Musikbeispiele zum Buch:
https://soundcloud.com/chr_utz/

Interview

... mit Christian Utz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zunächst hoffe ich, dass mein Buch interessierten Lesern Informationen anbietet, die kaum... >>>
... mit Christian Utz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zunächst hoffe ich, dass mein Buch interessierten Lesern Informationen anbietet, die kaum anderswo in einer so kompakten Form zu finden sind: Informationen zu den vielfältigen Formen, in denen kulturell Heterogenes seit ca. 150 Jahren musikalisch produktiv (mitunter vielleicht auch ›destruktiv‹) werden konnte. Dabei beschränke ich mich nicht auf die trockene Bereitstellung von Fakten, sondern versuche, das Material stets auf Deutungen im Spannungsfeld globalisierter (Kunst-)Diskurse abzutasten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Bruchlinien, Querbeziehungen, Abgründe zwischen nationalen Musikgeschichten seit dem 19. Jahrhundert sind im Zusammenwirken mit politisch-sozialen Prozessen eine Herausforderung für die Musikhistoriografie. Diese global zu konzipieren, setzt nicht zuletzt voraus, Protagonisten außerhalb der westlichen Welt ins Zentrum zu rücken und ihre Stimmen ernst zu nehmen, ohne dabei eine kritische Methodik aufzugeben. Konzeptionelle Überlegungen, aber auch konkrete Ansätze dazu stehen hier im Zentrum.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In der Musikwissenschaft dominieren heute – u.a. bedingt durch die Hinwendung zu Pop, Medien und Film – kulturwissenschaftliche, medientheoretische und soziologische Ansätze. Meine Untersuchungen integrieren zwar auch diese Perspektiven, fordern aber dabei die Auseinandersetzung mit Musik als konkretem klanglich-kulturellem Phänomen ein. In dieser Integration von kulturwissenschaftlichen und ›herkömmlichen‹ Methoden wie musikalischer Analyse mag man Aktualität sehen – oder auch etwas leicht Altmodisches.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Vielleicht mit Edward Said, wenn er noch leben würde? Ich freue mich aber auf die hoffentlich tatsächlich noch stattfindenden Diskussionen mit Yuji Takahashi, Helmut Lachenmann, Nicholas Cook, Wolfgang Suppan und vielen anderen Kolleginnen und Kollegen, nicht zuletzt mit all denen, die im Vorwort genannt werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Globalisierungsprozesse in der neueren Kunstmusik von verschiedenen Polen aus lesen, um die musikalische Konstruktion von Identitäten zu begreifen. <<<


Christian Utz

Komponieren im Kontext der Globalisierung

Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

Interkulturelles Komponieren: Christian Utz diskutiert Konsequenzen und Schwierigkeiten der Reflexivität kultureller Globalisierung für die Kunstmusik im 20. und 21. Jahrhundert. Im Zentrum der Studien stehen musikalische Beziehungen, Interferenzen und Konflikte zwischen Ostasien und dem Westen. Musikalische Details werden vor dem Hintergrund zeithistorischer Entwicklungen, kulturpolitischer und -soziologischer Situationen in der Mehrschichtigkeit ihres Bedeutens interpretiert. Die sechs Kapitel entwickeln so auch systematische Perspektiven für eine global konzipierte Musikhistoriographie und kompositorische Praxis.


 
Autorenbild Utz, Christian

Christian Utz (Dr. phil.) ist Professor für Musiktheorie/Musikanalyse an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte und Theorie der Musikwahrnehmung, Analyse neuer Musik sowie interkulturelle Kompositionsgeschichte.

Homepage:
Christian Utz: Kunstuniversität Graz
Christian Utz: www.christianutz.net

»Faszinierende Einblicke in musikgeschichtliche Zusammenhänge, die zu ignorieren sich die Historische Musikwissenschaft im 21. Jahrhundert nicht länger erlauben kann.
Die Diskussionen der kommenden Jahre werden jedenfalls ganz erheblich von Utz' Beitrag profitieren.«
Tobias Janz, Die Musikforschung, 68/4 (2015)
»Christian Utz ist ein kluger Autor mit viel Wissen im Gepäck, das er [...] in verständlicher Form darzustellen in der Lage ist.«
Georg Beck, neue musikzeitung, 5 (2015)
»Eine vergleichbar profunde und umfangreiche Darstellung zu diesem enorm weiten Themenkomplex liegt kein zweites Mal vor.«
Dietrich Heißenbüttel, Neue Zeitschrift für Musik, 6 (2014)
»Wohltuend sachlich und konkret.«
Stefan Jena, Österreichische Musikzeitschrift, 5 (2014)
»Wer Literatur sucht, welche die Problematik des Komponierens im Kontext der Globalisierung mit einem Schwerpunkt auf der ostasiatischen Region abhandelt, findet mit diesem Titel einen guten und glaubwürdigen Einstieg.«
Benjamin Ziech, www.amazon.de, 23.11.2014
»Utz hat ein wichtiges und [...] lesenswertes Buch geschrieben.«
Wolfgang-Andreas Schultz, Die Tonkunst, 8/4 (2014)

Musiktheorie, Musikanalyse, Musikwissenschaft, Kulturwissenschaften, Geschichtswissenschaften, Ostasienwissenschaften (Sinologie, Japanologie, Koreanologie)

Print 39,99 €

02/2014, 438 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2403-8

Artikel-Nr.: 2403

-2403-8: Utz, Komponieren im Kontext der Glob.

Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

 

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