Autoreninterview

... mit Morikawa Takemitsu

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
›Romantische Liebe‹ und ›Liebessemantik‹ sind sowohl in der... >>>
... mit Morikawa Takemitsu

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
›Romantische Liebe‹ und ›Liebessemantik‹ sind sowohl in der Populärwissenschaft als auch in der Fachliteratur ein beliebtes Thema. Fokussiert wird zumeist ausschließlich auf die Lage von der intimen Beziehung in Westeuropa und Nordamerika. Neu ist in diesem Sammelband vor allem die Erweiterung des Beobachtungsgegenstandes – Medien und Diskurse über die Liebe und die intime Beziehung in Ostasien, Indien, Nahost und Südamerika werden in diesem Sammelband mitreflektiert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Aus dem Vergleich kann man viele neue Perspektiven eröffnen. Für mich ist besonders interessant, dass der komplizierte Bedeutungskomplex der modernen romantischen Liebe in der Rezeption in der Peripherie der Weltgesellschaft (hier meine ich in Japan, China, Indien und in Nahost) auf das viel einfachere Schema ›Freie Liebe vs. Arrangierte Ehe‹ reduziert wird. ›Die romantische Liebe‹ ist allerdings kein Synonym der ›freien Liebe‹, worauf Niklas Luhmann zu Recht hinweist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es ist uns (mir und anderen Autoren im Band) ein Anliegen, einen Überblick von verschiedenen Varianten der Liebessemantik in verschiedenen Kulturkreisen zu schaffen und die Dynamik zwischen Globalität und Lokalität einerseits und zwischen Semantik, Medien und Gesellschaftsdifferenzierung anderseits zu beleuchten, und damit einen Beitrag zur Weltgesellschaftsforschung zu leisten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Das Thema Liebe ist alt und neu. Die Menschheit hat seit langem über die Liebe diskutiert. Wenn ich drei Personen wählen darf, hätte ich gerne mit La Rochefoucauld, Stendhal, Kitamura Tôkoku (japanischer Dichter: 1868-1894) diskutiert. Sie sind alle schon verstorben. Unter den gegenwärtigen Autoren möchte ich gerne einmal mit Eva Illouz diskutieren. Wir schließen uns jeweils an ganz unterschiedliche Theorietradition, umso spannender soll die Diskussion sein.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Hat die romantische Liebe eine universelle Gültigkeit? <<<


Takemitsu Morikawa (Hg.)

Die Welt der Liebe

Liebessemantiken zwischen Globalität und Lokalität

Wie ist der globale Konsum von Liebe möglich? Was geschieht, wenn lokale und globale Semantiken zusammenstoßen? Fördert diese Begegnung die Evolution der Liebessemantik – oder wird sie dadurch behindert?
Dieser Band beleuchtet das Spannungsverhältnis von Globalität und Lokalität anhand von unterschiedlichen Rezeptionen der modernen, westlich geprägten Liebessemantik in verschiedenen Kulturkreisen und sozialen Schichten. Systematisch präsentieren und diskutieren die Beiträge verschiedene Rezeptionsprozesse sowie Modifikationen durch die Konfrontation mit lokalen, traditionellen Semantiken und ermöglichen so einen außergewöhnlichen Einblick in die Welt der Liebe.


 
Autorenbild Morikawa, Takemitsu;(Hg.)

Takemitsu Morikawa (PD Dr. rer. pol.) ist Privatdozent an der Universität Luzern. Er lehrt dort und an anderen europäischen sowie japanischen Universitäten Soziologie und Japanologie.

Homepage:
Takemitsu Morikawa: Uni Luzern

Besprochen in:

Philosophischer Literaturanzeiger, 68/2 (2015), Justin Stagl
The Journal of studies in contemporary sociological theory, 9 (2015), Saburo Akahori

Soziologie, Literaturwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaft

Print 34,99 €

02/2014, 386 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2052-8

Artikel-Nr.: 2052

-2052-8: Morikawa (Hg.), Die Welt der Liebe

Liebessemantiken zwischen Globalität und Lokalität

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 1,90 MB
06/2014, 386 Seiten
ISBN 978-3-8394-2052-2

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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