Interview

... mit Frédéric Döhl

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es ist keine Frage von ›Brauchen‹, sondern eine von... >>>
... mit Frédéric Döhl

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es ist keine Frage von ›Brauchen‹, sondern eine von ›Wollen‹. Eine Annäherung daran, worum es diesem Band geht, ist nur auf interdisziplinärem Wege zu leisten. Daher ist es das Anliegen dieses Bandes in der Zusammenschau der Beiträge anschaulich zu machen, was Interdisziplinarität leisten kann, wenn Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen miteinander in den Dialog treten ›wollen‹, ohne zugleich die Spezifik ihrer Gegenstände und Methoden jener Beliebigkeit und Oberflächlichkeit preiszugeben, die interdisziplinäre Vorhaben allzu oft in ihrem Suchen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner limitiert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Fragen von Fremdreferenzialität stehen im Zentrum heutiger Kunstproduktion, quer durch die Künste von ihren populärsten bis zu ihren elitärsten Spielarten. Auf eine lange Geschichte fremdreferenzieller Verfahrensweisen zurückblickend, wird die Gegenwart fremdreferenzieller Kunstproduktion jedoch maßgeblich durch zwei neue Faktoren modifiziert, welchen sich dieser Band aus interdisziplinärer Perspektive widmet: Erstens befördert das zunehmende Fallen der Grenzen zwischen den Künsten seit den 1950er Jahren ein wachsendes Interesse an kunst- und medienübergreifender Fremdreferenzialität. Und zweitens hat die Digitalisierung die Spielregeln der Verfügbarkeit revolutioniert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es ist ein zentrales Thema in allen Disziplinen, wofür die Breite der Beiträge stellvertretend steht. Um sich die Bedeutung bewusst zu machen, genügt schon ein Verweis auf die Intensität und gesamtgesellschaftliche Relevanz des Diskurses um die urheberrechtliche Institution des Geistigen Eigentums, einer Idee, zu der fremdreferenzielle Verfahrensweisen von Kunstproduktion notwendig quer stehen müssen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen Neugierigen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Es gibt keine einfluss- und vorlagenlose Kunst, aber es gibt Unterschiede, wie man sich zu Einflüssen und Vorlagen produktiv verhält. <<<


Frédéric Döhl / Renate Wöhrer (Hg.)

Zitieren, appropriieren, sampeln

Referenzielle Verfahren in den Gegenwartskünsten

Sampeln, Zitieren, Appropriieren etc. – in diesem Band werden verschiedene künstlerische Verfahren der Bezugnahme auf bestehende Kunstwerke vorgestellt. Die Beiträger setzen diese künsteübergreifend ins Verhältnis zueinander und präsentieren Ansätze ihrer theoretischen Bestimmung. Aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen werden die verschiedenen Formen von Referenzialität in der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, dem Theater, dem Tanz sowie dem Film anhand exemplarischer Analysen untersucht und es wird nach ihren gattungsspezifischen sowie medialen und technischen Bedingungen gefragt. Dabei ergeben sich fruchtbare Querverweise zwischen den einzelnen Disziplinen ebenso wie fachspezifische Problemstellungen.


 

Frédéric Döhl (PD Dr. phil. Ass. iur.), Musikwissenschaftler und Jurist, arbeitet am Institut für Musik und Musikwissenschaft der Technischen Universität Dortmund. Zuvor war er von 2007-2014 am SFB 626 »Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste« an der Freien Universität Berlin.
Renate Wöhrer (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich 626 der Freien Universität Berlin.

»Ein gelungener Band, der der Tatsache Rechnung trägt, dass das Phänomen Referenz in der Gegenwartskunst seit einiger Zeit immer stärker in den Fokus rückt.«
Brigitte Stocker, [rezens.tfm], 1 (2014)
Besprochen in:

GMK-Newsletter, 2 (2014)
www.dennisschuetze.de/blog, 10.03.2014
Musiktheorie, 30/1 (2015), Patrick Klingenschmitt
GERMANISTIK, 55/3-4 (2014)

Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Philosophie, Tanzwissenschaft, Theaterwissenschaft sowie die an den Gegenwartskünsten und dem Diskurs um geistiges Eigentum interessierte Öffentlichkeit

Print 34,99 €

01/2014, 288 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2330-7

Artikel-Nr.: 2330

-2330-7: Döhl/Wöhrer (Hg.), Zitieren, appropriieren

Referenzielle Verfahren in den Gegenwartskünsten

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 5,01 MB
06/2014, 288 Seiten
ISBN 978-3-8394-2330-1

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