Autoreninterview

... mit Sibylle Peters

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch stellt einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um künstlerische Forschung... >>>
... mit Sibylle Peters

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch stellt einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um künstlerische Forschung dar. Es enthält grundlegende und auch kritische Beiträge von bedeutenden Vertreter/-innen dieser Debatte wie Gabriele Brandstetter, Tom Holert, Heike Roms und Ulrike Bergermann. Vor allem aber macht der Band den Versuch, die Frage nach dem gesellschaftlichen Warum und Wofür künstlerischer Forschung neu zu beantworten. In zahlreichen Beiträgen wird konkret geschildert, wie künstlerische Forschung dazu beitragen kann, Menschen außerhalb von Kunstdiskurs und Universität in Forschungsprozesse einzubinden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch will ein Auftakt dafür sein, den Diskurs der künstlerischen Forschung für den Diskurs der sogenannten partizipatorischen Forschung zu öffnen und zwar nicht nur mit einer weiteren Grundsatzdebatte, sondern anhand von Analysen und Erfahrungsberichten aus der erfolgreichen Forschungspraxis. So enthält das Buch beispielsweise den ersten übersetzten Text zur Arbeit der Material's Library (London) von Zoe Laughlin und eine detaillierte Beschreibung der kollektiven Forschungsprozesse, die zur Entstehung der Gruppe LIGNA und ihrer Praxis des Radioballetts geführt haben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch enthält zahlreiche Beiträge von Mitgliedern des künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkollegs ›Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeit und performative Künste‹ wie Gesa Ziemer, Inga Reimers, Esther Pilkington und Elise von Bernstorff. Es legt Überlegungen und Erfahrungen offen, die in die Gründung des Kollegs mit eingegangen sind. Analysiert wird in diesem Zusammenhang auch die Praxis des Forschungstheaterprogramms am Hamburger FUNDUS THEATER, das gemeinsam mit der Hafencity Universität und dem K3-Zentrum für Choreographie das Kolleg träg. Seit zehn Jahren werden hier szenische Forschungsprojekte durchgeführt, in denen Kinder, Künstlern/-innen und Wissenschaftlern/-innen gemeinsam forschen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ich würde mir wünschen, dass das Buch nicht nur von Leuten gelesen wird, die sich bereits im Diskurs um künstlerische Forschung engagieren. Gern würde ich es auch mit Aktivisten/-innen aus dem Spannungsfeld Kunst/Politik/Forschung und im Kontext der Debatte um kulturelle Bildung als Forschung diskutieren. Zugleich ist das Buch ein Angebot an Vertreter/-innen der transdisziplinären und der partizipatorischen Forschung, die aus eher kunstfernen Wissenskulturen kommen: Das Buch zeigt auf, was künstlerische Forschung zu dem gemeinsamen Anliegen beitragen kann, Forschung und Wissensproduktion demokratischer zu gestalten.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Mit wissenspolitischen Analysen und detaillierten Fallstudien zwischen Performance, Ethnographie, Aktivismus und Materialwissenschaft porträtieren die Beiträge dieses Bandes »Artistic Research« als Versuch, Forschungsprozesse so zu gestalten, dass alle Mitglieder der Gesellschaft daran mitwirken können. <<<


Sibylle Peters (Hg.)

Das Forschen aller

Artistic Research als Wissensproduktion zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft

Wie muss sich Forschung verändern, wenn sie nicht länger als ein Privileg der Wissenschaften verstanden wird? Und was können künstlerische Verfahren dazu beitragen?
Mit wissenspolitischen Analysen und detaillierten Fallstudien zwischen Performance, Ethnographie, Aktivismus und Materialwissenschaft porträtieren die Beiträge dieses Bandes »Artistic Research« als Versuch, Forschungsprozesse so zu gestalten, dass alle Mitglieder der Gesellschaft daran mitwirken können.
Der Band stellt die Debatte um »Artistic Research« vom Kopf auf die Füße: Es geht keineswegs nur um die Frage, ob und wann Kunst Forschung ist – sondern vielmehr darum, wie die Teilhabe aller an den Prozessen der Wissensproduktion zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft in Zukunft organisiert werden soll.


 
Autorenbild Peters, Sibylle;(Hg.)

Sibylle Peters (PD Dr. phil.) ist Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin. Sie leitet das Forschungstheaterprogramm im FUNDUS THEATER Hamburg und ist Mitgründerin des künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkollegs »Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste«.

Homepage:
www.forschungstheater.de
www.versammlung-und-teilhabe.de

»Ein anregendes Buch mit wertvollen Hinweisen auf aktuelle Entwicklungen.«
Wiebke Lohfeld, Schultheater, 25 (2016)
»Ein wichtiger und anregender Beitrag zur Diskussion um ›küstlerische Forschung‹ [...], die [...] noch weiterer Klärung und Impulse bedarf.«
Christian Rittelmeyer, Bildung und Erziehung, 67/1 (2014)
»Das Buch eignet sich für Studierende und Wissenschaftler(innen), die über den Tellerrand blicken, Anregungen zu neuen Forschungspraktiken suchen und über die Wissenschaft als exklusiven Prozess reflektieren wollen.«
Ökologisches Wirtschaften, 4 (2013)
»Der Reader [...] ist eine vielfältige, aktuelle Sammlung von Diskursen und Projekten aus Deutschland, aber auch quer durch Europa zu künstlerischer Forschung (artistic research). Die Publikation kann allen Studierenden und an Forschung, Forschungspolitik und Wissensproduktion Interessierten – nicht nur aus dem Bereich der Kunst oder des kulturellen Schaffens – sehr empfohlen werden.«
Anna Maria Riedi, www.socialnet.de, 09.09.2013
Besprochen in:

Planerin, 3 (2013)
H-Soz-u-Kult, 29.10.2013, Katrin Klitzke

Science Studies, Kulturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Sozialwissenschaften, Pädagogik

Print 29,80 €

05/2013, 262 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2172-3

Artikel-Nr.: 2172

-2172-3: Peters (Hg.), Das Forschen aller

Artistic Research als Wissensproduktion zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 1,32 MB
03/2014, 262 Seiten
ISBN 978-3-8394-2172-7

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