Autoreninterview

... mit Frank Kelleter

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zu Serien und Serialität ist zuletzt vieles – und viel Gutes – erschienen. Die... >>>
... mit Frank Kelleter

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zu Serien und Serialität ist zuletzt vieles – und viel Gutes – erschienen. Die meisten dieser Publikationen beschäftigen sich mit einem bestimmten medialen Ausschnitt des Gesamtphänomens, z.B. Fernsehserien oder Comics. Oft sind diese Arbeiten auch einer bestimmten Medien- oder Kulturtheorie verpflichtet, die dann anhand von Serien abgearbeitet oder bestätigt wird. Dieses Buch dagegen schließt unterschiedliche serielle Medien ein und lässt sich konsequent von den historischen und kulturellen Aktivitäten populär-seriellen Erzählens selbst leiten. Damit bietet es interdisziplinäre Grundlagen- und Überblickstexte zu vielen laufenden Debatten und Forschungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es ist eines der ersten interdisziplinären Bücher zum Thema und dabei doch mehr als ein Sammelsurium unterschiedlicher ›Ansätze‹. Das Buch entwickelt eine Rahmentheorie populärer Serialität, die bisherige fachwissenschaftliche Ansätze integriert, sich aber zugleich bemüht, populäre Serien nicht bloß als Bestätigungsobjekte für diese oder jene Kultur- oder Medientheorie zu nehmen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das ergebnisoffene Erzählen in arbeitsteilig hergestellten, kommerziellen Serienprodukten begleitet die moderne Kultur mindestens seit dem frühen 19. Jahrhundert. Das Buch »Populäre Serialität«, hervorgegangen aus der DFG-Forschergruppe ›Ästhetik und Praxis populärer Serialität‹, fragt nach der kulturellen Bedeutung dieses erfolgreichen Erzähltypus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Dank unserer DFG-Forschergruppe hatten wir in den letzten Jahren Gelegenheit, genau mit den Personen zu diskutieren, die wir uns hierfür gewünscht haben. Viele davon – z.B. Lorenz Engell oder Jason Mittell – sind zu Beiträgern des Bandes geworden. Bisher noch nicht erreichen konnten wir einen Pionier der Serialitätsforschung namens Umberto Eco.

5. Ihr Buch in einem Satz:
»Populäre Serialität« beschreibt die narrativen Eigenschaften, historischen Grundlagen und kulturellen Dimensionen eines der wichtigsten Erzählformate der modernen Welt: der Serie. <<<


Frank Kelleter (Hg.)

Populäre Serialität: Narration – Evolution – Distinktion

Zum seriellen Erzählen seit dem 19. Jahrhundert

Wie lässt sich die starke Verbreitung von seriellen Erzählungen seit dem 19. Jahrhundert erklären? Welche neuen Erzählformate werden durch Serialisierung geschaffen? Wie beeinflussen populäre Serien unsere Wahrnehmung und Strukturierung sozialer Realität?
Die Beiträge in diesem Band gehen diesen Fragen nach und zeigen u.a., welche Wandlungen Serienfiguren durchlaufen, wenn sie in neue Medien übertragen werden, oder wie bei lang laufenden Serien die Übergänge zwischen Produzenten und Nutzern immer fließender werden. So ergibt sich ein facettenreicher Blick auf einen wesensbestimmenden Erzähltypus der Populärkultur.


 

Frank Kelleter ist Lehrstuhlinhaber für Nordamerikastudien an der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die amerikanische Kolonialzeit und Aufklärung, Theorien der amerikanischen Moderne und die amerikanische Medienkultur. Er ist Sprecher der DFG-Forschergruppe »Ästhetik und Praxis populärer Serialität«.

Homepage:
popularseriality.uni-goettingen.de

»Ein erster Schritt dazu, zu begreifen, was Serien wirklich tun, ist mit diesem unbedingt zu empfehlenden Band getan.
Wieland Schwanebeck, MEDIENwissenschaft, 4 (2013)
»Das Niveau der Beiträge ist [...] durchgehend hoch, und viele von ihnen dürften sich auf ihren jeweiligen Forschungsfeldern als Standardtexte etablieren.«
Lothar Mikos, tv diskurs, 17/4 (2013)
Besprochen in:

www.filmtogo.net, 18.10.2013, Denis Sasse
GERMANISTIK, 55/1-2 (2014)

Amerikanistik, Film- und Fernsehwissenschaft, Medienwissenschaft, Germanistik, Kulturanthropologie, Populärkulturforschung

Print 32,80 €

08/2012, 408 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2141-9

Artikel-Nr.: 2141

-2141-9: Kelleter (Hg.), Populäre Serialität

Zum seriellen Erzählen seit dem 19. Jahrhundert

 

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E-Book 31,99 €

PDF-Download, 3,34 MB
03/2014, 408 Seiten
ISBN 978-3-8394-2141-3

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