Autoreninterview

... mit Andreas Frings

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unser Buch macht auf eine verschüttete Tradition in der Semiotik aufmerksam und lotet... >>>
... mit Andreas Frings

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unser Buch macht auf eine verschüttete Tradition in der Semiotik aufmerksam und lotet gleichzeitig die Potenziale einer entsprechend erneuerten Semiotik aus. Ob die Welt das braucht? Die Welt vielleicht nicht, die Kulturwissenschaften hingegen schon, weil sie in ihrer Konzentration auf ›Symbole‹ den zweiten Schritt vor dem ersten gehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Kulturwissenschaftler interessieren sich für Zeichen, die sie als Spuren einer immer schon von Menschen kulturell gedeuteten Wirklichkeit lesen. Sie vergessen mitunter, dass nicht alle Zeichen absichtsvolle Bedeutungsträger sind; sie sind zunächst Überrest von etwas, kausales Produkt von historischen Sachverhalten. Der klassischen Semiotik war dies bewusst; heute gilt es, dies neu zu entdecken, es mit modernen wissenschaftstheoretischen Positionen zusammenzubringen und empirisch auszuloten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Semiotik ist ein zentraler Traditionsstrang der modernen Kulturwissenschaften. Sie wurde jedoch auf ›Symbole‹ enggeführt. Damit beraubt sie sich eigener Potenziale und wird auch wissenschaftstheoretisch angreifbarer. Die Rückbesinnung auf eine indexikalische Semiotik kann diese Schwäche überwinden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit großen Semiotikern, die sich selbst auf Symbole konzentrierten: mit Umberto Eco beispielsweise.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein Buch, um den Spuren des Spurenlesens nachzugehen und dabei Anregungen für die eigene Arbeit zu gewinnen. <<<


Andreas Frings / Andreas Linsenmann / Sascha Weber (Hg.)

Vergangenheiten auf der Spur

Indexikalische Semiotik in den historischen Kulturwissenschaften

Die modernen Kulturwissenschaften können im Anschluss an Carlo Ginzburg als Ausprägungen eines seit dem 19. Jahrhundert dominanten semiotischen Indizienparadigmas angesehen werden, das an sehr alte Formen der Spurensuche und des Fährtenlesens anknüpft. Die modernen Historischen Kulturwissenschaften jedoch betreiben eine Engführung des Zeichenbegriffs auf Symbole, auf Zeichen, denen vom Akteur selbst bereits eine Bedeutung zugeschrieben wird. Die Beiträge in diesem Band stellen dem die fundierte These entgegen, dass der indexikalische Zeichenbegriff, die »Spur«, methodisch und theoretisch Vorrang haben sollte.


 
Autorenbild Frings, Andreas;Linsenmann, Andreas;Weber, Sascha;(Hg.)

Andreas Frings (Dr. phil.) ist Studienmanager am Historischen Seminar der Universität Mainz.
Andreas Linsenmann (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Mainz.
Sascha Weber (M.A.) ist Doktorand am Historischen Seminar der Universität Mainz und Sprecher des Forums Junge Kulturwissenschaften.

Homepage:
Andreas Frings: Uni Mainz
Andreas Linsenmann: Uni Mainz
Sascha Weber: Uni Mainz

»Ein für jeden Kulturwissenschaftler durchaus lesenswertes Angebot, sich anhand semiotischer Begriffe grundsätzlichen methodischen Fragen zuzuwenden.«
Johanna Olk, H-Soz-u-Kult, 30.10.2012

Archäologie, Ethnologie, Literaturwissenschaften, Geschichte, Islamkunde, Philosophie, Theologie

Print 32,80 €

06/2012, 282 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2150-1

Artikel-Nr.: 2150

-2150-1: Frings et al. (Hg.), Vergangenheiten

Indexikalische Semiotik in den historischen Kulturwissenschaften

 

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PDF-Download, 1,73 MB
03/2014, 282 Seiten
ISBN 978-3-8394-2150-5

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