Autoreninterview

... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch ist Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit der Teilnehmer und Betreuer des Kollegs... >>>
... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch ist Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit der Teilnehmer und Betreuer des Kollegs ›Raum und Herrschaft: Stadt und Garten als Kommunikations-, Disziplinierungs- und Wissensraum in Europa‹ der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Dem Band gelingt es, junge Forschende mit national und international etablierten Wissenschaftlern zu vereinen, wobei neue Fragen von unterschiedlichen kulturhistorischen Disziplinen aufgeworfen und diskutiert werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Texte sollen den Leser dazu anregen, durch die Erweiterung der kultur- und sozialhistorischen Perspektive auf das kulturelle Phänomen Raum, die Apriorität der uns als selbstverständlich erscheinenden Räume zu hinterfragen und darüber hinaus deutlich machen, dass jeder Form seiner Inbesitznahme und Gestaltung auch Prozesse der Machtgenerierung innewohnen können, die letztendlich nichts anderes sind als Kontrollmechanismen über Gesellschaft und Individuum. Heute wie damals liegen der funktionalen und ästhetischen Formung und Gestaltung privater und öffentlicher Räume häufig politisch und gesellschaftlich relevante Implikationen zu Grunde.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Band setzt sich mit Herausforderungen von spatial turn auseinander – eines der bestimmenden Paradigmen der modernen Geisteswissenschaften. Eine historische Perspektive der Kulturwissenschaften dient dabei als zentrales Anliegen der Publikation. Die einzelnen Studien loten unterschiedliche kulturhistorische Forschungsansätze aus und betrachten die Gestaltung von Räumen und Orten nicht als bloße Momentaufnahme, sondern untersuchen sie im Wandel der Zeit und behalten das sich wiederholende Prinzip der zeichenhaften Besetzung von Räumen im Blick.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Historikern, Kunsthistorikern, Philosophen und Kulturinteressierten, die ihren Blick für außergewöhnliche Fragestellungen schärfen wollen, die Mut haben, die uns umgebende Architektur, Plätze, Straßen und Gärten zu hinterfragen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Sammelband ist eine anspruchsvolle und spannende Lektüre über die Metamorphosen der Macht, wobei die Autoren zeigen, dass man auch Städte und Gärten lesen kann. <<<


Anna Ananieva / Alexander Bauer / Daniel Leis / Bettina Morlang-Schardon / Kristina Steyer (Hg.)

Räume der Macht

Metamorphosen von Stadt und Garten im Europa der Frühen Neuzeit

Die Überformung der Architektur und Ästhetik von Stadt und Garten unterlag schon immer machtpolitischen Interessen: Paläste, Plätze und Gärten des frühneuzeitlichen Europas fungierten als Orte, an denen alte und neue Ordnungen der Macht verhandelt und verwirklicht wurden. Die Studien dieses Bandes untersuchen politische und ästhetische Strategien solcher Eingriffe in urbane und hortikulturelle Räume und fragen nach konkreten räumlichen Transformationsprozessen sowie Praktiken und Zeichen, an denen die Veränderungen ablesbar sind. Das breite Spektrum der Perspektiven und der kulturwissenschaftliche Ansatz des Bandes schärfen den Blick für politisch motivierte Raumbildungsprozesse nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart.


 

Anna Ananieva (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Universität Tübingen und am Institut für Kunstgeschichte der Universität Mainz. Alexander Bauer (M.A.) ist Stipendiat am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz.
Daniel Leis (M.A.) ist Doktorand am Institut für Kunstgeschichte der Universität Mainz.
Bettina Morlang-Schardon (M.A.) ist Stipendiatin an der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom.
Kristina Steyer (M.A.) ist Promotionsstudentin im Fach Kunstwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Die Herausgeber/-innen waren von 2010 bis 2012 Stipendiaten der Doktorandengruppe »Raum und Herrschaft: Stadt und Garten als Kommunikations-, Disziplinierungs- und Wissensraum in Europa« an der Universität Mainz.

Homepage:
Uni Mainz

»Der Sammelband zeichnet sich neben vielem Bekannten durch eine Reihe innovativer neuer Aspekte und Fallstudien aus, die mit Gewinn gelesen werden und auch die eingangs formulierten Ziele des interdisziplinären Projektes einlösen können.«
Eva-Maria Seng, perspectivia.net, 8 (2015)
Besprochen in:

Garten Design, 5 (2013)

Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Urbanistik, Gartenkunst, Raumforschung, Architektur

Print 39,80 €

07/2013, 406 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2221-8

Artikel-Nr.: 2221

-2221-8: Ananieva et al. (Hg.), Räume der Macht

Metamorphosen von Stadt und Garten im Europa der Frühen Neuzeit

 

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E-Book 38,99 €

PDF-Download, 26,02 MB
03/2014, 406 Seiten
ISBN 978-3-8394-2221-2

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