Interview

... mit Ute Frietsch und Jörg Rogge

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unter einem Geisteswissenschaftler stellen sich viele jemanden vor, der seine... >>>
... mit Ute Frietsch und Jörg Rogge

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unter einem Geisteswissenschaftler stellen sich viele jemanden vor, der seine Zeit damit verbringt, nachzudenken. Das provoziert dann Fragen wie: Und was macht man damit? Das Handwörterbuch vermittelt ein realistischeres Bild der Tätigkeit von Geistes- und Kulturwissenschaftlern, indem es deren universitäre Praktiken in den Blick nimmt. Autorinnen und Autoren unterschiedlicher geistes- und kulturwissenschaftlicher Fächer informieren in kurzen, komprimierten Artikeln darüber, wie sich diese Praktiken historisch entwickelt haben und was heute für sie relevant ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch fokussiert auf Praktiken der Wissenschaften anstatt auf Theorien. Es zeigt Kultur- und Geisteswissenschaftler/-innen in einem inter- und transdisziplinären Dialog über die Vergangenheit, die Zukunft und insbesondere die Gegenwart des wissenschaftlichen Betriebes. Auf diese Weise wird anschaulich, worin der Beruf von Geistes- und Kulturwissenschaftler/-innen heute besteht und wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sein müssen, damit eine gute wissenschaftliche Praxis gewährleistet ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Aktuell gibt es Forschungen zu frühneuzeitlichen universitären Praktiken im Fach Geschichte und Forschungen zu heutigen wissenschaftlichen Praktiken im Fach Soziologie. Das Buch verbindet diese Diskussionen auf kulturwissenschaftlich interdisziplinäre Weise, indem es wissenschaftliche Praktiken über eine längere Dauer in den Blick nimmt. Fragestellungen der Praxeologie in der Tradition von Bourdieu werden am Gegenstand der Geistes- und Kulturwissenschaften selbstreflexiv weiterentwickelt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Wissenschaftlern/-innen, die den Kulturwissenschaften skeptisch gegenüberstehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
In dem Handwörterbuch diskutieren Geistes- und Kulturwissenschaftler/-innen über ihre Arbeit und zeigen die historische Entwicklung ihrer Praktiken auf. <<<


Ute Frietsch / Jörg Rogge (Hg.)

Über die Praxis des kulturwissenschaftlichen Arbeitens

Ein Handwörterbuch

Gibt es einen kulturwissenschaftlichen Habitus? In diesem Handwörterbuch reflektieren Kulturwissenschaftler_innen über Praktiken, Räume und stilistische Aspekte des kulturwissenschaftlichen Arbeitens. Sie stellen den universitären Betrieb als sozialen Prozess vor, dessen individuelle und organisatorische Dynamiken historisch strukturiert und verändert werden.
Das Handwörterbuch ist ein inter- und transdisziplinärer Beitrag zu einer Historiographie der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die pointierten Beiträge der Akteure und Akteurinnen geben zugleich Einblicke in die Praktiken und offenen Geheimnisse der heutigen universitären kulturwissenschaftlichen Arbeit.


 
Autorenbild Frietsch, Ute;Rogge, Jörg;(Hg.)

Ute Frietsch (PD Dr.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Privatdozentin im Fach Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Jörg Rogge (Prof. Dr.) lehrt Geschichte des Mittelalters und Methoden der Geschichtswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Theorie und Methode der historischen Kulturwissenschaften sowie Politik und Kultur des spätmittelalterlichen Europas. Er ist Sprecher des Forschungsschwerpunktes Historische Kulturwissenschaften der Universität Mainz.

Homepage:
Jörg Rogge: Uni Mainz

»In [der] Leichtigkeit der Darstellung – bedingt durch die Knappheit der Beiträge und die gelegentlich humoristisch anmutende Auswahl der Lemmata – liegt eine der großen Stärken des hier besprochenen Werks, das durchaus als Einladung zu verstehen ist, sich auf Basis des ersten Leseeindrucks weiter mit dem einen oder anderen Begriff, seiner Geschichte und seiner Verwendung in der Forschungsliteratur zu beschäftigen.«
Julia Engelschalt, H-Soz-u-Kult, 16.12.2015
»Ein gelungenes Projekt und ein neues Standardwerk, das ins Regal eines jeden (angehenden oder bereits akademisch arbeitenden) Kulturwissenschaftlers gehört.«
Ralph Krüger, www.kulturbuchtipps.de/www.kulturthemen.de, 15.09.2014
Besprochen in:
www.socialnet.de, 07.11.2013, Jos Schnurer
Informationsmittel (IFB), 12 (2013), Till Kinzel
www.socialnet.de, 06.02.2014, Christel Hafke

Kulturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Wissenschaftsforschung, Studierende der Kulturwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 39,80 €

08/2013, 520 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-8376-2248-5

Artikel-Nr.: 2248

-2248-5: Frietsch/Rogge (Hg.), Über die Praxis

Ein Handwörterbuch

 

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06/2014, 520 Seiten
ISBN 978-3-8394-2248-9

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