O-Ton:
Karin Werner im Corso-Gespräch mit Adalbert Siniawski (DLF).

Auszeichnung:
Der Band wurde vom Jahrbuch Ökologie und der Deutschen Umweltstiftung zum "Buch des Monats Juli 2014" gewählt.
Der Band wurde für den Sächsischen Staatspreis für Design 2014 nominiert.

Weiterer Titel zum Thema
9783837633771

Aus dem Medienecho

»Ein wunderschöner Bildband, der in Form und Inhalt einschließlich seiner Bildsprache das Improvisieren und Ausprobieren widerspiegelt, zum Vor-, Mit- und Nachmachen einlädt.«
Ute Scheub, taz, 3./4.8.2013

Autoreninterview

... mit Christa Müller

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es ist umgekehrt: Dieses Buch brauchte die Welt, denn es entstand aus der... >>>

... mit Christa Müller

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es ist umgekehrt: Dieses Buch brauchte die Welt, denn es entstand aus der Beobachtung, dass mitten in den Städten Boote aus recycelten Materialien gebaut, Kartoffeln kultiviert und Lastenräder montiert werden. Und zwar von einer jungen Generation, für die das Selbermachen offenkundig eine wichtige Rolle für Selbstermächtigung und für neue Formen des politischen Handelns spielt. Sie begreift die Welt als formbares Projekt, und das ist nach der jahrelangen Diagnose ›Politikverdrossenheit‹ eine aufregende Nachricht!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es zeigt, wie facettenreich der ›neue Urbanismus‹ die postfordistische Stadt formt. Städte gelten nicht mehr nur als Verursacher ökologischer Probleme, sondern zunehmend auch als Lösungslabore. Das in unserem Buch beschriebene ›Urban Mining‹ weist weit über die Wiederverwertung von Ressourcen hinaus: Die Suche nach intelligenten Alternativen zu Konsum- und Wegwerfkreisläufen generiert profunde Prozesse des Gemeinschaftlichen, die die Stadt als Ort des guten Lebens re-inszenieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch gibt der immer noch zu technokratisch aufgestellten Umweltforschung neue Impulse und bringt avancierte Sozialtheorie in einen fruchtbaren Dialog mit der Erkenntnis einer ressourcenmäßig begrenzten, aber in ihrer Lebendigkeit grenzenlosen Welt, die heute die fatalen Trennungen und Risse der Industriemoderne überwinden könnte. Nicht zuletzt die neuen Gartenaktivisten haben verstanden, dass der Raubbau an der Natur auch unseren Seelen schadet. Sie tun etwas dagegen. Direkt vor Ort, da, wo sie leben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit dem russischen Bauernforscher Alexander Tschajanow. Er hatte früh erkannt, dass die kleinbäuerliche Logik nicht am Wachstum orientiert ist, sondern am Erhalt der Höfe. Diese Logik galt im Industriezeitalter als rückständig, heute ist sie anschlussfähig an aktuelle Debatten um die Postwachstumsgesellschaft. Zum anderen würde mich interessieren, was Donna Haraway zu den Kultur-Naturhybridräumen sagt: Menschen, Bienen, Hühner und Pflanzeninstallationen interagieren in neuartigen Kollektiven bzw. Arrangements miteinander, als Companion species eben.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die postindustrielle Stadt der Commonisten ist demokratisch, inklusiv, erfindungsreich, spannend und grün.

<<<


Andrea Baier / Christa Müller / Karin Werner

Stadt der Commonisten

Neue urbane Räume des Do it yourself

Es ist nicht mehr zu übersehen: Eine neue Generation von Do-it-yourself-Aktivisten nutzt die postfordistische Stadt als Labor für soziale, politische, ökologische und ästhetische Experimente. Ob im Gemeinschaftsgarten oder im FabLab, ob in Offenen Werkstätten oder bei Tausch-Events – überall hinterfragen die Protagonistinnen und Protagonisten das Verhältnis von Konsum und Produktion, problematisieren den Warencharakter der Dinge und des in ihnen eingeschlossenen Wissens.
Dieser anspruchsvolle Bildband kombiniert visuelle Streifzüge durch die neuen urbanen Räume des Selbermachens mit anregenden Zeitdiagnosen. Die Beiträge veranschaulichen: Die jungen Urbanen setzen nicht auf Opposition, sondern folgen dem Bedürfnis nach »echter Demokratie«, indem sie (Atmo-)Sphären des Teilens und Tauschens schaffen. Sie praktizieren kollaborativen Konsum und bespielen den öffentlichen Raum nach Commonisten-Art.


 
Autorenbild Baier, Andrea;Müller, Christa;Werner, Karin

Andrea Baier ist Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der »Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis«. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Subsistenz, Regionalisierung, Nachhaltige Lebensstile sowie Urbane Landwirtschaft.
Christa Müller (Dr. rer. soc.) ist Soziologin und leitet die »Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis«. Sie forscht zu nachhaltigen Lebensstilen und neuen Wohlstandsmodellen.
Karin Werner (Dr. rer. soc.) ist Soziologin und wissenschaftliche Beraterin der »Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis«. Als eine der Verlegerinnen des transcript Verlags beobachtet sie neuere sozial- und kulturtheoretische Diskurse.

Homepage:

www.anstiftung-ertomis.de
www.urban-gardening.eu

»Eine gelungene Momentaufnahme des gegenwärtigen Umbruchs.«
Zeitpunkt, 131 (2014)
»Hinter der Idylle, eine Schicht tiefer, gibt es handfeste Konsumkritik. Empfehlung: Selber lesen.«
aid infodienst, 12 (2013)

»Ein durchaus empfehlenswertes Buch für alle, die sich für alternative Lebensformen und die Ideen der Commonisten interessieren.«
Annette Alberer-Leinen, BDS-Newsletter, 5 (2013)
»›Stadt der Commonisten‹ [markiert] einen neuen Anlauf, gegen das Verschwinden von Öffentlichkeit vorzugehen.«
Franz Kröger, Kulturpolitische Mitteilungen, 143/4 (2013)
»Der schön gestaltete Band lädt zum Schmökern und Verweilen ein.«
Yves Kramer, WOZ, 28.11.2013
»Ein gelungenes, kurzweiliges Praxis-Handbuch.«
Johannes Dietrich, Contraste, 9 (2013)
»Informatives Nachschlagewerk und Ideengeber.«
Braunschweiger Zeitung, 03.08.2013
»Ein wunderschöner Bildband, der in Form und Inhalt einschließlich seiner Bildsprache das Improvisieren und Ausprobieren widerspiegelt, zum Vor-, Mit- und Nachmachen einlädt.«
Ute Scheub, taz, 3./4.8.2013
»Die Botschaft des Buches genau wie die der Commonisten [ist] klar: Die Suche nach intelligenten Alternativen zu Konsum- und Wegwerfkreisläufen generiert profunde Prozesse des Gemeinschaftlichen, die die Stadt als Ort des guten Lebens reinszenieren.«
Die Welt, 02.08.2013
»Ein wundervolles Glossar im Großformat.«
Kultfabrik Magazin, 126/8 (2013)
»Die vielen [...] Beispiele, die Andrea Baier, Christa Müller und Karin Werner in ihrem liebevoll gestalteten Buch [...] versammelt haben, eint derselbe Geist. Es ist der Geist der praktischen Utopie, der sich seit drei, vier Jahren in unseren Städten breitmacht.
So eine Prise Commonismus könnte uns allen guttun.«
Fred Grimm, Schrot & Korn, 8 (2013)
»Dieser wunderbare Bildband bietet einerseits prächtige Schnappschüsse mitten aus dem Herzen verschiedenartigster, über die ganze Republik verstreuter Do-it-yourself-Projekte in Städten. Zugleich ist er ein liebevoll zusammengetragenes und zukunftsträchtig ausformuliertes Glossar vieler Begriffe, die wir zur Formulierung des ›guten, selbstgemachten Lebens‹ schon entwickelt haben und noch brauchen werden.
Eine ebenso mutige wie dringend nötige Versorgung unserer Sinne mit Mutmachern.«
Caroline Claudius, Oya, 7/8 (2013)
»Das Buch lädt zum Stöbern und Entdecken ein, es kann von hinten nach vorne oder kreuz und quer gelesen werden, jeder Eintrag steht auch für sich.
Das Buch gibt einen anschaulichen, exemplarischen Einblick in diese Welt, die durch das Recyceln von Dingen und Flächen, durch Ideen, durch gemeinsame Um-Nutzung und Umdeutung von Infrastruktur, Dingen und Ideen existiert.«
Bernd Huettner, dérive, 53 (2013), www.dieglucke.de, 18.06.2013/www.wem-gehoert-die-welt.de, 8 (2013)
Besprochen in:

tschautschuessi.blogspot.de
evangelisch.de
es-werde-lux.de
www.denkwerkzukunft.de, 7 (2013)
http://www.fuereinebesserewelt.info, 30.07.2013, Ilona Koglin
www.saarbruecker-zeitung.de/www.t-online.de, 30.07.2013, Marco Hadem
ZDF, http://m.heute.de, 31.07.2013
WDR 3 – Mosaik, 02.08.2013/SWR2 – Die Buchkritik, 02.09.2013, Michael Lissek
Gießener Allgemeine, 03.08.2013
Wetterauer Zeitung, 03.08.2013
Alsfelder Allgemeine, 03.08.2013
Deutschlandradio Kultur/Radiofeuilleton, 06.08.2013, Olga Hochweis
Neue Presse, 17.08.2013, Evelyn Beyer
Radio SRF 2, Kultur, 20.08.2013, Christoph Keller
www.maecenata,eu, 2 (2013)
GEO, 7 (2013)
Berliner Zeitung, 20./21.07.2013, Sabine Rohlf
energy.aktuell, 27/10 (2013)
Natur, 11 (2013), Tania Greiner
Kunstbulletin, 12 (2013)
www.rezensionen.ch, 18.11.2013, Florian Englert
GRÜNER ANZEIGER, 2 (2014), Elisabeth Meyer-Renschhausen
Ernährung im Fokus, 1 (2014), Gesa Maschukowski
Bestseller, 1/2 (2014)
WERDE, 1 (2014)
Fammilie&Co., 10 (2015)

Sozial- und Kulturwissenschaften, Kunst sowie zivilgesellschaftliche Akteure, Bildungseinrichtungen, Politiker_innen und die interessierte Öffentlichkeit

Print 24,90 €

05/2013, 232 Seiten, kart., 450 farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2367-3

Artikel-Nr.: 2367

-2367-3: Baier et al., Stadt der Commonisten

Neue urbane Räume des Do it yourself

 

leider vergriffen

 
 
 

Open Access Open Access

PDF-Download, 55,30 MB
05/2013, 232 Seiten
ISBN 978-3-8394-2367-7

CC BY NC ND

Weitere Titel

»Wie soll man gesund sein, wenn man keine Arbeit hat?« Andrea Baier
»Wie soll man gesund sein, wenn man keine Arbeit hat?«

Weitere Titel zum Thema

Zeitdiagnose, Zivilgesellschaft, Stadt

Weitere Titel aus der Reihe

Urban Studies