zu leisten, sondern auch praktische Feldforschung zu konturieren und zu nutzen.«
Kathrin Herbold, Kunst+Unterricht, 387-388 (2014)
Besprochen in:

Quatember, 78/1 (2014), Florian Herrmann

Ästhetik, Kunstpädagogik, Philosophie, Phänomenologie, Bildwissenschaft

Print 29,80 €

03/2012, 288 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2027-6

Artikel-Nr.: 2027

-2027-6: Rauh, Die besondere Atmosphäre

Ästhetische Feldforschungen

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 1,57 MB
03/2014, 288 Seiten
ISBN 978-3-8394-2027-0

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