Interview

... mit Sylka Scholz, Karl Lenz und Sabine Dreßler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Jedes Jahr erscheinen Hunderte von Beziehungs- und... >>>
... mit Sylka Scholz, Karl Lenz und Sabine Dreßler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Jedes Jahr erscheinen Hunderte von Beziehungs- und Erziehungsratgebern. Unser Buch ist kein weiterer Ratgeber. Vielmehr machen wir dieses Genre selbst zum Gegenstand und untersuchen, welche kulturellen Leitideen über Liebe, Ehe, Elternschaft und Geschlecht dominant sind. Auf der Basis von ost- und westdeutschen Ratgebern aus den 1950er Jahren bis in die Gegenwart rekonstruieren wir den Liebesdiskurs und können damit sowohl die Diskursforschung wie auch die Paar- und Familienforschung bereichern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Liebe ist nicht nur ein zentrales Kulturmuster für Zweierbeziehungen, sondern auch für das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern. Diese doppelte Codierung von Liebe in privaten Beziehungen systematisch zu untersuchen, ist der zentrale Gewinn der Studie, wird doch in den aktuellen wissenschaftlichen Debatten nahezu ausschließlich nur die romantische Paarliebe thematisiert. Auch zeigen wir, dass Ratgeber für sozialwissenschaftliche Analysen eine sehr aussagekräftige Quelle sein können.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Wandel der Familie wird in der Familienforschung vorrangig quantitativ untersucht. Über die Pluralisierung der Lebensformen und ihre zahlenmäßige Verteilung sind wir auf dem aktuellsten Stand. Wie steht es jedoch mit Liebe und Emotionen? Sie werden in der Forschung bislang stark vernachlässigt, sind jedoch für die kulturelle Fundierung von Zweierbeziehung und Elternschaft fundamental - wie uns u.a. der Blick in die Ratgeber zeigt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit den Lesern und Leserinnen von Ratgebern.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Liebe, Sexualität und Elternschaft sind keine konstanten Phänomene, sondern Kulturmuster, deren Wandel in den letzten 60 Jahren wir untersuchen. <<<


Sylka Scholz / Karl Lenz / Sabine Dreßler (Hg.)

In Liebe verbunden

Zweierbeziehungen und Elternschaft in populären Ratgebern von den 1950ern bis heute

Trotz der Pluralisierung von Lebensformen gehören eine dauerhafte Liebe und die gemeinsame Elternschaft weiterhin zu den wichtigsten Lebenszielen. Um die vielfältigen Verunsicherungen, die mit dem sozialen Wandel einhergehen, zu überwinden und die Kontinuität ihrer Beziehungen zu sichern, greifen immer mehr Paare und Eltern auf Ratgeber zurück. Aber welche Leitbilder von Liebe, Zweierbeziehung, Elternschaft und Geschlecht vermitteln die Ratgeber?
Die Beiträge dieses Bandes untersuchen erstmals eine große Zahl von Beziehungs- und Erziehungsratgebern im Zeitvergleich und legen ihre jeweiligen kulturellen Legitimationsmuster offen.


 
Autorenbild Scholz, Sylka;Lenz, Karl;Dreßler, Sabine;(Hg.)

Sylka Scholz (PD Dr.) forscht über die kulturellen Grundlagen privater Lebensformen am SFB 804 der Technischen Universität Dresden. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Paarforschung, Familiensoziologie, Geschlechterforschung sowie Qualitative Methoden (Diskursanalyse, Filmanalyse).
Karl Lenz (Prof. Dr.) forscht über die kulturellen Grundlagen privater Lebensformen am SFB 804 der Technischen Universität Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind Paarforschung, Familiensoziologie, Geschlechterforschung sowie Qualitative Methoden (Diskursanalyse, Filmanalyse).
Sabine Dreßler (M.A.) forscht über die kulturellen Grundlagen privater Lebensformen am SFB 804 der Technischen Universität Dresden. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Paarforschung, Familiensoziologie, Geschlechterforschung sowie Qualitative Methoden (Diskursanalyse, Filmanalyse).

»Ein lesenswertes Buch.«
Birgit Brajdic', Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, (2015)
»Der Sammelband kann insbesondere für die Geschlechterforschung spannende Erkenntnisse vorweisen, doch leistet er auch für gegenwärtige Diskussionen in der Familiensoziologie einen wichtigen Beitrag. Nicht zuletzt aufgrund des Ost-West-Vergleichs und der zeitlichen Perspektive ist ›In Liebe verbunden‹ [...] ein höchst lesenswertes Buch.«
Sarah Speck, H-Soz-u-Kult, 12.11.2015
»Ein wichtiger Beitrag zur Forschung über den Wandel, der die Semantik des Liebesbegriffs prägt, gerade weil er diesen nicht nur innerhalb der Intimbeziehungen von Liebespaaren betrachtet, sondern ihn auch für moderne Elter(n)schaft überprüft. Der Band zeigt, wie trotz (oder gerade wegen?) der wachsenden Zahl der möglichen partnerschaftlichen Lebensformen weiterhin nach Ordnungsmustern gesucht wird, die dauerhaft und häufig nur in ihrer Legitimation neu sind.«
Katharina Klapdor, Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, 59 (2014)
»Die Einzelstudien, die durch eine systematische und methodische Einleitung begleitet werden, gehen systematisch vor und arbeiten die Differenzen zwischen christlichen und romantischen Deutungsmustern heraus.«
Walter Delabar, www.literaturktritik.de, 10 (2014)
Besprochen in:

www.lehrerbibliothek.de, 9 (2013), Dieter Bach
humanismus aktuell, 17/4 (2014), Thomas Heinrichs
http://humanistische-akademie-deutschland.de, 9 (2014), Ralf Schöppner

Soziologie, Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Sozialpsychologie sowie die an Ratgeberliteratur interessierte Öffentlichkeit

Print 29,80 €

07/2013, 378 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2319-2

Artikel-Nr.: 2319

-2319-2: Scholz et al. (Hg.), In Liebe verbunden

Zweierbeziehungen und Elternschaft in populären Ratgebern von den 1950ern bis heute

 

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E-Book 26,99 €

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03/2014, 378 Seiten
ISBN 978-3-8394-2319-6

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