Autoreninterview

... mit Vittoria Borsò

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Auswirkungen der finanzwirtschaftlichen Krisen stehen ganz oben auf der Agenda der... >>>
... mit Vittoria Borsò

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Auswirkungen der finanzwirtschaftlichen Krisen stehen ganz oben auf der Agenda der Nachrichtenmedien. Dieser Band ist ein Versuch, dem Problem auf den Grund zu gehen und die vielfältigen Bereiche zu zeigen, in denen Finanzmechanismen das Leben durchdringen. Die Ökonomisierung des Lebens regiert dabei nicht nur über das Soziale, sondern strukturiert auch das Imaginäre von Gemeinschaft und Subjekt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Ökonomie ist nicht nur eine Domäne von Ökonomen. Sie ist vielmehr eine politische Kraft, die in das konkrete Leben eingreift. Die profunden und vielseitigen Beziehungen von Ökonomie und Leben müssen deshalb im Dialog mit der politischen Philosophie, Soziologie und Medienwissenschaft, aber auch in Literatur und Kunst analysiert werden. Dabei werden Kraftfelder und Kulturtechniken von Subjekten erkennbar, die sich dem Regieren durch die Bioökonomie widersetzen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die aktuellen Forschungen zu Biopolitik und Gouvernementalität werden hier auf die Ökonomie im obengenannten Sinne zugespitzt. Dabei wird ›Bioökonomie‹, ein etabliertes Gebiet der italienischen politischen Philosophie, erstmalig dem deutschen Publikum vorgestellt und als Paradigma der Philosophie und Kulturwissenschaften systematisch eingeführt. Das Buch könnte auch Ökonomen ansprechen, die die Grenzen abstrakter, finanzwirtschaftlicher Modelle eingesehen haben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Joseph Vogl (Humboldt-Universität zu Berlin), Rosi Braidotti (Utrecht University), Susanne Lettow (Freie Universität Berlin) und Tomaso Duso (DICE, Duesseldorf Institute for Competition Economics).

5. Ihr Buch in einem Satz:
Zeitdiagnose: Ein Dispositiv aus Ökonomie, Politik und Medien regiert das Leben; die ›Kunst‹ des Lebens hängt aber vom Spielraum der Subjektivierung ab! <<<


Vittoria Borsò (Hg.)

Wissen und Leben – Wissen für das Leben

Herausforderungen einer affirmativen Biopolitik
(unter Mitarbeit von Sieglinde Borvitz, Aurora Rodonò und Sainab Sandra Omar)

Biopolitik und Gouvernementalität ersetzen allmählich das politische Regieren durch Netzwerke von Biosozietät. Leben begegnen wir darin aber nur in dessen Eingefangen-Sein durch politische, soziale oder auch ökologische Konzepte. Auswege findet dieses Buch in Beiträgen zur affirmativen Biopolitik von Roberto Esposito, von ihm selbst eröffnet, und in einer von Heidegger inspirierten Ontologie des Lebens, eingeleitet von Hans Ulrich Gumbrecht und aufgesucht in der Materialitätsästhetik von Schrift und Medien. So werden Konfigurationen eines Wissens des Lebens greifbar, die die Basis für einen Dialog mit den Biowissenschaften sein können.


 

Vittoria Borsò (Prof. Dr. phil.) lehrt Romanistische Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben den Lateinamerika- und Europastudien Biopolitik, Gouvernementalität und Ästhetik des Lebens, Topologie und literarische Topographien, Visuelle Kultur, Materialität und Produktion.

Homepage:
www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/rom1/

Philosophie, Literaturwissenschaft, Medien- und Kulturwissenschaft, Bildwissenschaft

Print ca. 34,99 €

12/2014, 356 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2160-0

Artikel-Nr.: 2160

-2160-0: Borsò (Hg.), Wissen und Leben

Herausforderungen einer affirmativen Biopolitik
(unter Mitarbeit von Sieglinde Borvitz, Aurora Rodonò und Sainab Sandra Omar)

erscheint vorauss. nicht vor  Dezember 2014

 
 
 

E-Book ca. 34,99 €

PDF-Download
11/2014, 356 Seiten
ISBN 978-3-8394-2160-4

erscheint vorauss. nicht vor November 2014

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