Autoreninterview

... mit Caspar Battegay

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Wahrnehmung des Judentums erscheint in Deutschland oft auf den Opferstatus oder auf den... >>>
... mit Caspar Battegay

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Wahrnehmung des Judentums erscheint in Deutschland oft auf den Opferstatus oder auf den Nahostkonflikt beschränkt. Mein Essay führt demgegenüber die aktuelle Produktivkraft jüdischer Tradition vor. Der Blick auf Film-, Musik- und TV-Produktionen zeigt dabei nicht nur die Vielfalt, sondern paradigmatisch auch die Transformationen jüdischer Identitäten in der Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdwahrnehmung – was auch für andere Minderheiten von Belang ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In der globalen Popkultur erscheint das Judentum nicht mehr als ›die‹ Minderheit, sondern als Teil einer Gesellschaft, die nur aus Minderheiten besteht. Diese Umkehrung der Optik soll eine andere Wahrnehmung des Judentums inspirieren, die sich von festen Mustern ablöst. Gleichzeitig soll auf das enorme Inspirationspotenzial des Judentums für die allgemeine Popkultur hingewiesen werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Zum ersten Mal wird auf Deutsch ausführlich den Figuren des Jüdischen in der Popkultur nachgegangen. Nach einer kurzen Geschichte der jüdischen Popkultur (vor allem in Nordamerika) wird auf zentrale Themen wie die Theodizee oder die Repräsentation des Holocaust in der Popkultur eingegangen sowie die Darstellung des Judentums in Deutschland nach 1989 thematisiert. In dieser bewussten Breite bietet der Essay eine Anregung für ein (fast) völlig neues Forschungsfeld in den Jüdischen Studien in Deutschland.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten würde ich darüber mit Walter Benjamin sprechen, dem 1940 verstorbenen Kultur- und Literaturtheoretiker, was also eine Zeitreise bedingen würde (ein in der Popkultur nicht ganz ausgeschlossenes Unternehmen). Am zweitliebsten aber diskutiere ich das Buch mit den vielen Kolleginnen und Kollegen, die sich ebenfalls für das Thema interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Kann jüdisch sein hipp sein? Dieser Essay liefert den Beweis. <<<


Caspar Battegay

Judentum und Popkultur

Ein Essay

Was ist jüdisch? Die Frage nach kulturellen Zuordnungen und religiösen Traditionen wird in der Popkultur oft auf überraschende und spielerische Weise beantwortet. Auch das Judentum erscheint in der Popkultur des 20. und 21. Jahrhunderts nicht als etwas Festes, sondern als wandelbare Figur in einem immer neu zu inszenierenden Spiel. Caspar Battegays Essay geht diesem Spiel mit Figuren des Jüdischen in einer Auswahl ganz unterschiedlicher Filme, TV-Serien, Songs und Texte nach. Dabei wird nicht nur ein neuer Forschungsbereich für die Jüdischen Studien in Deutschland erschlossen – auch die Theorie der Popkultur wird um die bislang vernachlässigte Dimension des Jüdischen bereichert.


 
Autorenbild Battegay, Caspar

Caspar Battegay (Dr. phil.) lehrt am Institut für Jüdische Studien der Universität Basel. Seine Interessensgebiete sind deutsch-jüdische Literatur, Literaturtheorie, moderne Geistesgeschichte und Popkultur.

Homepage:
Uni Basel

»›Judentum und Popkultur‹ [ist] ein wichtiges Buch, das Lücken schließt und Wahrnehmung schärfen hilft.«
Julian Weber, taz, 20.09.2012
Besprochen in:
Jonas Engelmann, Jungle World, 22.03.2012
wina, 4 (2012), Paul Divjak
GMK-Newsletter, 5 (2012)
http://buecher.hagalil.com, 22.05.2012
WOZ, 39 (2012), Klaus Walter
Skug, 84/10-12 (2012), Didi Neidhart
Büchermarkt, Deutschlandradio, 01.10.2012, Thomas Kleinspehn
ZEIT, 28.02.2013, Klaus Walter
Buchkultur, 147 (2013), Konrad Holzer

Medienwissenschaft, Jüdische Studien, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Soziologie, Musikwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 19,80 €

03/2012, 154 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2047-4

Artikel-Nr.: 2047

-2047-4: Battegay, Judentum und Popkultur

Ein Essay

 

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03/2014, 154 Seiten
ISBN 978-3-8394-2047-8

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