Autoreninterview

... mit Daniel Kofahl, Gerrit Fröhlich und Lars Albert

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wir wissen nicht, ob die Welt überhaupt Bücher... >>>
... mit Daniel Kofahl, Gerrit Fröhlich und Lars Albert

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wir wissen nicht, ob die Welt überhaupt Bücher braucht. Aber sie machen, wie auch das Kino, die Welt definitiv schöner. Unser Sammelband trägt hoffentlich dazu bei, dass die Leser und Leserinnen die innige Verbindung von kulinarischem Genießen und Erzählen im Film wahrnehmen, dabei aber nicht vergessen, dass diese Verbindung Grenzen sichtbar macht hinsichtlich dessen, was wir als kulinarisch akzeptieren, und mit welchen Folgekosten dieses Genießen verbunden ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch präsentiert sozial- und kulturwissenschaftliche Erörterungen zum kulinarischen Stellenwert von Filmen und wie darin Essen und Trinken als soziale Praktiken und kulturelle Codierungen präsentiert werden. Es beinhaltet darüber hinaus auch Fallstudien zu Genres und Filmen, in denen die grundlegenden Fragen nach sozialer Ordnung und sozialen Ungleichheiten am Anlass ›Essen und Trinken‹ ausgelotet werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch ist ein Beitrag zum interdisziplinären Forschungsfeld der wissenschaftlichen Kulinaristik. Es konzentriert sich auf ein spezielles Detail dieses Bereichs: das Medium Film. Dabei wird die Vernetzung von Disziplinen wie Medienwissenschaft, Philosophie, Physik, Psychologie, Semiotik oder Soziologie realisiert, um sich dem vielschichtigen Phänomen der Ernährung in diesem Massenmedium zu nähern. Die Analysen zum kulinarischen Kino eröffnen unterschiedliche Perspektiven für weitere Kontexte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit professionellen und Hobbyköchen, mit Ernährungswissenschaftlern und Gastrosophen, mit allen, die sich noch nicht mittels Photosynthese ernähren, sowie mit Menschen, die sich leidenschaftlich mit dem fruchtbaren Problem von Essen und Trinken in der Gesellschaft beschäftigen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Wie man Filme mit den Geschmacksknospen aufnimmt – und Geschmackserlebnisse mit den Sehnerven. <<<


Daniel Kofahl / Gerrit Fröhlich / Lars Alberth (Hg.)

Kulinarisches Kino

Interdisziplinäre Perspektiven auf Essen und Trinken im Film

Oft spielen Essen und Trinken in Filmen eine subtile Rolle: Vom Zuschauer nahezu unbemerkt, sind sie nur lose mit der Handlung verbunden und dennoch unverzichtbar für das Erzählte. Hin und wieder jedoch rücken Speisen sowie ihr Gebrauch ins Zentrum des Films, etwa in Klassikern des kulinarischen Kinos wie »Das große Fressen«, »Brust oder Keule« und »Babettes Fest«.
Der Band versammelt verschiedene Perspektiven auf diese und weitere einschlägige Momente des kulinarischen Kinos. Die Beiträge, u.a. von Peter Peter, Robert Pfaller, Thomas Struck und Thomas Vilgis, diskutieren, auf welche Weise Filme Ernährungspraktiken thematisieren und so Kommentare zu relevanten sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen unserer Zeit darstellen.


 
Autorenbild Kofahl, Daniel;Fröhlich, Gerrit;Alberth, Lars;(Hg.)

Daniel Kofahl ist Soziologe und leitet das Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur (APEK). Er forscht zu kulturwissenschaftlichen Fragen der Ernährung und zur Soziologie des Kulinarischen. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik und des Internationalen Arbeitskreises für Kulturforschung des Essens.
Gerrit Fröhlich (M.A.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Soziologie der Universität Trier am Lehrstuhl für Konsum- und Kommunikationsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medien- und Emotionssoziologie.
Lars Alberth (Dipl.-Soz.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal und in einem DFG-Projekt zu professionellen Interventionen in Fällen von Kindeswohlgefährdung beschäftigt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Körper- und Kultursoziologie sowie die Soziologie der Kindheit.

Homepage:
Kofahl
Fröhlich
Alberth

»Kulinarisches Kino, so zeigt der vielstimmige Band, regt nicht nur den Bauch an. Es lädt auch dazu ein, die Klassiker des kulinarischen Kinos noch einmal zu sehen. Man darf gespannt sein, ob das Projekt eine Fortsetzung erfährt.«
Nikolai Wojtko, Journal Culinaire, 17 (2013)/www.tartuffel.de, 27.11.2013
Besprochen in:

Epikur, 1 (2013)
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2013
TeachersNews, 06.05.2013
GMK-Newsletter, 5 (2013)
Bremer, 6 (2013)
www.hhprinzler.de, 07.06.2013, Hans Helmut Prinzler
Ernährungs Umschau, 10 (2013), Silke Bartsch
GERMANISTIK, 55/1-2 (2014)

Soziologie, Medienwissenschaften, Ernährungswissenschaften, Kunstwissenschaften, Semiotik

Print 29,80 €

03/2013, 280 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2217-1

Artikel-Nr.: 2217

-2217-1: Kofahl et al. (Hg.), Kulinarisches Kino

Interdisziplinäre Perspektiven auf Essen und Trinken im Film

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,90 MB
03/2014, 280 Seiten
ISBN 978-3-8394-2217-5

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